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Sozialismus

Thomas Kuczynski fragt sich, woran »der Sozialismus in der DDR gescheitert« sei. Die Ursachen seien »prinzipiell dieselben wie in den anderen Ländern Osteuropas«, auch wenn die »subjektiven Fehlleistungen« in den einzelnen Ländern jeweils andere gewesen sein mögen. Das Problem sei »vor allem ökonomischer Natur«. Der Sozialismus des 20. Jahrhunderts sei vergleichbar mit dem Frühkapitalismus, der sich als »Sackgasse der Geschichte« erwiesen habe und im 16. Jahrhundert in Oberitalien und Süddeutschland »unterging«. Warum, so Kuczynski, sollte der Sozialismus sich ohne solche »Sackgassen und Niederlagen« entwickeln? Wolfgang Müller schreibt über die Demonstrationen in Hongkong und ihre Hintergründe. Hongkong sei »sozial krass gespalten«; ein Sozialsystem existiere nicht. Die soziale Basis der Proteste sei die bürgerliche Mittelklasse, deren Wohlstand seit zwei Jahrzehnten erodiere. Ihre Deklassierung führe sie allerdings nicht auf das Hongkonger System, sondern auf diejenigen zurück, die täglich aus China »mit U- und S-Bahn in die Stadt« kämen. Im Hintergrund stünden Angehörige der »ultrareichen Oberschicht« wie der antikommunistische Milliardär Jimmy Lai, in dessen Boulevardblättern schon lange Stimmung gegen China gemacht werde. Inzwischen sei auch nachgewiesen worden, dass konservative und liberale US-Thinktanks seit Jahren enge Kontakte mit der »antichinesischen Opposition in Hongkong pflegen«. (jW)

Sozialismus, Jg. 46/Nr. 10, 69 Seiten, sieben Euro, Bezug: Sost e. V. (Redaktion Sozialismus), St. Georgs Kirchhof 6, 20099 Hamburg, E-Mail: abo@sozialismus.de

SoZ

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Paul Michel schreibt über die Proteste gegen die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Die Autobosse stünden inzwischen so schlecht da, dass sie darauf verzichteten, den Demonstranten, die »praktisch den ganzen Sonntag« den IAA-Haupteingang blockierten, die Polizei auf den Hals zu hetzen. Angela Klein findet, dass bei »Fridays for Future« eine »Radikalisierung« in »vollem Gang« sei. Viele Jugendliche würden erkennen, dass sie selber handeln müssten. Wenn die »Gegenseite« sehe, dass die »Umarmungstaktik« nicht erfolgreich sei, müsse man mit einer Verstärkung der »Spaltungsmanöver« rechnen. Werner Rügemer schreibt über den »größten Raubzug in Friedenszeiten« – die Tätigkeit der Treuhand. (jW)

SoZ – Sozialistische Zeitung, Jg. 34/Nr. 10, 24 Seiten, 3,50 Euro, Bezug: Verein für solidarische Perspektiven e. V., Regentenstr. 57–59, 51063 Köln, E-Mail: ­redaktion@soz-verlag.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.10.2019, Seite 15, Politisches Buch

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