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Aus: Ausgabe vom 16.01.2019, Seite 12 / Thema
Literatur zur Novemberrevolution

Eine deutsche Revolution

Viel Innerlichkeit und Mystizismus, eine Chronologie der Verzagtheit und eine Abrechnung mit der SPD. Alfred Döblins vierteiliges Epos »November 1918« wiedergelesen
Von Lukas Holfeld
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Seelenkasten. 1941 konvertierte Alfred Döblin (1878–1957) zum katholischen Glauben. In »November 1918« lässt er seinen Helden eine mystisch-christliche Läuterungsgeschichte durchleiden und Rosa Luxemburg mit dem Satan ringen

»Träumt also Kolportage immer, so träumt sie doch letzthin Revolution.« (Ernst Bloch)

Die Erinnerung an die Novemberrevolution vor hundert Jahren findet vor allem in Kulturinstitutionen statt. So rief das Land Berlin einen »Themenwinter« aus, der von den »Kulturprojekten Berlin« getragen und noch bis März vor allem in Theatern, Kunstgalerien und auf Kleinbühnen abgehalten wird. Es ist also kein Wunder, wenn im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten nach früheren künstlerischen Verarbeitungsformen der Novemberrevolution gesucht wurde. Und dies durchaus zu Recht, nahmen doch am Revolutionsgeschehen auch Künstler und Intellektuelle teil. Dabei handelt es sich um große Namen, wobei mitunter kaum bekannt ist, dass ihr Werk maßgeblich durch die Erfahrung der Revolution geprägt worden ist. So etwa bei Alfred Döblin, der sich im Ersten Weltkrieg politisierte, im Zuge der Novemberrevolution der USPD anschloss und in der Weimarer Republik zur linken, antifaschistischen Intelligenz zählte. Sein Roman »November 1918« – vor dem Revolutionsjubiläum im Gegensatz zu »Berlin Alexanderplatz« ein beinahe vergessenes Werk – wurde vielfach aufgegriffen. Im Rahmen der Ausstellung »Versuch über eine Revolution« im Haus am Lützowplatz in Berlin-Tiergarten wurden Auszüge vorgetragen. Das Weimarer Nationaltheater dramatisierte einen Teil des vierbändigen Romans, ebenso das Theater Magdeburg, wo am 22. Februar die Uraufführung von »Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei« stattfindet.

Ein Exilroman

Döblin hat den Roman zwischen 1937 und 1943 im französischen und US-amerikanischen Exil geschrieben – als linker Intellektueller, zumal als Jude, floh er nach dem Reichstagsbrand vor den Faschisten. Seine Bücher wurden bei den Propagandaaktionen der Nazis im Mai 1933 verbrannt. Vor diesem Hintergrund ist »November 1918« zu verstehen. Die Machtübergabe an die Nazis und der Zweite Weltkrieg waren für den Autor Anlass, sich noch einmal mit der Novemberrevolution zu beschäftigen. Das Scheitern dieser Revolution und ihre Niederschlagung sind für ihn der Schlüssel zum Verständnis des Aufstiegs der Nationalsozialisten. Döblin zeichnet nach, wie das Handeln der Mehrheits-SPD (und insbesondere Friedrich Eberts und Gustav Noskes, die er mit bitteren Worten anklagt und verspottet) jenes Milieu gestärkt hat, aus dem später die Naziherrschaft erwachsen sollte. Dabei geht es ihm nicht nur um eine Abrechnung mit den Siegern der Geschichte – es ist auch eine mit ihren Verlierern. Döblin hält den Revolutionären selbst ihre Unentschiedenheit, Verzagtheit, ja ihren mangelnden Willen vor. So erscheinen auch jene, die eine Revolution befürworteten als Opfer von Obrigkeits- und Parteihörigkeit, als spießig und kleinlich. Der Spott trifft auch die USPD-Funktionäre in ihrer Unentschiedenheit, ihrem Wankelmut und ihrem Duckmäusertum, die stets verhandeln und nie handeln wollen. Die Spartakisten erscheinen als vielleicht aufrichtige Menschen, die aber nur zufällig auf der Seite der Revolution gelandet sind (die zumal gegenüber der unentschiedenen Masse Sache einer Minderheit ist), deren Dimension und Anforderungen sie nicht begreifen, der sie auch zufällig wieder abtrünnig werden können. Döblin zeichnet – nicht ohne ein gerüttelt Maß Zynismus – das Bild einer revolutionären Bewegung nach, die vor allem »deutsch« war und daher zur Revolution unfähig. Der ursprüngliche Titel des Romans sollte denn auch lauten »Eine deutsche Revolution«.

Eine solche Perspektive ist allzu verständlich vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Döblin mit den Deutschen vor der Niederschrift gemacht hatte und auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs machen musste: Als er am 9. November 1945 nach Deutschland zurückkehrte, ein weiteres Mal eine grundlegende Veränderung erhoffend und willens, im Sinne einer antifaschistischen Kultur zu wirken, wurde er erneut enttäuscht. 1953 ging er zum zweiten Mal ins Exil nach Paris. »Und als ich wiederkam, da – kam ich nicht wieder«, resümierte er später in »Abschied und Wiederkehr«.

Der enttäuschte Blick mag heute durchaus als Korrektur auch linker Mythen gelten. Döblin wollte keine Heldengeschichten erzählen, sondern eine Niederlage aufarbeiten. Und doch unterschlägt der Autor in seiner Art der Erzählung etwas: das Offene der historischen Situation 1918/19, das durchaus gegeben war, den massenhaften Bruch mit Militarismus und Obrigkeitshörigkeit, die kollektive Erfahrung, widersprechen zu können, die Tätigkeit der Massen, die quer zu den Strategien und Konkurrenzen der Parteien und ihrer Führer und damit zur parteimäßigen Interpretation dieser Geschichte lag, ein utopisches Moment, das sich in unterschiedlichen Vorstellungen künftiger Gesellschaftsformen ausdrückte. All das, was eben auch prägend für die Jahre 1918/19 war, sucht man in Döblins mehr als 2.000 Seiten umfassendem Werk vergeblich. Vielleicht ließe sich dies teilweise dadurch entschuldigen, dass solche Momente erst in der jüngeren Forschung wieder betont worden sind. Die Färbung der Erzählung beruht indes nicht auf fehlenden Informationen, sondern sie bildet den konsequenten Hintergrund für die Entfaltung einer für Döblin viel tiefer gehenden Revolution, einer geistigen nämlich.

Weg nach innen

Döblins Sympathieträger ist der Philologe und Gymnasiallehrer Oberstleutnant Friedrich Becker. Er verbindet die verschiedenen Handlungsstränge zu einer Einheit. Becker erlebt das Ende des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett im Elsass – er ist stark kriegsgeschädigt, ein Granatsplitter im Rückgrat verursacht eine zeitweise Lähmung der unteren Körperhälfte. Das Erwachen aus dem Koma und die Rückkehr in einen schmerzgeplagten Körper erfährt er als eine Art zweite Geburt. Er kehrt aber nicht nur körperlich beeinträchtigt aus dem Krieg zurück, sondern ist auch seelisch beschädigt. Becker fühlt sich mitschuldig am Krieg, der einen Einschnitt markiert. Diese Erfahrung veranlasst ihn, alles Bisherige in Frage zu stellen und Konsequenzen zu ziehen. Im Gegensatz zu seinem Gefährten Hans Maus, den er im Lazarett kennenlernt und der sich, zurück in Berlin, den Spartakisten anschließt (später wechselt er zu den Freikorps), kann Becker dem Anliegen der Revolutionäre nichts abgewinnen. Seine Zweifel sind grundlegender Natur. Er geht einen anderen Weg. Becker begibt sich auf eine metaphysische Sinnsuche, um einen festen Punkt in und bei sich selbst zu finden. Auf seinem Weg nach innen begegnet er in heftigen Halluzinationen allerlei Figuren: einem persönlichen Schutzgeist namens Johannes Tauler (der Namensgeber ist ein mittelalterlicher Mystiker und Schüler von Meister Eckhart), einem Dämon, der mehrfach die Gestalt wechselt, dem Satan höchstpersönlich und einem Cherub. Die seelischen Qualen, die Becker erfährt und die ihn beinahe in den Suizid treiben, sind Bestandteil einer mystisch-christlichen Läuterungsgeschichte. Es ist die absolute Verzweiflung, die letztlich die Quelle der Erfahrung des Göttlichen anzapfen und fließen lässt. Darin spiegeln sich auch Motive Döblins eigener Konversion zum Katholizismus in der Zeit des Exils, die seine jüdischen und kommunistischen Gefährten ratlos machte.

Die Entdeckung des christlichen Glaubens ist das Hauptmotiv von »November 1918«. Das Geschehen der Revolution bildet daher letztlich nur den Hintergrund des Romans. Es ist dies hinsichtlich der oben skizzierten Deutung der historischen Ereignisse allerdings ein konsequenter: Gerade weil die Situation 1918/19 in der Perspektive Döblins so verzweifelt und ausweglos erscheint, eignet sie sich für die Wegweisung nach innen, fördert die Hinwendung Beckers zum Christentum. Es bedarf einer großen Portion guten Willens, die Halluzinationen Beckers nicht als wirkliches Geschehen, sondern als der psychologischen Deutung zugänglich zu interpretieren, eine über weite Strecken hinweg dominante hochtrabende Schwülstigkeit hindert den Leser indessen daran. Das historische Hintergrundgeschehen und die individuelle Geschichte Beckers bleiben letztlich äußerlich. Und wenn sich Becker am Ende in Anwandlung christlicher Nächstenliebe den Spartakisten anschließt, um das in der Hand der USPD befindliche Berliner Polizeipräsidium gegen die Konterrevolution zu verteidigen (dieser Entschluss ist ein Ergebnis von Zufall oder göttlicher Fügung und bedeutet keinesfalls eine Parteinahme für die Spartakisten), so bleiben Motivation und Nöte seiner Mitkämpfer vage und verschwommen. Sie sind nur Abziehbilder, Projektionsflächen für die mitleidige Seele.

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Surreale Komik: In einer Szene seines Romans schildert Döblin den Auftritt der Soldaten der Volksmarinedivision (hier in einer Aufnahme von Mitte November 1918 im Berliner Marstall) vor Finanzbeamten, die dem Wahnsinn anheimfallen

Momente des Wahns

Ein anderer Erzählstrang lässt den heutigen Leser nicht weniger ratlos zurück: die Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller Erwin Stauffer und der Schauspielerin Luci, einer Liaison aus vergangenen Tagen. Er verläuft quer zu allen anderen erzählten Vorgängen, mit denen er keinerlei Berührung aufweist, und trägt intime autobiographische Bezüge. Stauffer ist ein gescheiterter, mittelmäßiger Dramatiker, den mit der Revolution nichts verbindet, außer dass er in eine Sinnkrise geraten ist. In dieser Situation entdeckt er die Briefe Lucis, die Stauffers (inzwischen geschiedene) Frau jahrelang vor ihm versteckt hielt, Briefe, deren Lektüre die damalige Liebe wieder aufflammen lässt. Stauffer spürt Luci auf, und sie verbringen einige Wochen als neu verliebtes, einander wiedergefundenes Paar. Im Laufe der Handlung wird die Liebe zwischen beiden aber immer mehr entzaubert: Ausgehend von der berauschenden Idee eines Neuanfangs stürzen die beiden in eine tiefempfundene Mittelmäßigkeit. Natürlich gibt es so etwas auch in der Wirklichkeit. Gleichwohl gelingt es Döblin nicht, den Bezug zu einem Allgemeinen herzustellen. Die ganze Liebesgeschichte zwischen Stauffer und Luci hat etwas Peinliches, Kolportagehaftes (Blochs Bestimmung der Kolportage kommt so zu einer lustigen Entsprechung). Als Leser fühlt man sich in die Rolle des Voyeurs gedrängt.

Der Roman ist über weite Strecken durch eine düstere und schwermütige Stimmung geprägt. Man hat zuweilen den Eindruck, der Autor habe phasenweise selbst die Lust am Erzählen verloren – an einer Stelle, als der Erzähler über den bisherigen Fortgang der Handlung reflektiert, gibt er offen zu erkennen, dass er nicht mehr weiß, was ihn noch an den Stoff bindet. Aber da er nun schon mal einen großen Teil der Strecke zurückgelegt hat, muss er schließlich fortfahren … Das gilt auch für den Lesenden.

Dabei gibt es gleichwohl immer wieder interessante Passagen, auch Surreales, das zum Lachen anregt – etwa eine Szene, in der die Matrosen der Volksmarinedivision im Finanzministerium ihre Löhnung beantragen. Dies wollen sie durchaus im Sinne der sozialistischen Republik verstanden wissen – ein Stichwort, das den kaiserlichen Geheimräten im Finanzministerium die Spucke wegbleiben lässt. Vom Wahnsinn befallen rufen sie nach Wasser, wodurch eine irrwitzige Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, bei der die Finanzbeamten verunglücken, durch neue Methoden wieder zusammengefügt werden, das Finanzministerium zusammenfällt, sich die Matrosen (an das Warten gewöhnt) rasant vermehren, usw. … bis alles wieder wundersam zusammengefügt ist und sich die Matrosen von einem USPD-Minister besänftigen lassen. Zwölf Sekunden dieses Wahnsinns sind auf gut sieben Seiten ausgeschmückt. Abgesehen von solchen Einsprengseln erinnert der Roman jedoch eher an Leo Tolstoi (sowohl was Erzählstil als auch Motivik betrifft) denn an einen modernen Roman des 20. Jahrhunderts, was einigermaßen verwundert, wenn man weiß, dass Döblin einmal zur literarischen Avantgarde zählte.

»Karl und Rosa«

Die vier Teilbände sind jeweils mit eigenen Titeln versehen: »Bürger und Soldaten«, »Verratenes Volk«, »Heimkehr der Fronttruppen«, »Karl und Rosa«. In jenem vierten Teil also geht Döblin Liebknecht und Luxemburg in deren letzten Lebensjahren und -wochen bis zu ihrer Ermordung am 15. Januar 1919 durch Freikorpssoldaten nach. Im Gegensatz zu Friedrich Becker werden beide durchgängig beim Vornamen genannt – sie sind die Volkshelden, die jeder mit Du ansprechen darf. So lässt auch die Erzählperspektive kaum Distanz zu den beiden Figuren erkennen, sondern zeigt sie ganz intim. Liebknecht erscheint als fanatischer Redner, getrieben von den Ereignissen – ein Mann, der weder ein Blanqui noch ein Lenin ist, gezeichnet als kreischender, zerzauster, aufgeregter Vogel vor einem Publikum, das sich für Stimmungen und Stimmungsmache interessiert, aber kaum für den Inhalt seiner Reden. Luxemburg hingegen ist die ehrliche Haut, die sensible Theoretikerin, die an den Ereignissen leidet. Mit Becker verbindet sie das Halluzinieren – im Gefängnis erscheint ihr der im Feld gefallene Freund Hannes, dessen Seele sie in ihren Körper aufnimmt, was freilich zu Konflikten führt. Die Auseinandersetzung mit Hannes nimmt zwischenzeitlich Züge an, die an Horrorfilme wie »Der Exorzist« erinnern. Später folgen Unterredungen »Rosas« mit dem Satan und einem Engel. Als sie stirbt, wird sie von zwei himmlischen Löwen zum Tor des Paradieses begleitet.

So sehr es dem Romancier zusteht, private Details und persönliche Gespräche auch von historisch realen Figuren fiktiv auszugestalten, so wenig kann dies im Fall von »Karl und Rosa« überzeugen. Deren Beziehung gipfelt schließlich in einer Gegenüberstellung: Karl Liebknecht, der gegen theoretische Bedenken zum Handeln, zum Durchgreifen drängt, letztlich die Diktatur befürwortet versus Rosa Luxemburg, die Theorie und Gewissen gegen voreiliges Handeln stellt und an Liebknecht diktatorische Züge kritisiert. Ein ziemlicher Schematismus. Als ob Luxemburg – die auf dem Boden des Historischen Materialismus an den Bolschewiki die Unterdrückung der bewegungs- und parteiinternen Opposition kritisierte – nicht auch geschrieben hätte: »Jawohl: Diktatur!« (in: »Zur russischen Revolution«). Als ob sie – die eine Revolution nur mit einer zuvor errungenen Mehrheit für möglich hielt – nicht auch geschrieben hätte, dass das revolutionäre Proletariat die Mehrheit in den Kämpfen, in vorwärtsdrängenden Aktionen erreichen müsse.

Die Quintessenz herauslösen

Bei aller Kritik, und obwohl das historische Geschehen als Hintergrund für eine christliche Läuterungs- und Erleuchtungsgeschichte dient, sind Döblin seine genauen und detailreichen Quellenstudien zugute zu halten. Er hat Briefwechsel, Texte und Reden von Liebknecht und Luxemburg studiert, hat Artikel der damaligen Tagespresse, zeitgenössische Forschungsarbeiten, auch Korrespondenzen und Selbstdarstellungen von Akteuren der SPD und der Militärs gesichtet. Dabei kann er einen Eindruck davon vermitteln, dass die jeweiligen Fraktionen des revolutionären und gegenrevolutionären Geschehens nie einheitliche Blöcke waren. Historische Entscheidungen und Taten waren immer auch Ergebnis von Aushandlungen und Macht(un)gleichgewichten innerhalb dieser Blöcke. Da die Darstellung der Ereignisse (insbesondere auf seiten der SPD und der Militärs) mit den Handlungen der Hauptfiguren kaum vermittelt und verschränkt sind, gäbe es die Möglichkeit, diese Passagen aus dem Roman herauszulösen und unabhängig zu publizieren. Die Leserinnen und Leser könnten sich dann die Quintessenz der tatsächlichen historischen Deutung Döblins jenseits der mystisch-christlichen Ausschweifungen erschließen und wären davor bewahrt, sich durch den tausendseitigen Schwulst quälen zu müssen.

Es ist diese Quintessenz, die Brecht 1950 bewogen haben mag, der DEFA die Verfilmung von »November 1918« zu empfehlen. Der lange Zeit mit Döblin befreundete Dramatiker notierte mit Blick auf den Roman: »Verräterische Hilfestellung der Sozialdemokratie für bankrottes Bürgertum und politische Unreife eines großen Teils des Proletariats« – eine Deutung, die zur Diskussion gestellt werden mag im Rahmen einer historischen Debatte über die Novemberrevolution, die längst nicht abgeschlossen ist. In jedem Fall wäre es ein Beitrag, der Sebastian Haffners These bestärkt, dass es in der ganzen Naturgeschichte »kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei« gibt. Im übrigen ist der Roman nicht nur Reflexion der deutschen Misere, sondern selbst deren Ausdruck.

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