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Aus: Ausgabe vom 08.06.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Selbstgemachte Schokolade

Von Ina Bösecke

»Charlie und die Schokoladenfabrik« ist ein Kinderbuch von Roald Dahl aus dem Jahr 1964. Tim Burton hat es 2005 verfilmt (USA, UK, Australien). Es geht um einen circa elfjährigen Jungen (Freddie Highmoore), der in ärmsten Verhältnissen lebt. Nicht weit von dem klitzekleinen Häuschen, in dem Charlie, seine Eltern und seine vier Großeltern wohnen, gibt es eine riesige, weltberühmte Fabrik – die Schokoladenfabrik von Willy Wonka (Johnny Depp). Geheimnisvolle Dinge erzählt man sich darüber. Niemand betritt das Gebäude, um dort zu arbeiten. Nur die Schokoladen, eine köstlicher als die andere, verlassen, in Kisten verpackt, die Fabrik und werden in die ganze Welt transportiert. Eines Tages verkündet Wonka, dass er fünf goldene Eintrittskarten in den Schokoladentafeln versteckt hat. Wer sie findet, darf seine Fabrik besichtigen und wird bis an sein Lebensende mit Süßigkeiten versorgt.

Ausgerechnet vier schreckliche Kinder finden die Eintrittskarten. Sie sind entweder verfressen und schokoladensüchtig oder reich und verzogen. Die Horrorbrigade wird durch den armen, bescheidenen Charlie ergänzt, der glücklicherweise auch eine goldene Eintrittskarte in seiner Schokolade findet. Jedes Kind darf einen Erwachsenen mitnehmen, und die sind bis auf Charlies Großvater natürlich genauso schrecklich wie ihre Sprösslinge. Aber sie bekommen alle ihr Fett weg, auf makaberste Weise. Roald Dahl hatte offensichtlich schon viel Spaß beim Beschreiben der »Unfälle«, die die unerzogenen Kinder in der Fabrik erleben. Tim Burton lässt sich auch einiges einfallen, um die Strafen in Szene zu setzen. Ein Beispiel: Die verwöhnte Göre Veruca Salt kann beim Anblick Hunderter Eichhörnchen, die Nüsse nach ihrer Brauchbarkeit untersuchen (manche sind hohl), nicht widerstehen und will sofort ein Exemplar mit nach Hause nehmen. Wonkas Absage ignoriert sie einfach. Die Eichhörnchen stürzen sich auf sie, klopfen an ihrem Kopf und lassen sie in einem riesengroßen Müllschlucker verschwinden. »Mein Gott, auch sie ist eine hohle Nuss«, ruft Wonka und grinst sich eins.

Wonka ist die Hauptfigur des Films. Er hat definitiv einen Sprung in der Schüssel, mit Menschen kann er gar nicht umgehen. Im Fall von verzogenen Gören und unfähigen Eltern ist er aber genau der richtige Typ Mensch, den es hier braucht. Anbiederei, Geld und Einfluss verachtet er und zeigt es ganz offen. Zum Beispiel wirft er die Visitenkarte von Veruca Salts Vater, einem einflussreichen Herrn in der Nussbranche, nach Erhalt sofort hinter sich, statt sie einzustecken. Charlies Bescheidenheit und zarte Gestalt indessen rühren Wonka. Er reicht ihm einen Becher Schokolade zur Aufmunterung.

Schokolade kann man auch selber machen. Zum Beispiel so: 100 g Kakaobutter im Wasserbad schmelzen. Vom Herd nehmen, 100 g Mandelmus, 40 g Kakao (ungesüßt), 50 g Süße (jegliche Art von Zucker oder Sirup), eine Messerspitze Vanille, eine Prise Meersalz mit einem Schneebesen unterheben. Schokolade in eine beschichtete rechteckige Kuchenform geben, für 15 Minuten in die Gefriertruhe tun, für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen. Man kann die Schokolade noch aufpeppen, indem man vor der Kühlzeit 50 g Smarties, Bananenchips, Streusel, geröstete Haselnüsse oder ähnliches hinzugibt.