Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Von Rafik Will
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Nicht mit uns? Die Kaffeeindustrie ist geprägt von schlechten Löhnen und Arbeitsbedingungen

Am 8. März ist Internationaler Frauenkampftag. Im Radioprogramm dieser Woche finden sich dazu passend einige Features und Hörspiele mit feministischen Inhalten. Erika Harzer hat sich für ihre Radioarbeit »Nicht mit uns! Mittelamerikanische Musikerinnen wehren sich gegen den Machismo« (DLF Kultur 2018; Di., 20 Uhr, NDR Kultur) mit dem Widerstand gegen misogyne Gewalt in Honduras und Guatemala beschäftigt. Udo Moll widmet sich in »ENIAC Girls« (DLF Kultur 2018; Di., 23 Uhr, SWR 2) den frühen Jahren der IT-Branche. Der Titel seiner Soundart-Komposition verweist auf die Programmiererinnen des ersten vollelektronischen Computers 1945 in Philadelphia. Das am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaften entstandene Kollektiv Swoosh Lieu hat ein neues Hörspiel produziert. Nach »Who Cares?! Eine vielstimmige Personalversammlung der Sorgetragenden« kommt nun auch »Who Moves?! Eine mehrsprachige Montage der Beweggründe« (NDR 2019; Ursendung Mi., 20 Uhr, NDR Kultur) von der Bühne ins Radio. Das aktuelle Stück handelt von geflüchteten Frauen und ihrer medialen Darstellung.

Beim Hamburger FSK, wo auch die empfehlenswerte Sendung »HoPo Express #70: Arbeitsbedingungen in der Kaffeeindustrie« (Mi., 20 Uhr, FSK) läuft, steht der ganze Freitag im Zeichen des Weltfrauentags:  »## 8. März – Staying with the Trouble! – m8« (den ganzen Freitag auf FSK). Mit Bettina Rühls Feature »Quoten, Zahlen, Traumata – Jesidische Flüchtlinge in Deutschland« (SWR/DLF 2016; Mi., 22 Uhr, SWR 2) wird an das Schicksal von vor dem IS-Terror geflüchteten Frauen erinnert.

Auch das Bauhaus-Jubiläum macht sich weiterhin im Programm bemerkbar. Marietta Schwarz etwa setzt sich in »Der Mann mit dem Schlüssel« (DLF 2019; Ursendung Fr., 20.10 Uhr, DLF) mit der Biografie Bernd Grönwalds auseinander. Der Architekt war eine Schlüsselfigur der Bauhaus-Rezeption in der DDR. Und Bernd Polster blickt mit »Im Westen was Neues – Das Bauhaus und seine Vordenker« (WDR 2019; Ursendung Sa., 12 Uhr und Wdh. So., 15 Uhr, WDR 3) auf die Vorgeschichte der Kunst- und Architekturschule.

Wolfgang Herrndorfs Roman »Tschick« hat internationale Bekanntheit erreicht. Von dessen Nebenfigur Isa handelt sein Fragment gebliebener Roman »Bilder deiner großen Liebe« (BR 2019; Ursendung Sa., 15 Uhr, Bayern 2), der nun in einer Radiofassung gesendet wird. Wie die Arktis klingt – oder besser gesagt vor rund fünf Jahren geklungen hat – kann man sich in Robin Minards Klangkunstarbeit »The Qikiqtaaluk Deep Map« (WDR/DKultur 2014; Sa., 20 Uhr, SRF 2 Kultur) anhören. Alte Kataloge haben Oliver Kobold und Jochen Wobser für »Nur bei uns – 50 Jahre Zweitausendeins-Verlag« (SWR 2019; Ursendung So., 14 Uhr, SWR 2) gesichtet. Und Lorenz Langenegger untersucht gemeinsam mit Philipp Schaufelberger im Hörspiel »Der Karlssonsche Ma gnet« (SRF 2017; So., 17 Uhr, SRF2 Kultur), wie verliebt man als Wissenschaftler in einen Versuchsaufbau sein kann.

In Mishka Lavignes »Hafen« (SR/DLF Kultur 2018; So., 17 Uhr, SR2 Kulturradio) bewältigen die Protagonisten traumatische Verluste, während ».aufzeichnensysteme« und Sabine Maier mit »arm, aber anständig 4« (Eigenproduktion 2019; Ursendung So., 23 Uhr, ORF Ö1) sich der »kompilativen Konfrontation und Verfremdung von Ton- und Textmaterial« verpflichten. Um vielfältige, queere Sexualität geht es dann in Luise Voigts »Heterotopia« (DLF Kultur 2019; Ursendung Mo., 0 Uhr, DLF Kultur). In vier Teilen läuft ab nächster Woche übrigens eine Hörspielfassung von Irmgard Keuns berühmtem Roman »Nach Mitternacht« (RBB 2017; ab Mo., 19 Uhr, WDR 3).

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