Aus: Ausgabe vom 15.09.2018, Seite 10 / Feuilleton

Wessen soll man sich noch widmen?

Von Wiglaf Droste

Wessen soll man sich noch widmen

in den Vollkaputtnik-Welten?

Wo erklingen noch die Rhythmen

die dies Wort zum Singular erhellten?

Manche gehen einfach stiften

lassen ihre Frau’n sich liften

»Botox to go« gibt’s am Kurfürstendamm in Berlin

Mir reicht der Name, es gibt so unerquickliche Quick-Phantasien

Man setzt auf Kohle, Penunze, auf Geld und Zaster

Und is’ noch was übba, stöhnt der glotzende Rest:

»Boah, watt verpasst der?!«

Nichts, ihn überrollt, mit 30 Tonnen, sein eigener Laster.

(Sie können statt »eigener« auch »eigenes« schreiben.

Wenn Sie nicht mögen, lassen Sie’s bleiben.)

Ich bleibe bei Ihnen und halt’ Ihre Hand

Und sag Ihnen, trennbar niemals sind Gefühl und Verstand.

Ja, die Äpfel und die Pflaumen,

wild bewegen sie den Gaumen,

und verführ’n den alten Mann,

zu probier’n, ob er’s noch kann.

Kokolores! Aber ein schöner!

Lautstark pocht der Wahn der Liebe,

an die Tür, ja, öffne sie, bleib ein Verwöhner.

Und gib den Fittis des perversen Verzichts

alle Hiebe.

Schenk ihnen nichts, sie kennen die Liebe

nicht. Und vergiss nie: Sie sind Nazis, weil sie es sein wollen

und – ohne jedwede Verschwörung – auch sein sollen

Bitte kein Sozialdrama-Gebläh

Mit Schaf, Getreide und Sense: immer Bauer, mäh-mäh.

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