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Aus: Ausgabe vom 14.03.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Waffenindustrie

Mit Mordsgeschäften zum Monopol

Rüstungskonzern Rheinmetall steigert Gewinn und will Panzerfabrikant KMW übernehmen
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Der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger macht kräftige Gewinne mit Waffendeals

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat am Mittwoch in Düsseldorf Jahreszahlen vorgelegt. Das Geschäft boomt: In der Waffensparte konnte der Konzern den Umsatz 2018 um 6,1 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro steigern. 2019 soll das Plus sogar bei neun bis elf Prozent liegen.

Rheinmetall stellt unter anderem Panzer, Munition und Flugabwehrsysteme her. Mit den sprudelnden Gewinnen will die Waffenschmiede weitere Konkurrenten übernehmen. Es geht um den 50-Prozent-Anteil von KMW an der deutsch-französischen Rüstungsholding KNDS, die zur anderen Hälfte dem französischen Staatsunternehmen Nexter gehört. »Wir haben gesprochen und es gibt eine Bereitschaft, dass man Anteile bekommen kann«, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Die beiden Konzerne hatten ihre Geschäfte in diese Holding eingebracht – kauft Rheinmetall den KMW-Anteil komplett, würde es den Konzern übernehmen.

Bis 2030 könnte KNDS – nach einem Einstieg von Rheinmetall – einen neuen Kampfpanzer entwickeln. Knackpunkt für die Übernahme ist nach Darstellung des Managers ein Vorkaufsrecht der Franzosen. Die Übernahme sei letztlich eine politische Angelegenheit, man verhandele mit der deutschen und der französischen Regierung, sagte Papperger. Das Vorhaben sei »sehr stark abhängig davon, wie die französische Regierung entscheidet.«

Papperger sagte zwar, man wolle »am liebsten 51 Prozent« der Anteile von KNDS. Er räumte aber ein, dass dies aufgrund der Haltung Frankreichs schwierig sein dürfte. Von der Bundesregierung habe man aber vor zwei Wochen die Nachricht bekommen, Rheinmetall solle »eine entscheidende Rolle« spielen.

Sollte es bei dem von der Bundesregierung vorübergehend erlassenen Exportstopp für Waffen nach Saudi-Arabien bleiben, behalte sich Rheinmetall ein Klagerecht vor. Falls tatsächlich die Exportgenehmigung entzogen werde, würde man Entschädigung verlangen, stellte Papperger klar – auf so einen im Gesetz geregelten Ausgleich könnte er als Chef einer Aktiengesellschaft gar nicht verzichten. (dpa/jW)

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