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Aus: Ausgabe vom 28.12.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Intervention gescheitert

Interview | Do., 8.10 Uhr, DLF
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Unbestechliche, mutige Stimme: Der Publizist Jürgen Todenhöfer stellt den Sinn von Militärinterventionen in Frage

Der Publizist Jürgen Todenhöfer hat sich einen Ruf als unerschrockener Berichterstatter erworben, als er etwa 2014 für eine Reportage ins vom »Islamischen Staat« (IS) besetzte Mossul reiste. Nach dem angekündigten Abzug des US-Militärs aus Syrien gefragt, glaubt er nicht, dass dieser etwas ändere. Schließlich würden nur Bodentruppen abkommandiert, die nicht in Kämpfe involviert waren. Als Motiv vermutet er eine »Mischung aus Niederlage, Feigheit und Verrat«. Keines der Ziele der Intervention habe erreicht werden können: den IS besiegen, Syriens Präsident Baschar Al-Assad stürzen und Iran schwächen. Militäreinsätze und permanente Einmischungen seien grundsätzlich keine geeigneten Mittel gegen Terrorismus. Nach der Irak-Invasion 2003 hätten die USA auf Kooperation mit der sunnitischen Bevölkerung setzen und die Entstehung des IS aus »Al-Qaida im Irak« verhindern können. Statt dessen hätten sie auf Gewalt und Zerstörung gesetzt und damit die Ausbreitung des Terrorismus nur weiter angeheizt. (jt)

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