Aus: Ausgabe vom 05.09.2018, Seite 3 / Schwerpunkt

Feiern und kämpfen

DKP richtet am kommenden Wochenende das 20. UZ-Pressefest in Dortmund aus. Zehn Bühnen und zwölf Zelte für Kultur und Diskussion

Von Markus Bernhardt
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Ab Freitag wieder das Ziel Tausender Linker: das Pressefest von Unsere Zeit im Dortmunder Revierpark Wischlingen

Ab Freitag findet in Dortmund das Pressefest des DKP-Parteiorgans Unsere Zeit (UZ) statt. Für drei Tage lädt die Deutsche Kommunistische Partei Mitglieder, Sympathisanten und Interessierte zum größten Fest der politischen Linken bundesweit ein. Wie bereits in den letzten Jahren findet das Pressefest, das in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wird, im Revierpark Dortmund-Wischlingen statt.

Neben politischen Diskussionen, kulturellen Beiträgen, den Auftritten von Liedermachern, Bands und Künstlern, Lesungen und politischen Vernetzungstreffen soll wie üblich auch das Feiern nicht zu kurz kommen. Grund genug dafür haben Kommunistinnen und Kommunisten: Feiert doch die DKP in diesem Jahr ihr 50. Bestehen, und vor 100 Jahren wurde die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet. Auch die Liste der Gratulanten ist lang und liest sich wie das »Who›s who« der politischen Linken in Deutschland. So erwartet die DKP etwa Egon Krenz, den ehemaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR, der aus seinem neuen Buch »China, wie ich es sehe« lesen wird. Krenz wird auch am großen Antikriegsmeeting der Partei auf der Hauptbühne teilnehmen, welches der Liedermacher und Schriftsteller Konstantin Wecker und die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano – beide unermüdlich im Kampf gegen rechts – beschließen werden.

Geplant ist ein Auftritt des Schauspielers Rolf Becker, der Teile des Kommunistischen Manifests vortragen wird. Die bekannte Ska-Band The Busters dürfte vor allem jüngeres Publikum anlocken. Für dieses steht zudem das Zelt der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) bereit, die in diesem Jahr ebenfalls ihren 50. Geburtstag feiert und ein breitgefächertes Programm an Veranstaltungen und Konzerten organisiert hat.

Auf insgesamt zehn Bühnen und in zwölf Programmzelten haben Besucherinnen und Besucher des Festes die Möglichkeit, sich mit politisch Gleichgesinnten auszutauschen und zu diskutieren. Es finden Dutzende Diskussionsrunden zu ganz unterschiedlichen Themen statt.

»Aber auch die zahlreichen Vernetzungstreffen von Aktiven, zum Beispiel beim Branchentreffen von Beschäftigten im Gesundheitswesen, lohnen eine Teilnahme«, sagte Patrik Köbele, Parteivorsitzender der DKP, gegenüber jW. Außerdem natürlich: Kraft tanken, diskutieren und gemeinsam feiern – in einer solidarischen Atmosphäre. Das alles ohne Eintritt, dafür mit klarem Bekenntnis: »Für Frieden, Arbeit, Solidarität!« – das, so Köbele, sei das Ziel des Pressefestes.

Auch junge Welt und Melodie & Rhythmus (M&R) haben ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Wir laden unsere Leserinnen und Leser – und alle die, die es noch werden wollen – in unsere Lenin-Bar ein. Mehrere Verlagsmitarbeiter, Redakteurinnen und Redakteure sowie Stammautoren werden dort anzutreffen sein und sich den Fragen und Anregungen der Leserinnen und Leser stellen.

Programm im Zelt von jW und M&R

Freitag, 7. September 2018

17.00 Uhr, Eröffnung der Lenin-Bar im junge Welt-Zelt

17.30 Uhr, Diskussion: Tageszeitung junge Welt – »Bedeutendstes und auflagenstärkstes Medium im Linksextremismus« oder »NATO-Brückenkopf«? Mit Stefan Huth (jW-Chefredaktion), Dietmar Koschmieder (Geschäftsführung), Moderation: Andreas Hüllinghorst (Verlagsleitung)

18.30 Uhr, Buchvorstellung: »Aufmarschgebiet Baltikum« (Phalanx-Verlag, 2018). Autor Uwe Markus im Gespräch mit Stefan Huth (jW-Chefredaktion)

20.00 Uhr, Musikalisch-dokumentarisches Programm: »Hier ist die Erde bitter«. Das Trio Quijote über die deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland 1941–1945

22.00 Uhr, Konzert: The Pokes Unplugged

Samstag, 8. September 2018

ab 9.00 Uhr, Bemme-Frühstück

11.00 Uhr, Buchvorstellung: »Peter Hacks. Leben und Werk« (Eulenspiegel-Verlag, 2018). Autor Ronald Weber (jW-Redakteur Thema-Ressort) im Gespräch mit Daniel Bratanovic (Ressortleiter jW-Thema)

13.00 Uhr, Buchvorstellung: »Der allgegenwärtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit« (Westend-Verlag 2018). Susann Witt-Stahl (M&R-Chefredakteurin, Gastautorin des Bandes) präsentiert Moshe Zuckermanns neues Buch. Mit Esther Bejarano und Rolf Becker

14.30 Uhr, Podiumsgespräch: Gegenkultur: Künstler für eine Ästhetik wider den Zeitgeist. Mit: Diego Castro (Frontmann der Band Black Heino), Robert Newald (Fotograf und Filmproduzent), Nirit Sommerfeld (Sängerin des Orchesters Shlomo Geistreich), Anja Panse (Schauspielerin und Regisseurin); Moderation: Susann Witt-Stahl (M&R-Chefredakteurin)

15.30 Uhr, M&R-Konzert: Black Heino solo (Berliner Garagenrock-Combo Black Heino ), Nirit Sommerfeld & Orchester Shlomo Geistreich (Klezmer, israelische Volksmusik)

19.30 Uhr (Achtung! Wir beginnen pünktlich!), Theater: Dortmund-Premiere des Theaterstücks »Rosa – Trotz alledem«

22.00 Uhr, Konzert: Cressy Jaw (Crossover-Trio-Unplugged)

Sonntag, 9. September 2018

ab 9.00 Uhr, Bemme-Frühstück

11.00 Uhr, Diskussion: Strategien der Konterrevolution in Lateinamerika. Mit André Scheer (Ressortleiter jW-Außenpolitik)

12.00 Uhr, Konzert und Lesung: En memoria: Salvador Allende – 45. Todestag. Mit Nicolás Miquea und Rolf Becker

14.00 Uhr, Podiumsgespräch: Diktatur und Widerstand in der Türkei. Mit Nick Brauns (Journalist), Moderation: Sebastian Carlens (jW-Redaktion)

15.30 Uhr, Kehraus in der Lenin-Bar


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