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Aus: Ausgabe vom 08.07.2019, Seite 5 / Inland
Anschluss der DDR

»Sonderarbeitsmarkt Ost«

Beschäftigte arbeiten bis zu 61 Stunden mehr als Kollegen im Westen. Fast 5.000 Euro weniger Gehalt
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Demonstranten fordern die Angleichung der Arbeitsverhältnisse in Ost und West (Dresden, 5.3.2013)

Beschäftigte in Ostdeutschland arbeiten noch immer länger als im Westen – und verdienen weniger. Im vergangenen Jahr kamen Beschäftigte in den alten Bundesländern im Schnitt auf 1.295 Arbeitsstunden. Im Osten mit Berlin waren es 1.351 Stunden und damit 56 mehr. Wird Berlin zum Westen gezählt, sind es im Osten 61 Stunden mehr. Zugleich lagen die Jahresbruttolöhne je Beschäftigtem im Westen mit 36.088 Euro um knapp 4.900 Euro höher als in den neuen Ländern mit 31.242 Euro. Das ergeben Daten der Statistischen Ämter von Bund und Ländern, die die Linksfraktion im Bundestag ausgewertet hat. Die Abgeordnete Sabine Zimmermann sagte gegenüber dpa laut Meldung vom Sonntag, es sei inakzeptabel, dass die Bundesregierung sich offensichtlich mit einem »Sonderarbeitsmarkt Ost« abgefunden habe. Wichtig für eine weitere Angleichung sei die Stärkung der im Osten deutlich schwächeren Tarifbindung – besonders durch leichtere Regeln, Tarifverträge in einer Branche für allgemeinverbindlich zu erklären. (dpa/jW)

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