Schwarzer Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 7. / 8. Dezember 2019, Nr. 285
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 23.09.2019, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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Filzlaus (l.) und Sergio (r.) während der Dreharbeiten für »Draußen«

Lebenslinien: Ein Oberpfälzer auf der Oidn Wiesn

Er ist Kabarettist, homosexuell und CSU-Mitglied – wie ja etwa viele katholische Geistliche auch. Der Kleinkünstler und Moderator Jürgen Kirner wuchs in einer engen Welt in der Oberpfalz auf. Lange Zeit versteckte er seine Sexualität und vergrub sich zur Ablenkung in Arbeit. Seit den 1990er Jahren steht Kirner regelmäßig mit seiner Musikkabarettgruppe Couplet-AG auf der Bühne – nicht zuletzt in der Traditionsabteilung des Oktoberfestes.

BR, 22.00 Uhr

Messerland Deutschland?

Die Berliner Polizei sagt, Messer machten Mörder. Notärzte, Polizisten, Gewaltforscher und Lehrer sind sich sicher: In Deutschland gibt es eine gefährliche Bewaffnung mit Messern – vor allem unter jungen Männern. Und diese wirkt für sie nachweislich ansteckend. Aber Achtung: Wer sich bewaffnet, ist oft der Schwächere. Und diese Gesellschaft steht darauf, Menschen schwach zu machen. Die beste Verteidigung gegen ein Messer ist übrigens: weglaufen, schnell. D 2019.

Das Erste, 22.45 Uhr

Verbotene Liebe

Romeo und Julia auf dem Dorfe, schöner Film – und ein Dokument des Spätestrealsozialismus: Der 18jährige Georg und die 13jährige Barbara sind in einer ländlichen Gegend Ostdeutschlands als Nachbarskinder zweier miteinander verfeindeter Elternhäuser aufgewachsen. Schon sehr früh wird Barbara klar, dass sie Georg liebt. Wider besseres Wissen um die rechtlichen Bestimmungen erwidert Georg diese Liebe. Als die heimliche Beziehung entdeckt wird, erstatten Barbaras Eltern Strafanzeige. DDR 1989. Mit Peter Sodann, Karin Gregorek. Regie: Helmut Dziuba.

MDR, 23.05 Uhr

Draußen

Sie leben draußen: unter den Brücken, auf den Straßen. Auch in Köln. Sie stinken, sind schmutzig oder betrunken: Für die Mehrheitsgesellschaft sind sie »sozialer Müll«, der am besten weg gehört. Obdachlose sind überall, und doch sieht sie niemand. Die Filmemacherinnen Tama Tobias-Macht und Johanna Sunder-Plassmann wollen das ändern und zeigen ein anderes Bild der Obdachlosen. Viele von ihnen sind wahre Überlebenskünstler. Ihre wenigen Habseligkeiten stecken voller Erinnerungen. Sie alle haben viel erlebt, manches überlebt und dabei dennoch stets ihren Stolz und ihre Würde behalten. D 2018.

Arte, 23.25 Uhr

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