Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Aus: Ausgabe vom 18.05.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Apfelkuchen mit Mandeln

Von Ina Bösecke

Eine Frau mit Kopftuch bringt den Mann zur Arbeit und die beiden Söhne zur Schule. Dann saugt sie das Wohnzimmer und brät ein Spiegelei für Schwiegervater Gottfried. Später hängt sie zirka hundert frisch gewaschene Strümpfe auf die Leine. Am Abend serviert sie einen Kartoffelauflauf für die Familie. Wir befinden uns in einem Schweizer Dorf im Jahre 1971.

Die Frau heißt Nora (Marie Leuenberger), und eigentlich liebt sie ihren Mann Hans (Maximilian Simonischek). Der liebt sie auch, aber er verbietet ihr zu arbeiten, weil es das Ehegesetz so will. Die Ungerechtigkeit stinkt zum Himmel, aber außer Nora scheint das niemanden zu stören. Nur Vroni, eine ältere Dame, deren Mann Hab und Gut versoffen hat, und ihre Schwägerin Graziella begleiten sie nach Zürich zur Demo für das Frauenwahlrecht. Das hat die Schweiz zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht eingeführt. Anschließend besuchen die drei Frauen einen Workshop zur sexuellen Befreiung. Dort erfährt Nora, dass sie einen Tiger zwischen den Beinen hat.

Mit diesem Wissen kann nichts mehr bleiben, wie es ist. Nora, Vroni und Graziella organisieren einen Frauenstreik in ihrem kleinen Dorf, und nun bekommen die Männer es mit der Angst zu tun. Wer soll künftig das Bier aus dem Kühlschrank holen? Wer wäscht die Socken? Noras Mann Hans bäckt als Vorreiter der Emanzipation einen Apfelkuchen – und er hat Spaß dabei. »Die göttliche Ordnung« (Schweiz 2017) von Petra Volpe zeigt Frauen, die sich verändern wollen, und Männer, die sich verändern müssen. Die stärkste Szene ist die letzte. Da steht der alte Patriarch Gottfried mit seinen Enkeln in der Küche und spült das Geschirr. Endlich noch etwas Gutes gemacht im Leben.

Apfelkuchen mit Mandeln: Eine Springform (26 Zentimeter Durchmesser) ausfetten. 130 g Puderzucker mit den Knet­haken des Handrührgeräts mit 125 g weicher Butter und einem Eigelb verrühren. 130 g gemahlene Mandeln und 130 g Weizenmehl unterkneten. Den Teig auf wenig Mehl vier Millimeter dünn ausrollen, in die Form geben und einen etwa vier Zentimeter hohen Rand mitformen. Den Teig in der Form etwa eine Stunde kalt stellen.

Den Backofen auf 175 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Ein Kilogramm Äpfel (zum Beispiel Boskop oder Topaz) schälen, vierteln, und die Kerngehäuse entfernen. Anschließend die Äpfel blättrig schneiden, d. h. in zwei Millimeter dünne Scheiben hobeln, und auf den gekühlten Mandelteig in die Springform geben, mit einem Löffel festdrücken, und das Ganze im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa 40 Minuten backen.

Gegen Ende der Backzeit 50 g Butter, 60 g Zucker, 50 g Sahne und einen TL Honig mischen und unter Rühren kochen, bis die Masse 105 Grad erreicht hat. Den Topf vom Herd nehmen, 100 g gehobelte Mandeln und eine Prise Zimt unterrühren. Die Röstmasse auf dem vorgebackenen Apfelkuchen verteilen, und diesen weitere 20 Minuten backen, bis die Mandelmasse eine goldbraune Farbe hat. Zum Servieren den Kuchen auskühlen lassen.

130 g Sahne schlagen. Auf jedes Kuchenstück mit einem Teelöffel einen Klecks Schlagsahne geben und mit etwas Zimt bestäuben.

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