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Aus: Ausgabe vom 03.08.2019, Seite 15 / Geschichte

Anno … 32. Woche

1869, 7.–9. August: Auf dem Ersten Allgemeinen deutschen sozialdemokratischen Arbeiterkongress in Eisenach gründen August Bebel, Wilhelm Bracke, Wilhelm Liebknecht u. a. die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Die Organisation entsteht in Abgrenzung vom bürgerlichen Liberalismus und von der Linie Ferdinand Lassalles. Die SDAP erklärt sich zum deutschen Flügel der Internationalen Arbeiterassoziation, der Ersten Internationale.

1904, 11. August: In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) gehen die kaiserlichen Truppen mit äußerster Brutalität gegen die aufständischen Herero vor. Nachdem es bei der sogenannten Schlacht am Waterberg zunächst misslingt, die 60.000 Herero, unter ihnen Frauen und Kinder, einzukesseln, lässt Generalleutnant Lothar von Trotha diese in die angrenzende Omaheke-Wüste treiben. Die deutschen Soldaten riegeln das Gebiet ab und unterbinden jede Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln. Etwa 80 Prozent der Herero verdursten. Das Vorgehen von Trothas wird heute allgemein als Völkermord anerkannt. Eine finanzielle Entschädigung verweigert die deutsche Bundesregierung allerdings immer noch.

1914, 8. August: Die sozialdemokratische Fraktion in der russischen Reichsduma (Bolschewiki und Menschewiki) verweigert die von Zar Nikolaus II. geforderte Zustimmung zu Kriegskre­diten. Vier Tage zuvor haben die deutschen Sozialdemokraten im Reichstag den deutschen Kriegskrediten in Höhe von fünf Milliarden Mark zugestimmt.

1919, 11. August: Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) unterzeichnet die Weimarer Reichsverfassung. Sie ist ein Kompromiss zwischen sozialdemokratischen, bürgerlich-liberalen und konservativen Vorstellungen. Das Deutsche Reich wird offiziell zur Republik.

1964, 4./5. August: Unter dem Vorwand, dass am Vortag nordvietnamesische Schnellboote zwei US-Kriegsschiffe im Golf von Tonkin angegriffen hätten, beginnen die Vereinigten Staaten mit der Bombardierung nordvietnamesischer Stützpunkte. Auf der Grundlage der sogenannten Tonkin-Resolution weiten die USA das Bombardement rasch aus. 1971 wird durch die Veröffentlichung von Papieren des Pentagons bekannt, dass der Tonkin-Zwischenfall eine Erfindung des US-Verteidigungsministeriums gewesen ist.

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