Aus: Ausgabe vom 17.12.2018, Seite 9 / Kapital & Arbeit

Tarifeinigung zwischen EVG und Bahn

Erste Anhebung um 3,5 Prozent im Juli 2019. DB-Spitze kürzt bei externen Beratern

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Bei der EVG organisierte Bahnmitarbeiter wissen immerhin, was auf sie zukommt

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Deutsche Bahn haben sich am Samstag morgen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent vor. Bei einer Laufzeit von 29 Monaten erfolgt die Anhebung in zwei Stufen. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, im darauffolgenden Jahr noch einmal um 2,6 Prozent. Der Vertrag gilt rückwirkend ab dem 1. Oktober 2018. Die Beschäftigten, für die er greift, erhalten zusätzlich eine Einmalzahlung von 1.000 Euro, also für die neun Monate jeweils rund 111 Euro.

Die erzielte Einigung kommt auch Auszubildenden und Werksstudenten zugute. So wird die Ausbildungs- und Studienvergütung um insgesamt 100 Euro angehoben. Zum 1. Juli 2019 steigt sie um 60 Euro und ein Jahr später um weitere 40 Euro. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 460 Euro. Auch wird der Unternehmensanteil an der betrieblichen Altersvorsorge erhöht.

Welche Auswirkungen dieser Tarifabschluss für das weitere Vorgehen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat, war bis Redaktionsschluss unklar. Der Deutschen Presseagentur sagte eine Sprecherin am Sonntag: »Wir werden uns an diesem Wochenende nicht äußern.« Die GDL hatte am Freitag ihre Tarifverhandlungen mit dem Bahn-Konzern für gescheitert erklärt (siehe jW vom 15.12.) und rückte damit von ihrer zuvor erklärten Zustimmung zum Angebot der Bahn ab. Warnstreiks der Lokführergewerkschaft sind allerdings bis Jahresende per Vereinbarung der GDL mit der Deutschen Bahn ausgeschlossen. Der nächste Schritt ist ein Schlichtungsverfahren zwischen beiden Seiten.

Wie die Bild am Sonntag berichtete, habe der Konzernvorstand derweil eine deutliche Reduzierung der Ausgaben für externe Berater beschlossen. Demnach sei ein »Budgetdeckel von 100 Millionen Euro« vorgesehen, wie das Blatt einen Sprecher zitierte. (dpa/AFP/jW)


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