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Aus: Ausgabe vom 30.01.2019, Seite 12 / Thema
Mediengeschichte

Ein Stoßtruppunternehmen

Vor 40 Jahren wurde der Berliner Extra-Dienst eingestellt. Hervorgegangen aus der Studentenbewegung, gehörte das Blatt zu den wichtigsten Zeitschriften der Westberliner Linken
Von Markus Mohr
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Der Extra-Dienst wollte eine Alternative zur homogenen Presselandschaft Westberlins sein, wo die Blätter des Springer-Konzerns den Markt dominierten

Am 30. Januar 1979 erschien die letzte Ausgabe des Berliner Extra-Dienstes (ED). Die Zeitschrift war im Mai 1967 aus dem nur für kurze Zeit erschienenen Berliner Extra-Blatt hervorgegangen und hatte in den dreizehn Jahren ihrer Existenz etwa 1.200 Ausgaben publiziert. Rudi Dutschke vermerkte damals, dass er auch wenn der Extra-Dienst der 1970er Jahre nicht mehr jener der 1960er gewesen sei, er doch immer wieder einen Blick in das Blatt geworfen habe, »weil dort Informationen standen, die woanders nicht zu finden waren«. Auch der Lokal-Chef des Tagesspiegels, Günter Matthes, äußerte über die Zeitschrift: »Leider häufig nicht zu entbehren gewesen.« Und selbst der Direktor der Staatlichen Pressestelle der Hansestadt Hamburg, Manfred Bissinger, appellierte seinerzeit an die Redaktion: »Bitte erscheint weiter!«

MfS-gefördert

Sucht man in der Bibliothek des Hamburger Institut für Sozialforschung nach dem Extra-Dienst, so stößt man auf einen Warnhinweis. Im Katalog heißt es: »Periodizität: 2x wöchentl.; Aufl. teils 10-–50.000; links-traditionalist., MfS-gefördert«. Die Suche, ob im Bestand der Bibliothek möglicherweise vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) geförderte Zeitungen vorhanden seien, ergab hingegen keinen Treffer. Selbst für das zwischen 1959 und 1964 in Koblenz erschienene Journal Der dritte Weg – Zeitschrift für modernen Sozialismus fehlt ein solcher Hinweis. Ein bisschen ungerecht ist das schon, denn spätestens seit den 1978 erschienenen Memoiren des Verfassungsschutzpräsidenten Günther Nollau (»Das Amt«) kann doch jeder wissen, dass das BfV hier unterstützend tätig war. So oder so: Der Extra-Dienst ist heute wahrlich nicht gut beleumdet. Hubertus Knabe, ehemaliger Direktor der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, vermerkte 1999 im Zusammenhang mit dem »diskreten Charme der DDR« wutschnaubend: »Extra-Dienst, November-Gesellschaft und Republikanischem Club ging es nicht etwa um einen abstrakten Seminarmarxismus, sondern um die praktische Beseitigung des verhassten ›kapitalistischen System‹. Zusammen mit dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), den Falken und den anderen linken Gruppen planten sie nichts Geringeres als den politischen Umsturz, der ihnen 1967 zumindest in dem von der DDR eingeschlossenen Westberlin in greifbare Nähe zu rücken schien.« Kann das sein?

Knabe hat recht: Es gab einen Zusammenhang zwischen der Zeitschrift und der November-Gesellschaft und dem Republikanischen Club. Keine Erwähnung bei Knabe findet jedoch die Verbindung des Extra-Dienstes zu dem gescheiterten Zeitschriftenprojekt Heute, das der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein gegen das in Westberlin herrschende Pressemonopol des Springer-Konzerns in Stellung zu bringen versuchte. Augstein hatte dafür unter anderen den zuvor als Chef vom Dienst beim SPD-Parteiblatt Vorwärts tätigen Carl L. Guggomos sowie den Redakteur der Zeitschrift Der dritte Weg, Walter Barthel, und den Redakteur des Spandauer Volksblatts, Martin Buchholz, engagiert. Auch der damals 26jährige Hermann L. Gremliza war als Redaktionsassistent mit an Bord. Doch Augstein erklärte das Projekt am 30. Januar 1967 schon nach drei Probenummern für gescheitert. Es folgte eine Initiative von überwiegend dem SDS zuzurechnenden Intellektuellen. Diese hatten als Reaktion auf den Eintritt der SPD in die Große Koalition 1966 zunächst die November-Gesellschaft gegründet, zu der auch Johannes Agnoli, Klaus Meschkat, Urs Müller-Plantenberg, Ulrich K. Preuß, Peter Brandt, Dietrich Staritz und eben auch Barthel und Guggomos gehörten. Die drei Letztgenannten sollten nach dem Fall der Mauer als Inoffizielle Mitarbeiter des MfS enttarnt werden, wobei Staritz und Barthel wohl aber auch zugleich als Zuträger für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig waren – gewissermaßen als »doppelte Verfassungspatrioten«, wie Johannes Agnoli ironisch festhielt. In der November-Gesellschaft zirkulierten Überlegungen, wie die »Sprachlosigkeit« der linken Opposition in der Stadt überwunden werden könne. Aus dem Beschluss, eine Zeitung im »Boulevardstil« herauszubringen, entstand zunächst das Berliner Extra-Blatt, dessen Redaktionskollektiv neben Buchholz, Meschkat und dem Germanistikstudenten Hannes Schwenger auch Guggomos und Barthel angehörten. Mitte Februar 1967 erschien die erste Ausgabe im Format der Bild. Die Springer-Gazette Die Welt erkannte sofort eine »extrem linksgerichtete Tendenz« (13.2.1967). Die Zeit rubrizierte das neue Medium unter »Protest-Journalismus«, es sei ein »couragiert-halbstarkes Stoßtrupp-Unternehmen gegen die Frontstadtkonformität der Westberliner Presse«, hieß es (17.2.1967).

Schon nach 14 Ausgaben ging das Projekt pleite. Zugleich wurde der Berliner Extra-Dienst angekündigt. Er erschien am 20. Mai 1967 in einer Erstauflage von etwas mehr als 4.000 Exemplaren zeitgleich mit der offiziellen Eröffnung des Republikanischen Clubs in der Wielandstraße 27. Die Wielandstraße fungierte auch als Redaktionsadresse des 14seitigen im DIN-A4-Format erscheinenden Heftes.

Die erste Ausgabe informierte u. a. über den Stand der wahrlich komplexen deutsch-deutschen Beziehungen. In einem diesbezüglichen Kommentar beklagte Ekkehart Krippendorff, Assistent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, die »After-Meinungen« der westdeutschen Presse. Die Leser wurden des weiteren über Fraktionskämpfe innerhalb der Westberliner SPD sowie unter der Rubrik »Personalien« über die Trinkgewohnheiten des an Diabetis erkrankten stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Herbert Wehner informiert. Und in der Rubrik »Hinweise« konnte man erfahren, dass der US-amerikanische Bürger, und spätere USA-Korrespondent der Tageszeitung, Peter Tautfest, unter seiner Privatadresse Protestschreiben gegen den Vietnamkrieg einsammelte.

Forum der APO

Die zwei Wochen vor dem 2. Juni 1967, dem Tag, an dem Benno Ohnesorg erschossen wurde, erstmals publizierte Zeitung, die in der Folge jeden Dienstag und Freitag erschien, sollte sich für die nächsten zwei Jahre als das Forum für die Westberliner Außerparlamentarische Opposition (APO) etablieren. In ihm teilte sich ein Konglomerat von Einzelpersonen und Organisationen aus dem sozialistischen, kommunistischen, pazifistischen und linksliberalen bis linksradikalen Spektrum der Weltöffentlichkeit mit – stets den Feind, das repressive Pressemonopol des Springer-Konzerns, im Visier. Der Extra-Dienst begleitete den Aufschwung des SDS nach dem 2. Juni 67: Informationen über die Aktivitäten der »Enteignet Springer!«-Kampagne finden sich hier ebenso wie eine minutiöse Berichterstattung über die Versuche des Senats, den Vietnamkongress Mitte Februar 1968 zunächst zu verbieten und danach in anderer Form zu behindern.

Doch die Dynamik der weltgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1968 sollte die Zeitung tragenden politischen Kräfte bald überfordern. Die noch zu Beginn ihrer Existenz die Westberliner APO einigenden Themen Springer und Vietnamkrieg verloren bald an Wirkungsmacht. Schon während des Pariser Mai war deutlich geworden, dass die Kommunistische Partei Frankreichs gegenüber dem Aufstand der Studenten als konservative Kraft agierte. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag am 21. August 1968 erschienen im Extra-Dienst eine Vielzahl verurteilender Beiträge. Schon während eines eigens einberufenen Teach-ins am 22. August im Audimax der Technischen Universität in Westberlin zeichnete sich eine Trennung von der APO ab. In Namen von »revolutionären Sozialisten« erklärte Klaus Meschkat dort, dass man angesichts des »Versagens der französischen KP« einen eigenen Weg gehen müsse, und er prognostizierte einen beschleunigten Differenzierungprozess, »die antikapitalistische und antiautoritäre Bewegung« werde erkennen müssen, dass »eine Orientierung an einem dogmatisierten Marxismus-Leninismus unmöglich ist«.

Der Extra-Dienst druckte auch diese Stellungnahme ab, ging aber bald merklich auf Distanz zur studentischen Revolte. »Wie halten wir es mit dem individuellen Terror – einer Problematik, die zumindest die marxistisch Orientierten unter uns nicht mehr erwartet hatten?« hieß es nach der Straßenschlacht am Tegeler Weg am 4. November 1968. Umgekehrt ging der radikale Flügel der APO zu Angriffen auf das Blatt über. Am 15. Januar 1969 wurde auf einem Teach-in, das im Anschluss an eine Demonstration anlässlich des 50. Jahrestags der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts in der Technischen Universität stattfand, erstmals von einem Mitglied des Republikanischen Clubs zum Boykott des Extra-Dienstes aufgerufen. Und je mehr sich die Redaktion »gegen anarchistische Tendenzen in der APO« aussprach, und »für eine auf Basiserweiterung der APO gerichtete Politik« eintrat, (ED, 5.2.1969), wurden die Stimmen lauter, die der Zeitschrift vorwarfen, »der Vorwärts von heute« zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt war aus den Reihen der Studentenbewegung die Rote Presse Korrespondenz (RPK) gegründet worden, die im Titel an die Inprekorr, die Zeitung der Kommunistischen Internationale aus den 1920er Jahren, angelehnt war und sich selbst als Organ »der Studenten-, Schüler- und Arbeiterbewegung« beschrieb. Der Redaktion des Extra-Dienstes »Sozialdemokratismus« unterstellend, behauptete die RPK, »dass nicht Aufklärung, sondern praktischer Kampf politisches Bewusstsein verändert«; eben dieser Lernprozess der Studentenbewegung und sein Resultat, nämlich »die nichtparlamentarische Strategie direkter subversiver Aktionen«, also die Ergänzung des »Konzepts der Gegenöffentlichkeit durch das der Gegengewalt«, sei vom Extra-Dienst nicht nachvollzogen worden. Das »Konzept der Verunsicherung der Apparate durch die Berichterstattung über Querelen und Widersprüche in den Apparaten« und der Glaube »an die moralische Instanz von Öffentlichkeit« sei schlicht eine Illusion. Anstatt »auf die Selbstzerstörung des herrschenden Systems« zu hoffen, müsse »ein sozialistisches Informationsorgan (…) die Apparate durch ständige Berichte über den aktiven Kampf an der Basis (…) verunsichern« (RPK, 5.2.1969).

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Die politische Landschaft, in der der Extra-Dienst agierte (Neujahrsausgabe 1969)

Der Streit zwischen den studentischen Radikalen und der Redaktion des Extra-Dienstes steht am Beginn der Aufspaltung der Westberliner APO. Eine Reihe verschiedener Aspekte spielte dabei eine Rolle. Dazu zählte auch das stets ambivalente Verhältnis zwischen einem immer auch tagesaktuell interessierten Journalismus und der Praxis von politischen Kollektiven und Gruppen. Im Vordergrund aber stand der politische Dissens. Es ging um die Distanzierung von der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands-Westberlin (SED-W), die von der großen Mehrheit der APO als defensiv und abwiegelnd aufgefasst wurde.

Orientierung an der SEW

Nachdem die den Extra-Dienst tragende GmbH nach einigem Hin und Her von der Redaktion selbst übernommen worden war, konnte die Publikation der Zeitung fortgesetzt werden, ab Mai 1970 im B5-Format. Die Entwicklung der Auflage konnte dabei von dem durch die Studentenrevolte ausgelösten gesellschaftlichen Linksruck profitieren, der in den Jahren zwischen 1967 und 1970 auch dafür sorgte, dass die zwischenzeitlich in Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW) umbenannte SED-W etwa 3.000 neue Mitglieder gewann. Die rund 7.000 Mitglieder der SEW waren der Resonanzraum des Extra-Dienstes. Bei der Westabteilung des ZK der SED findet sich in einer Aktennotiz vom 20. März 1970 die dementsprechende Einschätzung, dass der Extra-Dienst »zwischen der SEW und den Ultra-Linken seine Stellung« bezieht, wobei sich »die leitenden Kräfte (…) als einen Sammelpunkt der linken Gruppierungen« verstehen.

In seiner Berichterstattung verfolgte das Blatt, zu dessen Redaktion zwanzig Personen zählten, ein linkssozialistisches Profil. Entsprechend umfangreich war der Anteil an Nachrichten über die SPD und den DGB, über die im wesentlichen loyal-kritisch berichtet wurde. Wenigstens in der ersten Hälfte der 1970er Jahre ging man hier konform mit der Politik der SEW, die das Ziel verfolgte, mit der Sozialdemokratie sogenannte Aktionseinheiten zu bilden. Das Verhältnis des Blattes zur DDR kann als kritisch-solidarisch verstanden werden. Darüber hinaus finden sich immer wieder Berichte über die Entwicklungen an den Westberliner Hochschulen, die Kämpfe in der sogenannten Dritten Welt, den Kampf gegen die Berufsverbote, die unbewältigte Nazivergangenheit sowie neofaschistische Umtriebe.

In Sachen Berufsverboten nutzte der Extra-Dienst auch die Hilfe des MfS. So wurden etwa durch den Geheimdienst beschaffte Unterlagen aus der Westberliner Innenverwaltung veröffentlicht – eine praktische Hilfestellung. Am 13. Juni 1978 erschien ein interner Bericht des beim Innensenat angesiedelten Leiters der Landeskommission zur politischen Überprüfung der Bewerberinnen für den öffentlichen Dienst. In Kenntnis der Fragen, die den Bewerberinnen und Bewerbern bei der Einstellung gestellt wurden, hatten diese so die Möglichkeit, sich gut vorzubereiten.

Und im Fall der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die RAF sprach Martin Buchholz in seinem Kommentar Klartext. Gegen die freiwillige Gleichschaltung der westdeutschen Presse, die in Schleyer nur noch »einen respektierten Sprecher der deutschen Wirtschaft« zu erkennen vermochte, wies Buchholz auf die Verschleierung von dessen Vergangenheit hin: »Dass er mal Nazi war« werde zu einer »Jugendtorheit« heruntergespielt, aber dass er, so Buchholz weiter, »die Funktion als SS-Führer innehatte (mit der SS-Mitgliedsnummer 227014)« eben das dürfe nicht mehr erwähnt werden. Buchholz stellte trocken fest: »Mitglieder einer kriminellen Vereinigung haben ein früheres Mitglied einer kriminellen Vereinigung entführt.« (9.9.1977)

Entfremdung

Im Verlauf der zweiten Hälfte der 1970er Jahre entfremdeten sich Redaktion und SEW voneinander. Aus Anlass der Biermann-Ausbürgerung im November 1976 druckte der Extra-Dienst eine Resolution von 38 SEW-Mitgliedern und 145 Sympathisanten, die gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Stellung bezog (3.12.1976). Auch von Rudolf Bahro wurde unmittelbar nach seiner Inhaftierung in der DDR ein Vortrag dokumentiert. In einem einleitenden Kommentar klagte Martin Buchholz den »SED-Staat« als eine »Super-Verwaltung des Gemeineigentums, die die Masse der Eigentümer in Unmündigkeit und Untätigkeit hält«, an (6.9.1977).

Hinzu kam, dass sich in Westberlin eine Veränderung der politischen Kräfteverhältnisse abzeichnete: Die SEW, die noch bei den Abgeordnetenhauswahlen 1971 mit rund 34.000 Stimmen auf 2,3 Prozent gekommen war, erlitt einen harten Einbruch: Bei den Wahlen 1975 erhielt sie nur noch 25.000 Stimmen und sackte dann 1979 auf nur noch 14.000 Stimmen (1,1 Prozent) ab. Zugleich war die zweite Hälfte der 1970er Jahre durch das Aufkommen der alternativen Bewegungen gekennzeichnet. Im September 1978 erschienen mit der Nullnummer der Tageszeitung und dem von der Extra-Dienst-Redaktion vorangetriebenen Projekt Die Neue gleich zwei Zeitungen mit Anspruch auf eine nonkonformistische und alternative Berichterstattung. Der Journalist Jürgen Busche schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Neue orientiert auf eine Bündnispolitik von linken Sozialdemokraten, basisorientierten Gewerkschaftern »und mit der Ost-Berliner Gängelung unzufriedenen« Mitgliedern der Deutschen Kommunistischen Partei (FAZ, 20.9.1978) Der Extra-Dienst hoffte mit dem Folgeprojekt Die Neue seine Ende der 1970er Jahre erreichte Auflage von etwa 8.000 Exemplaren bei 5.000 Abonnenten auf wenigstens 20.000 Exemplare steigern zu können.

(K)ein Scheitern

Im letzten Editorial des Extra-Dienstes verwies Guggomos darauf, dass man nicht gescheitert sei, sondern nun dabei sei, sich zu erweitern. Dabei werde auch Die Neue die, wie er formulierte, »Extra-Dienst-Essentials« fortführen: »Das Eintreten für die Nicht- und Unterprivilegierten. Für das Recht der Minderheit, nicht zur Mehrheit zu gehören und doch Teil der Gesellschaft zu sein. Das Beharren auf der Verfassung dieser Republik und das Beharren auf dem Recht, diese Verfassung auszufüllen, zu verwirklichen und zu gestalten.« (30.1.1979)

Als Die Neue Ende Oktober 1982 ihr Erscheinen einstellen musste, weil sie zu keinem Zeitpunkt die erhoffte Zahl von 20.000 Abonnenten hatte erreichen können, empfahl Guggomos – damit indirekt den APO-Vorwurf aus dem Jahr 1969 bestätigend – den Lesern ein Abonnement des SPD-Mitgliederorgans Vorwärts.

Markus Mohr schrieb an dieser Stelle zuletzt am 27. September 2018 über den ehemaligen Nazi uns Verfassungsschutzpräsidenten Hubert Schrübbers.

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