• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 15.12.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Borschtsch

Von Ina Bösecke

Erst in der Ferne lernt man sich selbst kennen, heißt es in einem Sprichwort. Nur wenige Menschen trauen sich, ihre Komfortzone zu verlassen, um neue Erkenntnisse über sich zu gewinnen. Und wie sieht das bei Tieren aus? Auf jeden Fall ähnlich aufregend und aufschlussreich, wenn man sich »Madagascar 1–3«, die computeranimierten Trickfilme aus dem Hause Dreamworks Animation (USA 2005, 2008, 2012), von Eric Darnell und Tom McGrath anschaut. Der Löwe Alex, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferddame Gloria haben es eigentlich sehr schön in ihrem New Yorker Zoo. Ein angenehmes Gehege, jede Menge Futter und noch mehr Aufmerksamkeit seitens der Zuschauer. Speziell Alex ist der große Star des Zoos und genießt den täglichen Applaus, den er erhält. Aber Marty ist gelangweilt vom gesicherten Leben. Als vier verrückte Pinguine einen Tunnel in die Freiheit graben, ist er nicht mehr zu bremsen und flieht. Seine Freunde laufen vor Schreck hinterher.

Im ersten Teil der Trickfilmreihe landen die vier New Yorker Zootiere unter abenteuerlichen Umständen auf Madagascar und treffen dort auf ein partysüchtiges Volk von Lemuren. Im zweiten Teil verschlägt es sie aufs afrikanische Festland. Dort können sie ihre Geschichte studieren, Alex zum Beispiel trifft seine Eltern wieder, denen er einst entrissen wurde. Aber die Zootiere müssen bald erkennen, dass die Wildnis gar nicht so romantisch und permanent aufregend ist, wie sie sich das im wohlbehüteten Zoo vorgestellt hatten. Also ab nach Hause in den New Yorker Zoo, aber wie, wenn das Flugzeug der Pinguine den Geist aufgegeben hat?

Die vier können sich in »Madagascar 3« einem Wanderzirkus anschließen, der seine große Zeit bereits hinter sich hat. Alex, Marty, Melman und Gloria hauchen der Truppe wieder neuen Elan ein, die Tiere sprühen vor Ideen, und die neu kreierte Show wird einzigartig. Auch der schwermütige russische Tiger Vitaly, Chef des Unternehmens, traut sich am Ende wieder zu, durch einen winzigen Reifen zu springen. Später werden die Zirkustiere den Zootieren helfen, aus ihrem alten Heim zu fliehen, nach dem sie sich so gesehnt hatten. Zuhause ist nach einer weiten Reise eben nicht unbedingt mehr das, was es vor der Reise war.

Der einzige, der regelmäßig etwas verzehrt im Film, ist Vitaly, der russische Tiger. Selbstverständlich einen Borschtsch: 40 g Butter in einem Topf zerlassen. Eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen (jeweils fein gehackt) darin weich dünsten. 500 g Rote Bete, ein Staudensellerieherz (gewürfelt), zwei Tomaten (geschält, entkernt und gewürfelt), eine Prise Zucker, eine Prise Salz, zwei El Weißweinessig, 1,5 l Fleischbrühe zugeben, bei mittlerer Temperatur 30 Minuten garen. In einem zweiten Topf in etwas Butter 400 g Kartoffeln (in Spalten geschnitten) und 400 g Weißkohl (in Streifen geschnitten) kochen. Eine Tomate (geschält, entkernt und gewürfelt), 500 g Rindfleisch und die Rote-Bete-Sellerie-Mischung zugeben, umrühren, alles weitere zehn Minuten garen. Mit Salz abschmecken. Mit zwei El Petersilie bestreuen, Topf vom Herd nehmen. Suppe in eine Terrine füllen, 250 g saure Sahne separat dazu servieren.


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