Aus: Ausgabe vom 13.10.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gewalt und Terror

Pacifica Radio | Online

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Ein Sicherheitsbeamter betritt das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul (9.10.2018). Anfang Oktober war Dschamal Chaschukdschi verschwunden, als er in der Auslandsvertretung Dokumente abholen wollte

Wurde der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi ermordet, als er im Istanbuler Konsulat seines Landes Papiere abholen wollte, wie türkische Stellen behaupten? Im Gespräch mit Pacifica Radio erinnert der Politologe As’ad Abu Khalil, bekannt als Betreiber des »Angry Arab«-Blogs, daran, wie der starke Mann der Golfmonarchie, Kronprinz Mohammed bin Salman, einen Gegner nach dem anderen ausschaltete und sich in einen regelrechten Verfolgungswahn hineinsteigerte: Je mehr er seine Machtbasis durch Gewalt und Terror zu festigen suchte, desto brüchiger wurde sie. Dabei sei er nicht einmal davor zurückgeschreckt, den libanesischen Premierminister Saad Hariri zu entführen. Chaschukdschi sei nicht wegen seiner »milden Regimekritik« in Ungnade gefallen, sondern weil er den falschen Scheichs als Sprachrohr gedient habe. Die USA, die angeblich von dem Plot wussten, ließen die Saudis in der Regel gewähren, die Türkei nutze das Verbrechen, Riad in eigenem Interesse unter Druck zu setzen. (jt)


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