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Aus: Ausgabe vom 20.03.2019, Seite 16 / Sport

Duschen mit Toni

Von André Dahlmeyer
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Und Toni macht ein langes Gesicht – nach dem 3:2-WM-Siegtreffer Mexikos durch Jorge Burruchaga

Einen wunderschönen guten Morgen! Am 24. Spieltag der spanischen Frauenfußballiga trafen im Stadion Wanda Metropolitano Gastgeber Atlético Madrid und der FC Barcelona aufeinander, die Tabellenanführerinnen gegen ihre direkten Verfolgerinnen. 60.739 Zuschauerinnen wollten das Match sehen. Für den spanischen Frauenfußball Besucherrekord und 12.000 Zuguckerinnen mehr als bei der letzten Rekordmarke im San Mamés in Bilbao vom Januar. Auch der Europarekord bei Spielen zwischen weiblichen Klubs wurde eingestellt. Den hielt bislang das Champions-League-Finale 2012 zwischen Olympique Lyon und Eintracht Frankfurt mit 50.212 Fanatikerinnen.

Das Wanda Metropolitano wird Freitag auch Schauplatz des Comebacks von Lionel Messi und Ángel Di María in der argentinischen »Albiceleste« sein – gegen Venezuela. Die Truppe von Lionel Scaloni tritt kommenden Dienstag, während des FIFA-Doppelspieltags, in Marokko an. Es sind die letzten beiden Testspiele Argentiniens vor der Copa América, die Mitte Juni in Brasilien beginnt. Am Montag trat unterdessen Jórge Burruchaga von seinem Managerposten in der silberländischen Selección zurück. Bereits während der Russland-WM gab es Gerüchte, denen zufolge die argentinischen Auswahlkicker bereits probiert hatten, »Burru« (den Esel) rauszuschmeißen. Weshalb auch immer. Burruchaga erzielte 1986 im Aztekenstadion von México-Stadt im WM-Finale gegen Deutschland Minuten vor Schluss das entscheidende Tor gegen Alemannien und gilt seither als der »Henker von Deutschland«. Später soll er im französischen Fußball in einen Bestechungsskandal verwickelt gewesen sein, Näheres wurde aber nicht bekannt. Sicher ist allerdings, dass Burru nie zusammen mit Toni Schumacher in eine Sauna gehen würde.

Auch in Argentinien wurde gegen den Ball getreten. Die Argentinos Juniors gewannen am drittletzten Spieltag der Primera División, auch Superliga (SAF) genannt, in der Andenprovinz San Juan bei San Martín mit 3:2 und sicherten sich frühzeitig den Klassenerhalt. Glaubt man einigen mitgereisten Fans des »Bicho«, die sich im Stadion als »Neutrale« getarnt hatten, war das wie ein »frühzeitiger Samenabfluss«. Fußball, vor allem der argentinische, ist in erster Linie Folklore, man kann also auch nicht immer alles verstehen.

Defensa y Justicia, das beste Team der letzten fünf Jahre aus Varela, verlor in der Hauptstadt der Provinz Entre Rios, Paraná, mit 0:2 bei Patronato. Der Bürgermeister von Paraná, soweit ich weiß ein Oficialista, also Teil der Regierungspartei von Staatspräsident Mauricio Macri, wurde kürzlich wegen Drogenhandels angeklagt. Jetzt flog auch noch auf, dass er sich den staatlichen Steuerzahlerstrom zugeleitet hatte. Am saubersten ist in Paraná wohl immer noch der Klub Patronato. Der befindet sich zwei Spieltage vor Saisonschluss wunderlicherweise als letzter geretteter Klub auf einem Nichtabstiegsrang. Doch dahinter lauern punktgleich Belgrano de Córdoba (0:1 bei Racing), San Martín de San Juan und Tigre (3:1 bei Talleres in Córdoba). Ein paar Sorgen muss sich auch noch Gimnasia y Esgrima de La Plata machen. Dafür hat sich – neben Racing und Defensa y Justicia – Boca Juniors für die Copa Libertadores 2020 qualifiziert. Das vierte Team dürfte das von River Plate sein, das Independiente mit einem 3:0 in die Steinzeit zurückschoss. San Martín aus Tucumán ist als erstes von vier Teams in die B Nacional, die zweite Liga abgestiegen. Fuerza, Santos!

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