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Aus: Ausgabe vom 10.10.2019, Seite 11 / Feuilleton
Wissenschaft

Immer auf Strom

Ohne sie keine Akkus: Die Batterieforscher John Goodenough, Stanley Whittingham und Akira Yoshino erhalten den Chemienobelpreis
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M. Stanley Whittingham ist einer von drei Chemikern, die dieses Jahr mit dem Chemienobelpreis ausgezeichnet werden (Aufnahme von 2014)

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, den in Großbritannien geborenen Michael Stanley Whittingham und den Japaner Akira Yoshino für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Die leichten, wiederaufladbaren und starken Batterien würden in zahlreichen Produkten wie Mobiltelefonen, Laptops und Elektrofahrzeugen eingesetzt. Sie hätten »unser Leben revolutioniert, seit sie 1991 erstmals auf den Markt kamen«, und seien »von größtem Nutzen für die Menschheit«, so die Jury. Die Batterien könnten große Mengen an Solar- und Windenergie speichern und so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich machen.

Whittingham hatte in den 70er Jahren den Anfang gemacht, als er mit neuartigen Kathoden aus einer Titanverbindung eine erste Lithiumbatterie entwickelte. Goodenough gelang es eine Dekade später, deren Spannung mittels anderer Kathoden und Kobaltoxid auf vier Volt zu erhöhen. Yoshino entwickelte den wiederaufladbaren Akku zur Marktreife weiter. Der 1922 geborene Goodenough ist der älteste Nobelpreisträger überhaupt. (dpa/AFP/jW)

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