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Aus: Ausgabe vom 25.05.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Glasnudelsalat

Von Ina Bösecke

Der englischsprachige Trailer von »Toy Story 4« (USA 2019, Regie: Josh Cooley) ist vielversprechend. Der Film wird im Juni in den USA herauskommen, bei uns leider erst im August. Eigentlich schien am Ende von »Toy Story 3« alles zum Thema Spielzeuge gesagt zu sein. Der 17jährige Andy, der zum College geht, hat der dreijährigen Bonnie all seine Lieblingsspielfiguren übergeben, mit dem Auftrag, immer achtsam mit ihnen umzugehen. Das ist das Beste, was einem Spielzeug passieren kann. Andere werden, nachdem Kinder zu alt zum Spielen geworden sind, einfach weggeworfen oder irgendwohin gegeben, wo sich niemand für sie verantwortlich fühlt. Oder sie müssen den Rest ihres Lebens in einer Kiste auf dem Dachboden verbringen.

Dabei ist es die Bestimmung von Spielzeugen, dass Kinder mit ihnen spielen. Dafür würden sie alles tun. Das ist uns durch die »Toy Story«-Filme ans Herz gelegt worden. Im ersten Teil war noch ein Kampf entbrannt zwischen Cowboy Woody, bis dahin Andys Lieblingsspielzeug, und Space-Ranger Buzz Lightyear, das neue und also erst mal interessantere Spielzeug. Der endete Gott sei Dank in einer großen Freundschaft, dennoch musste Woody im zweiten Teil davon überzeugt werden, nicht in ein Spielzeugmuseum nach Japan auszuwandern. Im dritten Teil gerieten Woody, Buzz und Andys andere Spielzeuge durch ein Missverständnis in einen Kindergarten, in dem sie von groben Kleinkindern und einer fiesen Spielzeugmafia gequält werden, bis sie es doch noch schaffen, in die richtigen Kinderhände zu gelangen. »Dinge brauchen Liebe«, hat schon Funny van Dannen gesungen. Den Beweis liefern die computeranimierten Trickfilme der Pixar Animation Studios. In »Toy Story 4« werden wir nun die Identitätskrise einer Gabel miterleben, die das Mädchen Bonnie zu einem Spielzeug umfunktioniert hat.

Zu essen gibt es im Spielzeugland, was das Herz begehrt. Früher konnte man höchstens einen Sandkuchen backen, heute bereitet man alles zu, was der Kinderkaufladen hergibt. Zum Beispiel Glasnudelsalat: 100 g Glasnudeln in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken, ca. 10 Minuten einweichen. 180 g Tofu auf einem Sieb abtropfen lassen. Eine kleine Salatgurke, eine Zwiebel schälen, beides in Stifte oder Streifen schneiden. Für die Sauce eine getrocknete Chilischote im Mörser zerkleinern, je nach gewünschter Schärfe die Kerne entfernen. Mit drei EL Zitronensaft, drei EL Fischsauce, einem EL Zucker und zwei EL Wasser in einer Schüssel verrühren. Eine Pfanne erhitzen, einen EL Öl hineingeben. Tofu mit den Händen zerbröseln, in die Pfanne geben. Einen TL Sojasauce, einen TL Sake dazugeben. Tofu unter Rühren braten. Herausnehmen, abkühlen lassen. Eine Handvoll Sojasprossen in die gesäuberte Pfanne geben, eine Minute anbraten. 30 g Erdnüsse klein hacken, mit wenig Öl in die Pfanne geben, braun braten, herausnehmen. Glasnudeln in einen Topf mit kochendem Wasser geben, ca. eine Minute kochen. In ein Sieb abgießen, kalt abschrecken, abtropfen lassen. Einmal durchschneiden, in eine Salatschüssel geben. Gemüse, Sojasprossen, Tofu und Nüsse darüberstreuen, Sauce dazugeben, alles gut vermischen. Salat mit frischem Koriander garnieren.

»Dinge brauchen Liebe«, hat schon Funny van Dannen gesungen. Den Beweis liefern die computeranimierten Trick­filme der Pixar ­Animation Studios.

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