Gegründet 1947 Mittwoch, 24. April 2019, Nr. 95
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Aus: Ausgabe vom 25.03.2019, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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Anitkorruptionskämpfer Oleg Michailik: »Odessa im Griff der Mafia«

Re: Odessa im Griff der Mafia

Bürgerrechtler gegen die Korruption

Die Clans sind in aller TV-Runde, wenn wir mal ein wenig kalauern dürfen. Und zweifellos ist und war organisierte Kriminalität immer auch eine strategische Antwort bestimmter gesellschaftlicher Gruppen auf die Desorganisation von Staatsmacht – siehe Sowjetunion oder, klassisch, im 19. Jahrhundert, das Königreich Neapel, die Heimat der Ur­mafias. Die US-Publizistin Masha Gessen, aktuelle Leipziger Buchpreisträgerin, spricht vom heutigen Russland als einer »fleischfressenden Maschine«, einem postkommunistischen Mafiastaat – und die Doku hier schaut sich den Nachbarstaat Ukraine an. Machen wir als Linke, bei allen kontroversen Diskussionen, nicht den Fehler, die Mafien kleinzureden. In Italien und anderswo haben zu viele gute Leute ihre Leben gelassen, um deren Arroganz der Macht zu bekämpfen.

Arte, 19.40

Gegen die Angst

Und nun von der Pflicht zur Kunst: Eine engagierte Staatsanwältin (Nadja Uhl) kämpft in Berlin gegen die organisierte Kriminalität: einen arabischen Clan. Doch diesmal ist ihr Vorgehen auch persönlich motiviert. D 2019. Regie: Andreas Herzog. Anschließend die inzwischen unvermeidliche Doku.

ZDF, 20.15

Die Story im Ersten: Tote auf der Balkanroute

Vermisst – verscharrt – verdrängt

2015 überrollt ein Zug in Mazedonien 14 Flüchtlinge. In Westeuropa ist dieses Unglück nicht einmal eine Randnotiz. Recherchen vor Ort zeigen: Die Ermittlungen wurden schnell eingestellt, nicht alle Augenzeugen befragt. Wie der 19jährige Afghane Mahdi Mohebi aus Bremen. Er hat das Unglück überlebt, von seinem Bruder jedoch fehlt jede Spur. Statt aufzuklären, schob die mazedonische Polizei Mohebi sofort zurück nach Griechenland: ein klarer Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Informationen und Hinweise zur Identifizierung der unbekannten Toten werden von den mazedonischen Behörden bis heute zurückgehalten. Europäische Werte eben.

Das Erste, 22.45

Die Farben unserer Herkunft

Die Autorin und Regisseurin Clai re Doutriaux war 2017 ein Schuljahr lang Journalistin in Residence an einer Sekundarschule im französischen Saint-Denis, um Schüler einer 8. Klasse zu begleiten, in der fast alle einen Migrationshintergrund haben. Dou­triaux bat die Schüler, sich einen Gegenstand auszusuchen, der ihnen besonders gut gefällt. Die Ergebnisse stellen die Schüler vor der Kamera vor.

Arte, 23.45

Regio: