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Aus: Ausgabe vom 01.04.2019, Seite 2 / Ausland
Venezuela

Verteidigung der Freiheit

Landesweit Demonstrationen in Venezuela. Einigung mit Rotem Kreuz
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Hinter Maduro: Demonstration am Sonnabend in Caracas

Am vergangenen Sonnabend sind in Venezuela erneut Unterstützer der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und Anhänger der Opposition auf die Straßen gegangen. Entsprechend dem Aufruf »Volksfront zur Verteidigung der Freiheit« versammelten sich Venezolaner in Caracas und anderen großen Städten, um gegen US-Angriffe auf die Regierung und auf die Infrastruktur zu protestieren. An vier Plätzen der Hauptstadt gab es Demonstrationen, unter anderem auch in San Bernadino, um gegenüber den Arbeitern des staatlichen Elektrizitätswerks Corpoelec Solidarität zu zeigen.

»Die Menschen versammeln sich heute landesweit ..., um ›nein‹ zu imperialistischem Terrorismus zu sagen und den Frieden in unserem geliebten Venezuela zu verteidigen«, hatte Maduro im Vorfeld auf Twitter geschrieben. Demonstranten gingen auch zum Sitz des Ministeriums für öffentliche Angelegenheiten und forderten eine umgehende Untersuchung der Angriffe auf das Stromnetz. Dario Vivas, hoher Funktionär der Regierungspartei PSUV, überreichte offiziell eine entsprechende Petition an Vertreter dieses Ressorts.

Währenddessen zogen Anhänger von Juan Guaidó, der sich am 23. Januar selbst zum »Übergangspräsidenten« ausgerufen hatte, in der Oppositionellen-Hochburg Los Teques im Norden des Landes und in zwei Bezirken von Caracas auf die Straßen.

Ebenfalls am Sonnabend wurde die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Roten Kreuz bestätigt. Diosdado Cabello, Präsident der Nationalen Verfassunggebenden Versammlung, sagte bei einer Demonstration in Caracas, dass dem zugestimmt worden sei, »weil wir Frieden in diesem Land wollen«. Noch im Februar hatte sich das Rote Kreuz an den »Hilfslieferungen«, die aus Kolumbien über die Grenze nach Venezuela gebracht werden sollten, nicht beteiligt, um einer politischen Instrumentalisierung zu entgehen.

Die Organisation will in etwa zwei Wochen erste Hilfsgüter ins Land bringen und damit nach eigenen Angaben mindestens 650.000 Menschen unterstützen. Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, betonte jedoch in Caracas, dass »unsere Regeln wie die Ablehnung von Militärinterventionen« respektiert werden müssten. (Xinhua/dpa/jW)

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