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Aus: Ausgabe vom 04.03.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Die Bereitschaftspolizei

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Immer dabei, wenn es gegen Demonstranten geht: Bereitschaftspolizist bei einer Übung mit den tschechischen Kollegen (Deutschneudorf/Sachsen, 19.10.2016)

Stellen Sie sich marschierende Polizistenkolonnen im Nebel vor. Knatternde Hubschrauberrotoren. Knarren, Panzer, Schutzschilde. Eine dräuende Stimme aus dem Off: »Sie wollten sich schon immer in so schönen Orten wie Ratzeburg, Bad Düben oder Duderstadt kasernieren lassen? Für ein recht geringes Geld ganze Wochenenden lang Castor-Transporte beschützen, Neonazis den Weg freiprügeln oder Globalisierungskritiker mit bunten Haaren vermöbeln? Mit brachialer Gewalt Umweltschützer aus den Bäumen hauen? Dann haben wir Ihren Traumberuf: bei der Bundesbereitschaftspolizei!« So begeistert sich niemand für den Laden, denken Sie? Vermutlich haben Sie recht. Deswegen versucht es besagte Bereitschaftspolizei mit einem schmissigen Actionfilmchen, das irgendwo zwischen »Alarm für Cobra 11« und Jan Böhmermanns »Ich hab’ Polizei« angesiedelt ist. Den Clip gibt es auf Youtube zu sehen. Sein Fazit: »Wir sind nicht Hunderte, wir sind Tausende.« Das allerdings ist wahr – und Teil des Problems. (sc)

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