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Aus: Ausgabe vom 15.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Benzin im Blut

Maischberger | ARD, Mi., 22.45 Uhr
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»Glaubenskrieg ums Auto«, hieß es am Mittwoch bei Maischberger

Die Charakterisierung einer Person als solche mit »Benzin im Blut« hatte einst positive Konnotation. Ulf Poschardt, Welt-Chefredakteur, hat die Redewendung für jemanden, der sich gut mit Kraftfahrzeugen auskennt, spätestens am Mittwoch abend ad absurdum geführt. Und die Autokonzerne haben in ihm einen gehorsamen Fürsprecher. Menschen vor Stickoxiden zu schützen, ist für Porsche-Poschardt eine »Sentimentalisierung«, angesichts des »blechernen Doubles der eigenen Identität« müsse man sich doch fragen, »was können wir der Autoindustrie zumuten«. Die werde schließlich in aller Welt »spektakulär gefeiert«. Auch für den zuständigen Verkehrsminister gibt es so warme wie wirre Worte. Dieser hatte ein Gutachten von Lungenärzten als aussagekräftig befunden, das sich mittlerweile als mindestens mangelhaft herausstellte. Poschardt: »Wenn Andi Scheuer als großer deutscher Antifaschist das nicht gemacht hätte, hätte sich die AfD dieses Thema geholt und hätte gesagt: Wir sind die Sprecher der Dieselfahrer.« (mme)

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