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Aus: Ausgabe vom 19.01.2019, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Auberginenscheiben

Von Ina Bösecke

»Yaloms Anleitung zum Glücklichsein« ist ein Dokumentarfilm von Sabine Gisiger über den US-amerikanischen Psychiater Irvin D. Yalom, der sein Wissen über die menschlichen Abgründe in Büchern so verpackt, dass ihm auch Menschen ohne Psychologiestudium folgen können. »Was Hemingway und Freud hätten lernen können« heißt eines seiner Werke, »Die Liebe und ihr Henker und andere Geschichten aus der Psychotherapie« ein anderes. Yalom erzählt im Plauderton von den Problemen seiner Patienten, die im Grunde nur das suchen, was alle suchen, nämlich den Sinn des Lebens. Anleitungen zum Glücklichsein sind weder dieser Dokumentarfilm noch die Bücher von Yalom, doch streifen sie immer wieder die Frage, wie man lebt und wie man leben sollte. Yalom sieht sich weniger als Therapeut. Eher begleitet er seine Patienten auf der Reise zu sich selbst. Sein Ansatz: Wenn es einen Weg zum Besseren geben soll, braucht es einen genauen Blick auf das Schlimmste.

Auch Yalom hat sein Päckchen zu tragen, wie er immer wieder betont. Therapeuten sind ihr ganzes Leben in Therapie, heißt es im Film. Gisiger zeigt den Werdegang des mittlerweile 87jährigen, der erst im Alter zur Leichtigkeit und Gelassenheit gefunden hat. Seine Frau Marilyn Yalom, eine Literaturwissenschaftlerin, hat er mit 14 Jahren kennen- und liebengelernt. Die beiden führen eine Bilderbuchehe. Ihre vier Kinder sind bereits jeweils einmal geschieden und haben sich früher etwas vernachlässigt gefühlt. Yalom knabbert immer noch an der komplizierten Beziehung mit seiner längst verstorbenen Mutter. »Wenn der Tod kommt, ist der Konflikt für immer eingefroren«, zitiert er einen Patienten im Film. Weshalb er dazu rät, zu streiten statt zu schweigen.

Sich den Film anzuschauen wirkt schon wie eine Therapie: ruhige Musik, Blicke aufs Meer, Schwimmer, Taucher, ab und zu fährt ein Schiff vorbei. Außerdem sehen wir Yalom am Schreibtisch, auf dem Fahrrad und in Vorlesungen. Einmal kocht er auch mit seiner Frau in der Küche. Essen kann, nebenbei bemerkt, glücklich machen. Allerdings nur für kurze Zeit:

Auberginenscheiben mit Joghurt und Granatapfelkernen: 180 g griechischen Joghurt mit einer zerdrückten Knoblauchzehe, zwei EL Zitronensaft, drei EL Olivenöl, Salz, Pfeffer vermischen. Beiseite stellen. Backofen auf 220 Grad vorheizen. Drei mittelgroße Auberginen in ca. zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Auberginenscheiben auf ein Backblech legen, auf beiden Seiten mit reichlich Olivenöl einpinseln, mit Salz und Pfeffer bestreuen. 30 Minuten rösten, bis sich die Scheiben hellbraun färben. Abkühlen lassen. Zum Servieren die Auberginenscheiben auf die Teller geben. Mit dem Joghurt beträufeln, mit zwei EL gerösteten Pinienkernen und einer Handvoll Granatapfelkernen bestreuen, mit einer Handvoll Basilikumblättern garnieren. Dazu passen Reis, Couscous oder Baguette.

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