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Es ist vorbei

Von Marek Lantz
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»Man sollte nicht nur auf dieses letzte Spiel schauen« – Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz

Der eine empfand nach dem Saisonabschluss der fußballerischen Drittklassigkeit »vor allem Leere«, der nächste Übungsleiter besang überschwenglich »das größte Wunder der Dritten Liga«, während der dritte sich lediglich ein »Mission erfüllt« abringen konnte. Nur ein Absteiger war am letzten Ligaspieltag noch zu ermitteln gewesen. Am Ende war es Energie Cottbus. Die Lausitzern verpassten den Klassenerhalt mit einem 1:1 in Braunschweig um ein Tor.

Gewissermaßen aus der letzten Startreihe war der FC Carl Zeiss Jena ins Rennen gegangen, hatte den Ausgabe aber in der eigenen Hand. Ein Sieg gegen die Operettentruppe des TSV 1860 München musste her, und die Mannschaft von Wunderempfinder Lukas Kwasniok erfüllte diese Anforderung mühelos. 4:0 hieß es am Ende gegen wie erwartet desolat-lustlose Löwen. Schon nach 17 Minuten hatte der FCC durch Felix Brügmann und ein Löwen-Eigentor eine 2:0-Führung herausgeschossen, die Sicherheit gab. Maximilian Wolframs Doppelpack binnen 60 Sekunden machte dann nach der Halbzeit endgültig einen Haken an die Sache.

Markus Lang war der Missionserfüller im Drittliga-Schlussspurt. Vor zwei Wochen erst hatte der 43jährige als Interimscoach den schwäbischen Dorfverein SG Sonnenhof Großaspach übernommen und rettete diesen mit zwei Siegen. Am Sonnabend reichte ein 2:0-Erfolg bei der bereits als Absteiger feststehenden Kölner Fortuna.

Bleibt die Rolle des Leereempfinders, die, man ahnt es, der sonst nie um Worte verlegene Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz übernahm. Auch sein Team hatte den Ligaerhalt in der Hand, hätte aber dafür im Abstiegsendspiel beim punktgleichen Konkurrenten Eintracht Braunschweig gewinnen müssen. Nach dem 1:1, das durch zwei Elfmeter zustande kam, standen die Cottbuser als Absteiger fest. Mit ungewohnter Demut überraschte hinterher Wollitz, denn der Strafstoß gegen sein Team war mehr als diskutabel gewesen: »Wir hatten 38 Spieltage Zeit, um unsere Ziele zu erreichen. Deshalb sollte man nicht nur auf dieses letzte Spiel schauen und auch nicht auf unglückliche Schiedsrichterentscheidungen – es ist vorbei.«

In der Regionalliga wird Energie nun einen neuen Anlauf nehmen müssen. Als Aufsteiger aus dieser stehen der Chemnitzer FC, Waldhof Mannheim und Viktoria Köln fest. Hinzu kommt der Gewinner der Relegation zwischen den Reserveteams des FC Bayern und des VfL Wolfsburg. Von oben stoßen der MSV Duisburg, und, nach nur einjährigem Gastspiel in der Zweitklassigkeit, der 1. FC Magdeburg hinzu.

Die dritte Spielklasse wird in der kommenden Saison vom Verlierer des Relegationsduells zwischen dem FC Ingolstadt und dem SV Wehen-Wiesbaden komplettiert. Als Zweitligaaufsteiger standen bereits vor dem Finale der VfL Osnabrück und der Karlsruher SC fest.

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