Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. April 2019, Nr. 93
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 01.03.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: US-Experte Merz

Interview | Do., 07.15 Uhr, DLF
BlackRock_59248004.jpg

Friedrich Merz wird den Vorsitz der »Atlantikbrücke« auf- und vermutlich an Sigmar Gabriel abgeben. Eine Demütigung für den gescheiterten Bewerber um den CDU-Vorsitz? Nein, turnusmäßige Rotation. Merz bleibt »Experte« für die USA im Allgemeinen und das amerikanische Gemüt im Besonderen. Im Interview mit DLF bezweifelt er, dass es auf der koreanischen Halbinsel langfristig zu »normalen Verhältnissen« komme. Hauptproblem: Denuklearisierung. Wohl wahr, das Overkill-Potential der US-Armee ist beängstigend. Doch es geht um Kims drei oder vier Raketen. Der werde »nicht so weit gehen, die eigene Macht zu gefährden«, meint Merz. Brillante Schlussfolgerung. Wenn nun nur nicht der US-Präsident noch vor dem nordkoreanischen Vorsitzenden stürzt – Merz ist sich sicher, dass das Gipfeltreffen mit Kim nicht zufällig zeitgleich mit der Anhörung von Trumps Exanwalt Michael Cohen stattgefunden hat. Damit werde die Lage ein Jahr vor den Wahlen für ihn kritisch. Wer gewinnt? Etwa Kim Jong Un? (sc)