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Aus: Ausgabe vom 04.10.2019, Seite 11 / Feuilleton
Ernährung

Also lieber doch

Fleisch essen ist nicht mehr gefährlich
Von Dusan Deak
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Da lacht der Fleischfresser

Fleisch essen ist gar nicht so gefährlich, wie man bis gestern gemeinhin dachte. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Team von Medizinern und Wissenschaftlern um Bradley Johnston von der Dalhousie-Universität in Halifax (Kanada). Nach ausführlichen Analysen einschlägiger Daten und Untersuchungen zum Thema Ernährung stellten die Wissenschaftler fest, dass Fleisch essen, speziell der Verzehr von rotem Fleisch, eigentlich doch irgendwie ganz gesund ist und auch politisch einigermaßen okay.

Am besten isst man das viele leckere Fleisch, in Deutschland sind’s rund 60 Kilogramm pro Kopf im Jahr, vermengt mit reichlich Eiern und Butter, dazu eine ausreichende Menge Flüssigkeit, etwa 20 bis 30 Liter Kaffee. Weniger ist nicht so gut. Denn zuwenig Kaffee könnte nach neuesten medizinischen Erkenntnissen dem Herzen schaden.

Bis vorgestern haben Wissenschaftler und Mediziner zwar genau das Gegenteil erzählt, aber was soll’s. Außerdem ist das ja auch ganz was anderes, und sämtliche Behauptungen hier sind sowieso völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Welchem Zusammenhang genau? Egal. Man darf jedenfalls nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen natürlich auch nicht. Andernfalls verliert man den großen Überblick.

Davon können insbesondere etliche Exveganer ein trauriges Lied singen. Denn viele Exvegetarier, vor allem Exveganer, organisieren sich ja mittlerweile in anonymen Selbsthilfegruppen und tauschen ihre vegan-vegetarischen Horrorerfahrungen und Erlebnisse aus, so ähnlich wie bei den Anonymen Alkoholikern. Bisweilen nehmen sie neue Identitäten an, befinden sich in Zeugenschutzprogrammen oder, ja auch das, in knallharten Umerziehungslagern. Manche sind in die unmittelbare Nähe von McDonald’s gezogen. Der Trend breitet sich weiter aus.

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