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Aus: Ausgabe vom 07.10.2019, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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In der Berliner Karl-Marx-Allee hat das Land Berlin Hunderte Wohnungen zurückgekauft. »Wohnen. Mieten. Abzocken«

Was Deutschland bewegt: Wohnen. Mieten. Abzocken

Das Thema ist noch lange nicht durch. Betongold ist das Öl des 21. Jahrhunderts, und die Kämpfe der Mietenden mit den Immobilienhaien und umgekehrt sind schwer. Diese kleine Doku von 45 Minuten Länge guckt mal kurz hin, bietet aber nicht viel mehr als Oberfläche: steigende Mieten in Stuttgart, Rentner, die ob horrend steigender Mieten nicht mehr wissen, wohin, die scheinbare Idylle des Wohnungsmarkts in Wien, die bei Lichte betrachtet auch keine ist. Aber, wie gesagt, das Thema brennt, und jedes noch so kleine Feuer ist ein wichtiges.

ARD, 20.15 Uhr

Die Story im Ersten: Bluthandel – Dollar gegen Gesundheit

Ja, ist denn schon Halloween? An der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze geht es nicht nur um den Drogenkrieg und die illegale Migration, sondern auch um, tja, Bluthandel. Internationale Pharmakonzerne betreiben ein reges Geschäft mit menschlichem Blutplasma von eigens angereisten Amerikanern aus den ärmeren Ländern in Süd- und Mittelamerika. Auch Deutschland profitiert. Und nein, hier geht es nicht um Doping (höchstens am Rande).

ARD, 22.45 Uhr

Coogans großer Bluff

Die Clint-Eastwood-Woche geht weiter: Um Mitternacht läuft im Spartensender HR dieser »letzte« aller Italowestern mit dem großen Clint. Er spielt unter der Regie von Don Siegel den Provinzhilfssheriff Walt Coogan, der vom Land in die große Stadt reist, um den flüchtigen Sträfling James Ringerman (Don Stroud) zu cashen. Im Laufe der Jagd legt sich der Revolverheld vom Land auch mit der städtischen Polizei an. Schön kalt und brutal, mit einer Moral zum Davonlaufen. So, wie man es von Clint Eastwood kennt. USA 1968.

HR, 0 Uhr

Lebenszeichen – Jüdischsein in Berlin

Schon der Titel ist, sagen wir einmal: unglücklich. Alexa Karolinski (»Oma & Bella«) hat sich auf den Weg gemacht, um den jüdischen Alltag in der Hauptstadt zu untersuchen. Zwei Generationen nach dem Holocaust hinterfragt Karolinski, wie persönliche Erinnerungen und kollektive Geschichte das Zusammenleben für Juden bestimmen. Es gibt jede Menge Talking Heads, sprechende Köpfe, die aus ihrem Familienleben erzählen, was intim und dringlich ist, mit dem aktiven jüdischen Leben der Gegenwart aber nicht soviel zu tun hat. Von Synagogen oder jüdischen Schulen in Berlin sieht man wenig. So wirkt die Aneinanderreihung von Impressionen trotz gefühlvoller Momente etwas willkürlich.

ZDF, 0.15 Uhr