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Aus: Ausgabe vom 23.10.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Urlaub in Gefahr

WISO | Mo., 19.25 Uhr, ZDF
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Der weltweit älteste Reiseveranstalter musste im September Insolvenz anmelden

Folgt man der gängigen Berichterstattung, sind nicht die Arbeitsplatzverluste und ihre sozialen Folgen das Hauptproblem bei der »Thomas Cook«-Pleite. Schließlich wurde vielen Reisenden der Urlaub gründlich versaut. Und das nicht nur in diesem Jahr, wie das Ratgebermagazin »WISO« am Montag zeigte. 660.000 Buchungen bei den deutschen Thomas-Cook-Töchtern bestehen bis Sommer kommenden Jahres noch. Stornieren lassen die sich nicht kostenfrei, auch wenn klar ist, dass die Flüge nicht stattfinden werden. Die Langfrist-Urlaubsplaner müssen warten, bis die Reise offiziell abgeblasen wird – und dürfen auch dann nicht mit einer vollständigen Rückerstattung der Kosten rechnen. Denn der insolvente Reiseveranstalter war hoffnungslos unterversichert. Nun wird überlegt, mal wieder den Staat einspringen zu lassen, wo das Privatunternehmen sich verzockt hat. Vielleicht klappt das. Ansonsten stehen Ostsee und bayerische Alpen im Sommer 2020 hoch im Kurs. (sst)