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Aus: Ausgabe vom 07.02.2019, Seite 1 / Ausland
Friedensbewegung alarmiert

Kriegstrommeln in der Karibik

Britische Armee vor Venezuelas Grenze. Solidaritätsbewegung warnt. Dialog in Montevideo
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Ein Mechaniker kontrolliert einen »Typhoon«-Jet der Royal Air Force (22.9.2016, Zypern)

Bereiten sich britische Truppen in Zentralamerika auf einen Krieg gegen Venezuela vor? Wie die in London erscheinende marxistische Tageszeitung Morning Star am Mittwoch berichtete, ist die »Mounts Bay«, ein Docklandungsschiff der britischen Kriegsmarine, am 21. Januar in Curaçao vor Anker gegangen. Die zum niederländischen Hoheitsgebiet gehörende Karibikinsel liegt nur rund 60 Kilometer vor der Küste Venezuelas. Gleichzeitig trainiert dem Bericht zufolge das 40. britische Marineinfanteriebataillon im zentralamerikanischen Belize den Dschungelkampf. Der Morning Star weist darauf hin, dass die Soldaten während der völkerrechtswidrigen Intervention im Irak 2003 zu den ersten gehört hatten, die in das arabische Land einmarschierten. Zudem landete am 23. Januar – dem Tag, an dem sich in Caracas der Abgeordnete Juan Guaidó zum »Übergangspräsidenten« Venezuelas ernannte – eine Transportmaschine der Royal Air Force (RAF) in Belize.

Der Sprecher der »Venezuela Solidarity Campaign« in Großbritannien, Francisco Dominguez, zeigte sich gegenüber dem Blatt besorgt, dass sich das Land an einem von den USA gegen Venezuela entfesselten Krieg beteiligen könnte. Auch Mayer Wakefield von der »Stop the War Coalition« warnte, die »jüngste Geschichte katastrophaler Militärinterventionen Britanniens« müsse jede Beteiligung an Donald Trumps Versuchen ausschließen, »die demokratisch gewählte Regierung in Venezuela zu destabilisieren«.

Am heutigen Donnerstag nimmt in Montevideo die von 13 europäischen und lateinamerikanischen Staaten sowie der EU gebildete »Kontaktgruppe zu Venezuela« ihre Arbeit auf, die sich um eine friedliche Beilegung des Konflikts bemühen soll. Das erste Treffen, das von Uruguays Staatschef Tabaré Vázquez und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini geleitet wird, soll voraussichtlich drei Stunden dauern. Vázquez’ Amtsvorgänger José Mujica begrüßte das Treffen am Dienstag als eine »historische Notwendigkeit«, denn die Alternative sei Krieg. (jW)

Kundgebungen »Hände weg von Venezuela!«

– Bremen: Do., 7.2., 17 Uhr, Marktplatz

– Berlin: Fr., 8.2., 16 Uhr, Pariser Platz

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