Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Montag, 27. Mai 2019, Nr. 121
Die junge Welt wird von 2189 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 09.04.2019, Seite 12 / Thema
Erinnerungskultur

Wahrzeichen Ostberlins

Vor 33 Jahren wurde das Marx-Engels-Forum in der Hauptstadt der DDR eingeweiht – Geschichte und Verbleib eines einzigartigen Denkmalensembles
Von Rolf Hecker
13231266.jpg
Nach aktuellem Stand wird das Marx-Engels-Forum mit dem charakteristischen Denkmal der beiden historischen Führer der Arbeiterbewegung wieder an seinem alten Platz aufgestellt. Debatten über eine Bebaung der Fläche scheinen vorerst vom Tisch (Aufnahme vom 28.11.2008, im Hintergrund der Abriss des Treppenhauses des Palasts der Republik)

Anlässlich des 200. Geburtstag des Philosophen im vorigen Jahr wurde auch an die Aufenthalte von Karl Marx und dessen Freund Friedrich Engels in Berlin erinnert. Marx verbrachte knapp fünf Studienjahre an der Spree (1836–1841); Engels diente 1841/42 in Berlin als Einjährig-Freiwilliger bei der preußischen Garde-Artillerie-Brigade. Auch später kamen beide mehrmals in die Stadt: Marx im Frühjahr 1861 für mehrere Wochen als Gast von Ferdinand Lassalle, um über ein Zeitungsprojekt zu beraten (später noch einmal kurzzeitig 1876); Engels im September 1893, um in den Concordia-Sälen an einer SPD-Veranstaltung teilzunehmen.

Erinnerungsorte

Wie steht es mit der Erinnerungskultur in der Hauptstadt? Bis heute gibt es die Gedenkstätte auf der Halbinsel Stralau (seit 1964, gestaltet von Hans Knies), wo Marx den Sommer 1837 verbrachte. Das einzig authentische Gebäude, in dem Marx während seiner Studienzeit von Oktober 1838 bis Ostern 1839 die Wohnung »trocken« wohnte, u. a. mit seinem künftigen Schwager Edgar von Westphalen, befindet sich in der Luisenstraße 60 (bis 1991 Hermann-Matern-Straße, heute Archiv der Akademie der Künste). Allerdings ist die Gedenktafel an diesem Haus seit 1989 verschwunden; eine private Initiative, dort eine »Berliner Gedenktafel« anzubringen, wurde von der zuständigen Historischen Kommission zu Berlin, die die Senatsverwaltung für Kultur berät, im vergangenen Jahr abgelehnt. Die Humboldt-Universität erinnert im Foyer ihres Hauptgebäudes Unter den Linden mit der elften »Feuerbachthese« an ihren berühmten Studenten.

Für Engels gibt es einzig in der Andreasstraße 64 eine Tafel, dort wo sich die ehemaligen Concordia-Festsäle befanden, in denen er am 22. September 1893 von 400 Genossen gefeiert wurde. Die vormalige Gedenktafel für ihn an der Ecke Friedrichstraße/Dorotheenstraße, wo er 1841/42 wohnte, fiel der Errichtung des Dussmann-Kaufhauses zum Opfer.

Natürlich wissen die Berlinerinnen und Berliner, dass in dieser Stadt zwei große und belebte Straßenzüge an Marx erinnern: die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain und die Karl-Marx-Straße in Neukölln; und an Engels die nach ihm benannte Straße in Pankow. Am Strausberger Platz steht zudem eine Karl-Marx-Büste, die 1983 aufgestellt wurde. Es handelt sich dabei um den Abguss einer Skulptur von Will Lammert, die der Bildhauer bereits 1953 entworfen hatte. Zu erwähnen sind auch die Karl-Marx-Schule in Neukölln (seit 1929/30) und das Friedrich-Engels-Gymnasium in Reinickendorf (seit 1945).

Der sicherlich bekannteste Gedenkort ist aber das vor 33 Jahren eingeweihte Marx-Engels-Forum im ehemaligen Heilig-Geist-Viertel im heutigen Stadtteil Mitte. Im Jahr 2010 wurde für den Bau der Verlängerung der U-Bahnlinie 5 Platz benötigt, es wurden Dutzende Bäume gefällt, und die Denkmalsanlage kam – auf Betreiben der Linkspartei – auf eine Fläche an der Karl-Liebknecht-Straße nahe der Liebknechtbrücke, jedoch gedreht mit Blick Richtung Westen. In den letzten Jahren wurde die Debatte über die stadtplanerische Gestaltung dieses Ortes wiederbelebt. Dabei können zwei generelle Richtungen ausgemacht werden: zum einen wird eine Bebauung der Fläche gefordert, zum anderen soll es weiterhin eine Grünanlage geben. Diejenigen, die eine Bebauung fordern, zerfallen wiederum in verschiedene Lager: moderne Wohngebäude, historische Stadtviertelrekonstruktion, Errichtung der Zentral- und Landesbibliothek, mit und ohne Marx-Engels-Ensemble.

Im Sommer 2016 wurden im Berliner Abgeordnetenhaus »Bürgerleitlinien« für die Mitte zwischen Alexanderplatz und Spree beschlossen. Mehrheitlich sprach man sich für die »grüne Oase« des Marx-Engels-Forums aus. 2018 hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Rahmen des Peter-Joseph-Lenné-Preises eine Ausschreibung für ein Freiraumkonzept für das Marx-Engels-Forum vorgenommen, deren Ergebnisse seit Mitte vorigen Jahres vorliegen. Der Siegerentwurf von Laura Thiele, Matteo Basta, Edoardo Albano und Marco Smerghetto (alle Berlin) überzeugte die Jury durch seinen »subtilen, respektvollen Ansatz«. Form und Struktur des Marx-Engels-Forums sollen demnach weitgehend erhalten bleiben.

Ein Rückblick

Die Geschichte des Marx-Engels-Forums führt zurück bis in die frühen 1950er Jahre und steht in Verbindung mit städtebaulichen Vorstellungen über die neue Mitte Ostberlins als Hauptstadt der DDR und als sozialistische Großstadt. Am 30. Dezember 1950 beriet das Politbüro des Zen­tralkomitees der SED über die Aufstellung eines Marx-Engels-Denkmals und die Gründung eines entsprechenden Komitees. Anfang 1951 wurde das Denkmal wie folgt beschrieben: »Bronzedenkmal auf einem Sockel, Marx und Engels nebeneinander, so dass sie die Hände auf das »Kommunistische Manifest« legen. Es sollte eine internationale Ausschreibung erfolgen, und Kurt Liebknecht (1905–1994, ein Neffe von Karl Liebknecht), Architekt und Präsident der Deutschen Bauakademie, wurde beauftragt, eine entsprechende Konzeption auszuarbeiten. Die Bildhauer Gustav Seitz, Fritz Cremer und Walter Howard erhielten den Auftrag, entsprechende Studien vorzubereiten; ihnen wurde empfohlen, sich an dem Goethe-und-Schiller-Denkmal in Weimar zu orientieren.

Letztlich wurde der Entwurf von Howard ausgeführt und das Denkmal auf Beschluss des Politbüros vom Januar 1957 noch im selben Jahr aufgestellt, allerdings nicht in Berlin, sondern in Karl-Marx-Stadt im dortigen Schillerpark. Der Sekretär der Kommission, Kurt Liebknecht erinnerte sich an die Einberufung des Komitees unter Vorsitz von Wilhelm Pieck. Das Ergebnis sei ernüchternd gewesen: »Es stellte sich aber dann doch heraus, dass unsere bildenden Künstler und unsere Architekten einer solchen Aufgabe noch nicht gewachsen waren.«

Fast zwei Jahrzehnte später sollte ein Marx-Engels-Forum in der Mitte von Berlin geschaffen werden. Es ging um ein Ensemble, bestehend aus einer Marx-Engels-Skulptur von Ludwig Engelhardt, einem Bronzerelief von Margret Middell, einem Marmorrelief von Werner Stötzer und Edelstahlstehlen mit insgesamt 144 Fotos aus der Geschichte der Arbeiterbewegung, gestaltet von Norbert Blum, Arno Fischer, Jürgen Frenkel, Hans Gutheil, Günther Köhler und Peter Voigt. Beteiligt waren die Architekten Peter Flierl und Solweig Steller-Wendland sowie der Kunstwissenschaftler und Koordinator Friedrich Nostitz. Das Denkmalensemble entstand als eine Auftragsarbeit des Ministeriums für Kultur der DDR.

Allerdings wurde der allgemeine Beschluss über die Errichtung des Marx-Engels-Denkmals durch das Politbüro des ZK der SED im Zusammenhang mit der Bestätigung einer Grundsatzstudie für den Palast der Republik im Mai 1973 gefasst. Zunächst war Fritz Cremer (1906–1993, ab 1974 Vizepräsident der Akademie der Künste) beauftragt, eine Grundkonzeption der bildkünstlerischen Gestaltung des Marx-Engels-Platzes als Gesprächsgrundlage auszuarbeiten. Er dachte dabei an eine »Verlebendigung und Vermenschlichung« des Platzes, nicht an eine »formalistische Repräsentation«. Die Skizze, die Cremer vorlegte, sah zwei Funktionsebenen vor: erstens ein »Gliederungsschema für ein Stoffvolumen (Geschichte)« und zweitens, ein »räumliches Ordnungsschema für eine architektonisch-bildhauerische Anlage«. Als gestalterische Mittel sollten »räumlich voneinander getrennte Elemente« dienen, »zweiseitig erlebbare Reliefträger im weitesten Sinne«, die so angeordnet werden, dass sie »zwei Seiten eines historischen Vorganges, bzw. einer gesellschaftlichen Situation zum Ausdruck bringen«. Zu dem Künstlerkollektiv gehörten Ludwig Engelhardt (1924–2001) und Jo (Joachim) Jastram (1928–2011), der ein Marx-Relief schuf, das 1984 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba als Geschenk der DDR eingeweiht wurde. Dann übernahm jedoch Engelhardt den Auftrag, die Marx-Engels-Skulptur zu schaffen, und ihm wurde auch die Leitung der Künstlergruppe übertragen.

Konkretere Vorstellungen über Vorbereitung und Gestaltung des Marx-Engels-Denkmals wurden vom Politbüro am 28. Juni 1977 beschlossen; als Standort war der Marx-Engels-Platz auf der Höhe der sogenannten Schlossfreiheit (ehemals »Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal«) vorgesehen, also ein zentraler Platz zwischen dem Palast der Republik dem Staatsratsgebäude und dem Gebäude des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten.

Ort und Name

Um den Jahreswechsel 1982/83 fiel allerdings eine neue Entscheidung über den Standort. Die wirtschaftlichen Interessen setzten sich durch: Einerseits sollte der Parkplatz vor dem Palast der Republik nicht aufgegeben werden, andererseits schienen die Kosten für die Denkmalsanlage einschließlich Ufersanierung zu hoch. Engelhardt protestierte mehrfach gegenüber dem zuständigen ZK-Mitglied Kurt Hager, aber letztlich musste das Zugeständnis gemacht werden und die Anlage auf die andere Seite vom Palast der Republik in den Park an der Spree verlegt werden. Gegenüber Erich Honecker meinte Hager im Januar 1983, dass Engelhardt recht habe, da der ursprüngliche Standort der »politisch richtigste« sei, jedoch die bautechnischen Einwände und die Parkplatzfrage dem entgegen stünden. Deshalb hätten die Künstler, »schweren Herzens« zugestimmt. Und Hager schrieb weiter: »Ich sehe auch eine Lösung darin, dass bei der Wahl dieses Standortes diese Anlage künftig als ›Marx-Engels-Forum‹ bezeichnet wird.« Erich Honecker zeichnete das Schreiben am Rand mit »richtig« ab. Damit war der Name der neuen Anlage abgesegnet.

Das Marx-Engels-Forum wurde am 4. April 1986, am Vorabend des XI. Parteitags der SED – es sollte der letzte werden – eingeweiht. Anwesend war die geschlossene Partei- und Staatsführung der DDR. Ludwig Engelhardt erklärte das Ensemble, Honecker hielt vor den laut Neuem Deutschland 50.000 anwesenden Berlinerinnen und Berlinern, die von ihren Betrieben und Einrichtungen delegiert worden waren, sowie Arbeiterinnen und Arbeitern der beteiligten Betriebe und Institutionen, zum Beispiel der Kunstgießerei Lauchhammer, eine etwa 20minütige Rede. Sie stand unter der Überschrift: »Ideen von Marx und Engels haben in der DDR für immer ihre Heimstatt gefunden«.

Am Marx-Engels-Forum wurde insgeamt rund 13 Jahre gearbeitet. Dabei drangen nur wenige Details an die Öffentlichkeit. Ursprünglich hatte es schon viel früher eingeweiht werden sollen, spätestens jedoch anlässlich des 100. Todestages von Marx 1983, in der DDR als Karl-Marx-Jahr begangen. Aber die Arbeiten Engelhardts verzögerten sich. So wurde der Beschluss gefasst, die Konzeption und die Modelle bis auf weiteres in einer Ausstellung der Akademie der Künste der DDR im Neuen Marstall zu zeigen.

Selbstverständlich erwarteten ZK und Kulturministerium von der Ausstellung Zustimmung der Besucherinnen und Besucher. Täglich kamen Hunderte Menschen. Das Gästebuch zeigte ein unerwartetes Bild. In einem internen ZK-Bericht hieß es: »Das Modell des abgeschlossenen Stadtzentrums der Hauptstadt mit dem ›Marx-Engels-Forum‹ wird sehr interessiert aufgenommen. Die Gesamtkonzeption wird als beeindruckend und künstlerisch gelungen bezeichnet. Gleichzeitig brachten Besucher zum Ausdruck, dass ihnen die künstlerische Gestaltung der Figuren von Marx und Engels nicht gefallen. Sie würden dem Betrachter zu wenig Dynamik und Ausstrahlung dieser großen Persönlichkeiten vermitteln.«

Konzeption

Zurück zur Geschichte. Am 20. September 1974 hatte Engelhardt einen »Erläuterungsbericht zum Marx-Engels-Denkmal« vorgelegt. Danach sollte sich die Anlage des Denkmals in vier Komplexe gliedern: a) die Geschichte der Menschheit bis zum Entstehen der revolutionären Klasse des Proletariats; b) Marx und Engels, die Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus; c) die Verwirklichung der historischen Mission der Arbeiterklasse, die Weltepoche des Übergangs zum Kommunismus; d) das Ziel der proletarischen Revolution, die Würde und Schönheit des befreiten Menschen. Entsprechend dieser Konzeption wurden die künstlerischen Arbeiten verstanden: das Marmorrelief von Stötzer; die Marx-Engels-Gruppe von Engelhardt; die Edelstahlstelen und die Bronzereliefs von Middell.

Engelhardt ging von einer kubistischen Gestaltungsform aus. Das Denkmalensemble sollte sich räumlich in die drei es umgebenden Gebäude, den Palast der Republik, das Staatsratsgebäude und das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, einpassen. Auch der Quarter, auf dem Marx sitzt bzw. vor dem Engels steht, erklärt sich vor diesem Hintergrund.

Marx sollte eine inhaltliche Funktion zukommen, nämlich die des Gestaltenden, während Engels als Berater neben ihm steht. Engelhardt hat sehr lange an der Position und der Proportion, also den Größenverhältnissen zwischen ihnen gearbeitet (so wuchs Engels von einer geplanten Gesamthöhe von 2,60 Meter auf schließlich 3,85 Meter). Auch die Modellierung der Gesichtsausdrücke war ihm wichtig.

Hier sei daran erinnert, dass lediglich 15 Fotos, auf denen Marx abgebildet ist, überliefert sind. Man kennt die berühmten Fotos, Marx 1861, 1867, 1875 und zuletzt 1882. Auch von Engels sind nur 23 Fotos bekannt. Marx wurde zumeist sitzend abgelichtet, Engels häufig stehend. Das scheint den Künstler angeregt zu haben. Die Betrachter der 1983 ausgestellten Modelle hatten möglicherweise bestimmte, häufig reproduzierte Zeichnungen von Nikolai Nikolajewitsch Schukow von 1953 im Hinterkopf und erwarteten eine solche figürliche Darstellung, in der sich Marx und Engels im Gespräch befinden.

Auch für die geplanten Stelen entstanden noch Anfang 1975 Vorschläge, die in einem Papier von Friedrich Nostitz zusammengefasst wurden, wobei erstmals von vier Doppelstelen ausgegangen wurde, die vier Komplexe behandeln sollten: Staat, Masse, Klasse und Partei. Am 25. März 1976 erfolgte eine Beratung im Atelier von Nostitz mit Peter Voigt und dem Fotografen Arno Fischer, wobei diese eine in Originalgröße auf Zinkblech gestaltete Stele vorzeigten, die dem Thema Arbeiterklasse gewidmet war. Dabei wurden weitere Empfehlungen bezüglich der Darstellung von Arbeitern in der Großproduktion und in der Landwirtschaft diskutiert, außerdem sollte der internationale Aspekt deutlicher gemacht werden.

Seit 1975 wurden im In- und Ausland Hunderte Fotos gesichtet, gesammelt und ausgewählt. Erst auf der Sitzung des Sekretariats des ZK am 18. Mai 1983 wurde die Auswahl der Fotos für die Stelen schließlich bestätigt. Laut der von Kurt Hager eingebrachten Beschlussvorlage hatten die vier Stelen folgende Hauptgesichtspunkte zum Inhalt: 1. der Sieg des Sozialismus, die befreite Arbeit; 2. die Rolle der Partei, die internationale Arbeiterbewegung vom Wirken von Marx und Engels bis zur Gegenwart; 3. der Kampf der Arbeiterklasse in den zurückliegenden 145 Jahren; 4. die Lage der Arbeiterklasse.

Unter den Fotos befanden sich seinerzeit viele bekannte aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, u. a. mit August Bebel, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann, bis zum Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED – aber eben auch eines, das Erich Honecker zeigt, sowie Fotos aus der Geschichte des Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion, u. a. mit Lenin, und von Großbaustellen; von den nationalen Befreiungskämpfen in der sogenannten Dritten Welt, u. a. aus Vietnam und von Fidel Castro, und von Demonstrationen gegen die kapitalistische Ausbeutung in aller Welt. Da die Fotos ohne Untertitel abgebildet wurden, fällt es heutigen BesucherInnen schwer, sie historisch einzuordnen.

Es wäre zu wünschen, dass bei der Neuaufstellung des Marx-Engels-Forums der einzigartige Charakter als Ensemble weitgehend wiederhergestellt wird und eine Informationstafel die Entstehungsgeschichte sowie die einzelnen Elemente beschreibt. Kürzlich erschien eine Publikation mit allen Fotos der Stelen, leider ohne Beschriftung. Künftig sollte den Fotos jedoch mehr Beachtung geschenkt werden, denn sie sind historische Zeitdokumente des 20. Jahrhunderts und damit Bestandteil der Gesamtkonzeption.

Literatur

– Erik Göngrich: Marx-Engels-Forum – Ja!, in: Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt, Nr. 3, Berlin 2017, http://www.berlinerhefte.de

– Heinz Peter Knes (Hg.): Der weltrevolutionäre Prozess seit Karl Marx und Friedrich bis in die Gegenwart. Berlin 2018

Lenné-Wettbewerb: https://kurzelinks.de/Lenne-Wettbewerb

Rolf Hecker ist Ökonom und Mitherausgeber der Marx-Engels-Werke (MEW) sowie der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA).

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

Ähnliche:

Regio: