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Aus: Ausgabe vom 27.05.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Unter Philosophen

Interview | So., 7.50 Uhr, DLF
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Peter Sloterdijk (15.10.2012)

An vielem mangelt’s, doch mit Philosophen kann sich Deutschland totschmeißen. Jeder, der in der Lage ist, drei Fremdwörter aneinanderzureihen, kriegt das Etikett: Peter Sloterdijk, Marc Jongen und Julian Nida-Rümelin. Während die ersten in den Tiefen der deutschen Seele herumwühlen wie der Metzger in den Innereien, hat sich Nida-Rümelin auf die Kunst des Werbe-Haikus verlegt. Als er noch Staatssekretär für Kultur und Medien in Schröders Kanzleramt war, erfand er die »zwei i«: »innovativ« und »international«. So habe sie zu sein, die Kunst am Bau – dem Philosoph ist nix zu doof. Im Interview mit Deutschlandfunk erklärt der Mann des Geistes nun die Welt der Macht: Politiker würden »eine Art psychische Abhängigkeit« erleiden, sie seien süchtig nach Macht »wie Alkoholiker nach Alkohol«. Komisch, findet er, denn sie verdienten »nicht besonders viel Geld«. Zwar dürfte Reichtumsanhäufung Junkies aller Art nie gesteigert interessiert haben. Aber egal: Julian Nida-Rümelin redet, also ist er. (sc)

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