Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Fressen, kaufen, Gassi gehen

Von Rafik Will
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Da lacht das Herrchen!

Als Vorbereitung auf den 30. Jahrestag des Mauerfalls läuft derzeit am Berliner HAU ein Theaterfestival unter dem Titel »Comrades, I Am Not Ashamed of My Communist Past«. Im Programm sind auch zwei Stücke, die man in ihren Hörspielversionen aus dem Radio kennen könnte. Auf die Bühne kommen Andcompany & Co. mit »Little red (play): ›herstory‹« und She She Pop mit »Schubladen«. Die Funkadaptionen entstanden 2008 und 2013 beim damaligen Deutschlandradio Kultur.

Jetzt heißt der Sender Deutschlandfunk Kultur. Heute nacht läuft dort im Programm Teil zwei der »TU tapes« (Mi., 0 Uhr). Zu hören sind die studentischen Kurzfeatures »Selbstbestimmt und fremdgesteuert« von Jasmin Erfurt und »Paradies – Ein Plattenbau im Garten Eden« von Roman Bednarek und Adrienne Hünecke. Von Fertigbauelementen hin zu den historischen Architekturkunstwerken: Es gibt einen neuen »Radio-Tatort«, diesmal ist der BR dran. Und Robert Hültner hat für seine Ermittler in  »Der Schatz in der Taverne« (BR 2019; Ursendung Mi, 20 Uhr, Bayern 2) eine Leiche in einem denkmalgeschützten Gebäude versteckt. In den ausklingenden Zehnerjahren geht der Trend bei Gebäuden zur Mauer. Ihre Eindrücke von der totalen Abschottung hat Rayna Breuer in »Leben mit der Grenze – Bulgarien und die Flüchtlinge« (SWR 2019; Ursendung Mi., 22 Uhr, SWR 2) festgehalten.

Gegen Ende dieser Woche findet der »Kölner Kongress« statt. Gastgeber ist der DLF. Los geht es am Freitag abend, der mit der Premiere von Michaela Meliáns Livehörspiel »Chant du Nix – Radiomusik für Lautsprecherpublikum« (Fr., 20.10 Uhr, DLF) ausklingt. Am Samstag abend bringen dann Nina Hellenkemper und Merzouga ihr Stück  »Ponto dos Mentirosos – Atlas eines Dorfes« (20 Uhr, DLF) im Radio und vor Publikum zur Ursendung. Das übrige Programm ist auch auf akustische Medien ausgerichtet.

Mit dem »ARD-Onlineaward« ausgezeichnet wurde vergangenen Herbst Felix Kubins Radiobearbeitung von Edward M. Forsters Sci-Fi-Dystopie  »Die Maschine steht still« (NDR 2018; Fr., 21 Uhr, Bayern 2), in der beinahe allen Figuren das Belohnungszentrum durchgebrannt ist. Unmittelbare Triebbefriedigung auf Knopfdruck hat hier ein Heer apathischer Zombies hervorgebracht.

Auf Gelddiät setzt eine Rebellengruppe ihre Entführungsopfer in Andres Veiels »Let Them Eat Money! Welche Zukunft?!« (RBB/DLF Kultur 2019; Ursendung Fr., 22 Uhr, RBB Kulturradio). Wie es um die Zukunft von Herbiziden bestellt ist, das fragt Duska Roth in  »Glyphosat – Geschichten vom Unkrautvernichten« (MDR 2019; Ursendung Sa., 9 Uhr, RBB Kulturradio und MDR Kultur) aktive Landwirte, die ihre Felder biologisch oder konventionell bewirtschaften. Und weil Boden und Klima eng zusammenhängen, sei auch auf Jane Tversteds und Martin Zähringers »Climate Fiction – Über den Klimawandel in der Literatur« (WDR/DLF 2018; Sa., 13 Uhr und So., 21 Uhr, Bayern 2) hingewiesen.

Empfehlenswert, besonders für Liebhaber des schwarzen Humors, ist Ga­briele Kögl, die mit »Fressen, kaufen, Gassi gehen oder Die Treue hat einen Hund« (ORF 2017; Sa., 14 Uhr, ORF Ö1) und »Höllenkinder« (ORF 2018; So., 21 Uhr, NDR Info) im Radio präsent ist. Eine Ursendung kommt dann mit Fatma Aydemirs Hörspiel  »Ellbogen« (SRF 2019; Ursendung Teil 1/2 Sa., 20 Uhr und Teil 2/2 So., 17 Uhr, SRF2 Kultur) aus der Schweiz. Nach dem Völkerverständigungsprinzip des Hörspielautorenaustauschs ist der Schweizer Autor Dominik Busch am Montag mit »In den Augen der Welt« im Deutschlandfunk (DLF Kultur 2019; Ursendung Mo., 21.30 Uhr, DLF Kultur) zu hören.

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