Aus: Ausgabe vom 15.09.2018, Seite 16 / Aktion

Das verschwiegene Fest

Woran die Tageszeitung junge Welt mitwirkt und worüber andere nicht einmal berichten

Gegeninformation shoppen: Nach den Veranstaltungen konnte man am jW-Stand unter anderem die vorgestellten Bücher erwerben
In Gedenken an Salvador Allende: Schauspieler Rolf Becker (Foto) begleitete den chilenischen Gitarristen Nicolás Miquea
Die junge Welt wird weiter Printprodukt bleiben. Chefredakteur Stefan Huth, Verlagsleiter Andreas Hüllinghorst und Geschäftsführer Dietmar Koschmieder im Gespräch
Autor Ronald Weber mit Redakteur Daniel Bratanovic bei der Vorstellung der Biographie »Peter Hacks. Leben und Werk«
Beim Bemmefrühstück konnte man sich mit den Nachrichten der aktuellen jungen Welt versorgen
Die Wege waren voll: Das UZ-Pressefest in Dortmund war gut besucht
Für das leibliche Wohl wurde an der Lenin-Bar gesorgt
Titelverteidiger: »Das bedeutendste und auflagenstärkste Printmedium im Linksextremismus« (Verfassungsschutzbericht 2017, BMI)

Wenn 40.000 Linke zusammenkommen, um gemeinsam zu diskutieren, entschlossen Widerstand zu formieren, Kunst zu genießen und entspannt zu feiern, passt das für die ­»Qualitätsmedien« dieses Landes in keine mediale Schublade. Das umfassende Schweigen zum erfolgreichen Verlauf des UZ-Pressefestes am vergangenen Wochenende in Dortmund war zu erwarten. Es verwundert dann allerdings schon, wenn einer erklärtermaßen sozialistischen Tageszeitung das größte linke Fest auf deutschem Boden nicht einmal eine Zeile wert ist. Zumal dieses Presseorgan mit einem, wenn auch eher dezent betriebenen, Infopavillon und einem Lokalredakteur vor Ort vertreten war.

Die Tageszeitung junge Welt ist in Zeiten wie diesen unentbehrlich, allein ein vergleichender Blick auf die Berichterstattung zum Thema Pressefest genügt, dies festzustellen. Wer uns kennt, weiß, dass wir es nicht beim bloßen Berichten bewenden lassen. Wo linke Debatte und Gegenkultur sich entfalten, bringen sich die Macherinnen und Macher von jW und M&R gern mit eigenständigen Beiträgen ein. Mehr noch: Alljährlich produzieren wir eine Art »junge Welt mit anderen Mitteln« in Form der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. Ein vom Aufwand her als Kleinausgabe dieses Forums einzuschätzender Verlagsauftritt war auch in Dortmund zu erleben. 13 durchweg spannende Veranstaltungen, die wichtige Themensetzungen von jW und M&R repräsentierten, zogen weit mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher an. Die in der aktuellen jW-Wochenendbeilage zu findende Bildreportage und eine weitere Fotostrecke in der Onlineausgabe lassen ein wenig die großartige Atmosphäre dieser Veranstaltungen erahnen.

So wie die Rosa-Luxemburg-Konferenz sind auch unsere Aktivitäten auf dem Pressefest ohne die Mitwirkung aufopferungsvoll tätiger Unterstützerinnen und Unterstützer nicht denkbar. Sandra B., Michael K., Claudia K., Helga H., Günter G., Marion W., Sonja R., Maike W. und Silke A. gilt unser ganz herzlicher Dank! Erschöpft, aber begeistert kündigten einige von ihnen noch am Abschlussabend in Dortmund an, beim nächsten Mal unbedingt wieder dabeisein zu wollen. Weil dieses tolle Fest wie auch diese einzigartige Tageszeitung unverzichtbar seien und Hoffnung machten. Versuche, linke Feste totzuschweigen, werden mit diesem Rückhalt auch künftig nicht fruchten.


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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Harald Möller: Warum berichten? Die Antwort ist einfach. Wenn zwei Zeitungen ein Fest veranstalten, warum sollten andere Medien darüber berichten? Egal, ob sie nun sozialistisch ausgerichtet sind oder nicht. Die junge Welt berichtet...
  • Hanafi Tjahjadi: Gehört zum System jW hat bisher auch das gleiche gemacht, wenn andere für jW unangenehme Gruppen oder Organisationen irgendeine Veranstaltung oder Aktionen machen, wird auch nicht berichtet, auch wenn die Organisatione...

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