Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 15.08.2019, Seite 11 / Feuilleton
Deak

Abgewrackt

Von Dusan Deak
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Im Rahmen der verordneten Klimarettung plant Kriegsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Die Idee stammt offenbar von bewährten externen Unternehmensberatern der Bundeswehr aus Zeiten der Exministerin und jetzigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und ist einige hundert Millionen Euro wert. Aber warum gerade jetzt? Was hat AKK wirklich vor? Und wie hängt das mit dem umtriebigen Heiko Maas zusammen?

Dem Außenminister ist es gelungen, viermal binnen eines halben Jahres wichtige Termine dank Regierungsflugbereitschaft zu verpassen und statt in New York in Bielefeld und Castrop-Rauxel zu landen. Damit setzt er sich an die Spitze der häufigsten Fehlflieger der Flugbereitschaft und verweist Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier auf die Plätze zwei und drei.

Will Ministerin Kramp-Karrenbauer nun die Flugbereitschaftsflotte durch alte gebrauchte Ölheizungen der Bundesbürger ersetzen? Es ist keineswegs hundertprozentig sicher, dass abgewrackte Ölheizungen sicherer und schneller die USA anfliegen können, als die Flugbereitschaft mit ihren kaputten A321, geleast beim einem Premiumschrotthändler. Der aufmerksame Beobachter wird allmählich skeptisch.

Doch einen Versuch ist es allemal wert. In Nairobi statt in New York zu landen (und die Reise mit der Straßenbahn fortzusetzen), wird wohl auch mit einer alte Junkers- oder Vaillant-Heizung zu schaffen sein. Zumal die Passagiere beim Absturz einer alten vollbesetzten Ölheizung über dem Atlantik keine Schmerzen erleiden müssten. Das haben gerade die zynischen Experten der Lufthansa im Zusammenhang mit dem »kontrollierten« Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 einwandfrei und notariell beglaubigt nachgewiesen.

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