Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Aus: Ausgabe vom 03.05.2019, Seite 2 / Ausland
Venezuela

Absage an Putschisten

Großdemonstration in Caracas. Präsident Maduro ruft zu Dialog auf
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Zahlreiche Venezolaner demonstrierten am 1. Mai in Caracas ihre anhaltende Unterstützung für die Bolivarische Revolution

Nach dem gescheiterten Putsch des selbsternannten »Übergangspräsidenten« Juan Guaidó vom Dienstag hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro das Militär auf bevorstehende Ereignisse eingeschworen. Am Donnerstag sagte er in der Festung Tiuna in Caracas vor Tausenden Soldaten: »Die Stunde des Kampfes ist gekommen. Wir müssen das heilige Feuer der militärischen Werte entfachen, um den Imperialismus, die Verräter und Putschisten zu besiegen.«

Zuvor hatte Maduro am 1. Mai vor einer riesigen Menschenmenge zu einer Diskussion über die bisherige Regierungspolitik aufgerufen. An diesem Wochenende werde es zahlreiche Zusammenkünfte geben, bei denen das Volk seine Kritik und Verbesserungsvorschläge einbringen könne. Unter anderem sollen ein Sonderparteitag der von ihm geführten Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) und eine Tagung des »Großen Patriotischen Pols« stattfinden, in dem die PSUV mit den verbündeten Parteien zusammenarbeitet.

Zehntausende waren am Mittwoch in einem Marsch zum Präsidentenpalast Miraflores gezogen. Sie demonstrierten damit einen Tag nach der gescheiterten Militärrevolte ihre Ablehnung von Putschversuchen und Gewalt.

Nahezu zeitgleich hatten sich im Osten der Hauptstadt Oppositionelle zu einer deutlich kleineren Demonstration versammelt, die von Guaidó im Vorfeld als die »größte in der Geschichte Venezuelas« angekündigt worden war. Der Putschist rief dabei zu Arbeitsniederlegungen »bis hin zum Generalstreik« auf. Ähnliche Appelle hatte es in den vergangenen Wochen von ihm mehrfach gegeben, sie waren praktisch immer mangels Beteiligung wirkungslos verpufft. Am Rande der Kundgebung kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen militanten Regierungsgegnern und Sicherheitskräften. Dabei soll nach Oppositionsangaben eine Frau getötet worden sein.

Auf internationaler Ebene warfen sich US-Außenminister Michael Pompeo und sein russischer Kollege Sergej Lawrow während eines Telefonats am Mittwoch gegenseitig unzulässige Einmischung vor. Pompeo hielt Moskau vor, Venezuela zu »destabilisieren«. Lawrow bescheinigte Washington »zerstörerische Einflussnahme« und den Bruch von internationalem Recht. (dpa/AFP/jW)

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