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Aus: Ausgabe vom 13.04.2019, Seite 1 / Ausland
Umsturz im Sudan

Protest auch gegen Putschisten

Demonstrationen im Sudan nach Sturz von Staatschef Al-Baschir fortgesetzt. Kritik an Militärjunta
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Auch am Freitag versammelten sich wieder Demonstranten vor dem Verteidigungsministerium in Khartum

Im Sudan haben Tausende Menschen in der Nacht zum Freitag der von den Militärs verhängten Ausgangssperre getrotzt und ihre Sitzstreiks vor Einrichtungen der Streitkräfte und der Regierung fortgesetzt. Wie der oppositionelle Sender Radio Dabanga berichtete, entschlossen sich die Demonstranten zur Fortsetzung ihrer Aktionen, nachdem der bisherige Verteidigungsminister und Vizepräsident, General Ahmed Awad ibn Auf, am Donnerstag den Sturz des bisherigen Staatschefs Omar Al-Baschir und die Machtübernahme durch das Militär verkündet hatte. Die Oppositionsbewegung, die das Regime seit drei Monaten mit immer neuen Demonstrationen herausgefordert hatte, verlangt die Einsetzung einer zivilen Übergangsregierung.

Das Bündnis »Sudan Call« sprach von einem Putsch der »Sudanesischen Islamischen Bewegung«, die das bisherige Regime lediglich reproduzieren wolle. Der Staatsstreich habe die politischen und ökonomischen Strukturen nicht angetastet, kritisierte ein Vertreter der Allianz, Jasir Arman, am Freitag gegenüber dem Onlineportal Sudan Tribune. Die Sudanesische Kommunistische Partei, die an den Protesten aktiv beteiligt ist, lehnte den Militärputsch ebenfalls ab. »Wir fordern diejenigen, die den Staatsstreich angeführt haben, auf, die Macht an die Kräfte der Freiheit und Veränderung zu übergeben«, hieß es in einer am Donnerstag abend veröffentlichten Stellungnahme des Politbüros. »Wir rufen das Volk auf, die Demonstrationen in allen sudanesischen Städten fortzusetzen, bis seine Forderungen erfüllt sind.«

Die neuen Machthaber wiesen die Kritik zurück. Man habe »überhaupt keine Ambitionen, an der Macht festzuhalten«, sagte der Chef des als Übergangsregierung eingesetzten Militärrates, Omar Sain Al-Abdin, am Freitag in Khartum. Das Militär werde lediglich für Sicherheit und Stabilität sorgen und so schnell wie möglich einer zivilen Regierung Platz machen, zitierte ihn die Deutsche Presseagentur. (jW)