Aus: Ausgabe vom 18.08.2018, Seite 7 / Ausland

Kampagne gegen PCV

KP Venezuelas weist Vorwürfe zurück

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Solidaritätskundgebung für Venezuela am 17. August 2017 in Buenos Aires

Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) hat in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung »an das gesamte venezolanische Volk« Vorwürfe zurückgewiesen, die ein führendes Mitglied mit Plänen in Verbindung bringen, führende Repräsentanten der Regierung zu ermorden. Die PCV habe nie in Verbindung mit terroristischen Aktionen oder Putschvorbereitungen gestanden, so das Politbüro.

Anfang der Woche war in Táchira ein Unteroffizier der Nationalgarde festgenommen worden, der den früheren Bürgermeister von Caracas, Freddy Bernal, ausspioniert haben soll. Nach Informationen regierungsnaher Medien soll dieser zusammen mit Kabinettsmitgliedern und anderen Funktionären auf einer Liste von Personen gestanden haben, die ermordet werden sollten.

Der inhaftierte Nationalgardist stellte sich als Assistent von Yhon Luna vor, der dem Zentralkomitee der PCV angehört und Abgeordneter des Regionalparlaments im Bundesstaat Táchira ist. Konkrete Belege für eine Verwicklung Lunas in die mutmaßliche Verschwörung gibt es den Medienberichten zufolge offenbar nicht. Die Kommunisten fordern von der Generalstaatsanwaltschaft und dem Obersten Gerichtshof die Einsetzung einer Sonderkommission, die »nicht von Partikularinteressen bestimmter Beamter der Staatssicherheit verunreinigt« sei, um die Vorwürfe unvoreingenommen zu untersuchen. Luna sei, so vermutet die Parteiführung, hochrangigen Funktionären unbequem geworden, weil er gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen durch Staatsfunktionäre in Táchira aufgetreten sei. Luna selbst kündigte in der Nacht zum Freitag über Twitter an, er werde weiter Verletzungen der verfassungsmäßigen Rechte und Machtmissbrauch anprangern. (jW)

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