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Aus: Ausgabe vom 09.07.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Folter gegen Assange

Titel, Thesen, Temperamente | So., 0.00 Uhr, ARD
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Wir alle sind Assange: Unterstützer vor dem Londoner Gericht, wo die Anhörung zur geforderten Auslieferung an die USA stattfindet (14.6.)

Nahezu unbemerkt hat der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Nils Melzer, Ende Juni vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf seine Einschätzung zum Verfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange erneut abgegeben. Melzer hatte den 48jährigen bereits am 9. Mai im Gefängnis besucht und in einer am 31. Mai veröffentlichten Mitteilung gefordert, die »kollektive Verfolgung« umgehend zu beenden. Am 26. Juni, dem Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer, schlug Melzer gemeinsam mit Assanges Anwältin Jennifer Robinson und dem aktuellen Wikileaks-Chef Kristinn Hrafnsson erneut »Alarm«, wie es in dem »TTT«-Beitrag heißt. Assange weise »alle Symptome eines Folteropfers« auf, das sei »psychologische Folter«. Ein drohender »Schauprozess« löse »Angstzustände aus, die fundamental sind« und als Äquivalent zu Folter anerkannt seien. Medial wird dieser psychologische Krieg gegen Assange und die Wahrheit u. a. durch den Sender Fox geführt, bei dem geäußert wurde: »Knallen wir den Hurensohn illegal ab!« (si)

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