Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Gegründet 1947 Sa. / So., 16. / 17. Oktober 2021, Nr. 241
Die junge Welt wird von 2589 GenossInnen herausgegeben
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder > Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Kauf im Kiez! Zum jW-Kioskfinder >
Aus: Ausgabe vom 17.11.2018, Seite 11 / Feuilleton

Der deutsche Zustand

»Der deutsche Zustand bin ich«, sagte Hans W. Geißendörfer, als seine »Lindenstraße« nach Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken schien aus dem deutschen Fernsehen. Im März 2020 wird nun die letzte Folge zu sehen sein, wie die ARD am Freitag unter Hinweis auf ihre »wirtschaftlichen Rahmenbedingungen« mitteilte. Die Familiensaga begann Ende 1985 und sorgte immer mal wieder für Aufregung. Klaus Beimer wurde Neonazi, Benno Zimmermann erkrankte an AIDS, es ging um Teenie-Schwangerschaften, Drogen, Homosexualität (mit Zunge!), Essstörungen und Wechseljahre. 1986/87 war Christoph Schlingensief Aufnahmeleiter, von 1995 bis 2013 hatte Harry Rowohlt Kurzauftritte als ein Herr Rennep (rückwärts lesen). Von anfänglich mehr als zehn Millionen Zuschauern ist kein Fünftel mehr übrig. Wobei Erfolg ja nicht alles ist: Gelegentlich ist in der Serie noch von »Jo in Hollywood« die Rede, dann geht es um den bis 1992 von Til Schweiger gespielten Bundeswehrsoldaten Jo Zenker. Gerüchteweise soll er im Serienfinale als Trauma-Psycho die Kulissen in Rauch aufgehen lassen. (jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Dagmar Schön: Blöde Zuschauer Das Aus der Serie »Lindenstraße« provoziert grundsätzliche Fragen über die Besetzung der Entscheidungsgremien im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen. Denn neben dem Aus für diese Serie lassen sich Prog...

Mehr aus: Feuilleton

Die Buchlesewoche der Tageszeitung junge Welt vom 20. bis 23. Oktober. Alle Infos hier!