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Aus: Ausgabe vom 19.01.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Fall Oury Jalloh ein Justizskandal

Monitor | Do., 21.45 Uhr, ARD
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Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh am 7. Januar 2019 in Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt

Seit vierzehn Jahren beschäftigt der Fall Oury Jalloh die »Monitor«-Journalisten. Vierzehn Jahren, in denen sie immer wieder mit Aktivisten, Juristen, Medizinern und Gutachtern sprachen, die deutlich eine Selbstverbrennung des Mannes aus Sierra Leone in einer Polizeizelle in Dessau bezweifelten. Sollten wirklich Polizisten das Feuer gelegt haben? Ende 2018 hat die Naumburger Generalstaatsanwaltschaft beschlossen, die Ermittlungen endgültig einzustellen. Neue Erkenntnisse der Gutachter wurden bei dieser Entscheidung nicht berücksichtigt – nein, lieber wurde in den Prüfvermerk eine völlig abwegige Begründung geschrieben: Die Verbrennung Jallohs sei als Verdeckung einer vorherigen Tötung viel zu kompliziert gewesen, dann hätte man ihn leichter einfach nur außerhalb der Wache abgelegt. Die Tatbeteiligung von Polizisten sei daher ausschließbar. Das Fazit von »Monitor«: »Der Fall Oury Jalloh ist einer der größten Justizskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte und bleibt es bis heute.« (rw)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Mark Nu: Freibrief für Mord Die Begründung der Naumburger Staatsanwaltschaft ergibt keinen Sinn. Denn wäre es so, dass die Polizeibeamten dadurch entlastet wären, dass sie den Leichnam Oury Jallohs einfach außerhalb der Wache hä...

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