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Aus: Ausgabe vom 10.08.2019, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Gerechte Enteignung

Zu jW vom 27./28.7.: »Schiebt sie ab ...«

Es ist völlig unverständlich, dass es zu den Immobilien, Kunstgegenständen usw. des Deutschen Reiches und jetzt der BRD überhaupt Verhandlungen gibt – und dann noch mit Zivilpersonen und sogar noch geheim. Letztlich wurden alle Burgen und Schlösser und ihre Ausstattung niemals von den Fürsten, Grafen, Königen und dem alten Adel erarbeitet und bezahlt. Vielmehr stecken in allen diesen Gemäuern der Schweiß und das Blut der Leibeigenen, Sklaven, Frondienstler und insgesamt vor allem der Bauern, die dafür unmenschlich geschuftet und gelitten haben. Das bedeutet: Diesen sogenannten Hohenzollern gehört nicht ein einziger Stein! Nicht nur ist der Kaiser 1918 mit vollen Güterzügen geflüchtet und hat im Asyl, das ihm die Niederlande gewährten, über 20 Jahre in einem Schloss gelebt. Mehr noch hat sein Sohn, der bis 1945 im Schloss Cecilienhof in Potsdam kostenlos wohnte, ebenfalls dann 1945 die Flucht ergriffen und dabei nochmals Kunstgüter und andere Werte waggonweise nach Westdeutschland verschleppt. Wenn es etwas zu verhandeln gibt, dann Entschädigungsleistungen der Hohenzollern für den Ersten Weltkrieg (…). Die Maßnahmen zur vollständigen Enteignung dieser Sippschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR waren gerechtfertigt, und es wäre Betrug größten Ausmaßes, wenn Bürokraten mit selbstgezimmerten Paragraphen das ändern wollten.

Gerhard Ulbrich, per E-Mail

Reine Profitgier

Zu jW vom 3./4.8.: »No rain in Spain«

Warum werden Elefanten ausgerottet? Weil es Menschen gibt, die Elfenbein kaufen wollen? Falsch! Hinter der Ausrottung der Elefanten steckt reine Profitgier! Mit dem Tourismus ist es genauso. Natürlich haben Menschen das Bedürfnis, Urlaub zu machen. Dem gegenüber steht jedoch die Profitgier der Unternehmer. Und wie das so üblich ist, werden Profitgier samt Kapitalismus verleugnet, und das Bedürfnis, Urlaub zu machen, wird als Grund für die Umweltzerstörung angegeben. Es ist die Profitgier skrupelloser Unternehmer, die zum Massentourismus führt und damit die Umwelt unwiederbringlich zerstört!

Emil Schaarschmidt, Erfurt

Großer Frust

Zu jW vom 5.8.: »Jetzt also China«

Kann mir jemand erklären, worum es den Hongkonger Demonstranten geht? Um das längst beerdigte Auslieferungsgesetz gewiss nicht. Und warum sollen Straftäter, die Ziegelsteine auf Polizeibeamte werfen und Sachbeschädigung im großen Stil betreiben, straffrei ausgehen? Die Sehnsucht einiger, britische und US-amerikanische Fahnen hochhalten, um zu provozieren, ist einfach dumm. Nein, da bricht sich großer Frust Bahn. Die älteren machen nicht mit, viele von ihnen erinnern sich gewiss noch an 1967, als die britischen Kolonialherren den Aufstand der Hongkonger Arbeiter und Bürger blutig niederschlugen. Sehnsucht also nach einer neuen westlichen Kolonie? Denn es ist wohl klar, dass ein »unabhängiges« Hongkong zum Aufmarschgebiet gegen die VR China werden würde. »Das chinesische Volk und seine Regierung, egal ob Nationalisten oder Kommunisten, können niemals eine erzwungene Abmachung, welche die chinesische territoriale und administrative Integrität verletzt, akzeptieren.« Das sagte Chiang Kai-shek 1945, nachdem die Briten ihr Versprechen, Hongkong an China zurückzugeben, gebrochen hatten. Seit 1997 gehört Hongkong wieder zu China. Wer daran rüttelt, will Krieg mit China! US-Amerikaner und Europäer meinen häufig, dass wirtschaftliches Wachstum in anderen Ländern den eigenen Interessen schadet. In Ländern, die sich ihrer Hegemonie widersetzen, werden daher Konflikte provoziert. Obwohl die Wirtschaft in Hongkong auch nach 1997 florierte und die Einkommen im Durchschnitt so hoch sind wie in Westeuropa, wachsen dennoch soziale Spannungen, und die Aussichten der jungen Hongkonger sind nicht gerade rosig aufgrund hoher Lebenshaltungskosten, unsicherer Jobs usw. Die Verantwortung für diese Missstände lässt sich dabei nach bekanntem Muster auf die VR China schieben: Schuld an hohen Mieten sind nicht Vermieter, sondern Festlandschinesen, die ebenfalls auf den Wohnungsmarkt drängen etc. So lässt sich Hass auf Beijing schüren und auf die eigene Regierung. (…)

Josef Witte, Hefei/China (über die Kommentarfunktion für Onlineabonnenten)

Weltfriedenstag

Zu jW vom 6.8.: »Nie wieder!«

Seit 1966 gibt es in Deutschland den Weltfriedenstag, den wir am 1. September begehen. Sicherlich nicht der einzige Tag, an dem man an den Frieden denken sollte. Bei all den Krisenherden weltweit ist der Frieden auch hier in Deutschland schon lange nicht mehr selbstverständlich und sicher. Frieden ist das höchste Gut. Ohne diesen kann kein Mensch ein lebenswertes Leben erfahren, können keine Eltern Kinder beschützend und liebevoll aufziehen, keine Großeltern sich an Enkeln erfreuen, kann niemand Geschaffenes genießen. Welches unendliche Leid widerfährt Menschen, die solche unmenschlichen Überfälle aushalten müssen, nicht fliehen können. Wir haben das große Glück, seit 74 Jahren in Frieden zu leben. Doch es ist höchste Zeit für uns alle, sich darum zu kümmern, dass dieser Frieden erhalten bleibt und überall Frieden wird, denn nur mit diesem können wir unsere Welt bewahren. Unsere »Aufstehen«-Regionalgruppe Anhalt-Bitterfeld wartet nicht ab. Wir haben einen Brief an unsere Bundestagsabgeordneten Kees de Vries (CDU) und Jan Korte (Die Linke) verfasst und beiden am 6. August persönlich übergeben. In diesem Brief erinnern wir sie als gewählte Bürgervertreter an ihre Verantwortung und fordern sie auf, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen, statt immensen Summen für Aufrüstung zuzustimmen. Wir werden schon am Samstag, den 31. August, nach Leipzig fahren, um dort mit vielen Menschen ab 15 Uhr auf dem Augustusplatz ein Zeichen zu setzen für den Weltfrieden. Schließt Euch uns an! Viele Menschen können viel bewegen! Der Frieden kann nicht warten!

Sylvia Forstner und Kirsten Mölle, Sandersdorf-Brehna

Es ist höchste Zeit für uns alle, sich darum zu kümmern, dass der Frieden erhalten bleibt und überall Frieden wird, denn nur mit diesem können wir unsere Welt bewahren.