Aus: Ausgabe vom 24.08.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kinderfresser

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Werben für›s Sterben. Hier bei der Marine in Berlin

Die Bundeswehr hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder als Kanonenfutter zu verwenden. Die Offiziere von der Nachwuchsgewinnung sind froh über jeden Bewerber. Denn die Zahl der Soldaten ist aktuell um 15 Prozent zurückgegangen. Ein Besuch in Düsseldorf, in einem der bundesweit 16 »Nachwuchszentren« der Truppe, in dem »Rekruten auf Zeit« herangezüchtet werden: »Ja, vor zwei Jahren hab’ ich noch mehr mit Playmobil gespielt, und das ist für meine Mutter auch sicherlich schwierig, dass der kleine Junge jetzt da auf einmal Soldat werden möchte«, sagt ein 17jähriger. Wenn er alle Tests besteht, wird er einen Posten in der »Mangelverwendung« antreten, zum Beispiel als Panzergrenadier. Zwar machten sich die Eltern Sorgen, »dass ich sterbe«, aber »im Auslandseinsatz, die Abenteuer, die man dann erlebt, das ist schon was«. Ob sie wissen, was sie da tun? »Man macht sich halt erst Gedanken darüber, wenn man dann in der Situation ist. Dann fängt man erst an, darüber nachzudenken.« Eltern haften für ihre Kinder. (sz)

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