Aus: Ausgabe vom 08.08.2018, Seite 16 / Sport

Alte Lappen putzen gut

Von André Dahlmeyer
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Mit 39 kann man schon mal Schluss machen: Daniel »Rolfi« Montenegro (M.) sagte »Adiós!« zu Huracán

Einen wunderschönen guten Morgen! Am Freitag beginnt endlich die neue Saison im Silberland. Auffällig ist, wieviel alte Säcke noch in der »Superliga«, wie die Meisterschaft der Primera División seit der vorigen Saison heißt, spielen. In Argentinien muss man kein Torwart sein, um mit 40 noch voller Adrenalin dem Ball nachzujagen und vielversprechende Talente von hinten umzumähen, welche die eigenen Kinder sein könnten. Juan Carlos Blengio spielte zuletzt tatsächlich mit seinem Sohn zusammen. Matías stand im Tor von Tigre, einem Verein aus dem Norden von Buenos Aires, und Juan Carlos organisierte davor die Innenverteidigung. Vor rund einem Monat ließ sich der topfitte 38jährige von seinem Klub überreden, einen Posten in der Jugendarbeit zu übernehmen.

Der 39jährige Leandro »El Chavo« Desábato hing vor ein paar Wochen bei Estudiantes de La Plata die Botten an den berühmten Nagel. Der Verteidiger und Standardspezialist gewann 2009 mit Estudiantes die Copa Libertadores. Dort hält nun sein Kollege Rodrigo »Chapu« Braña die Stellung, der im März 40 wird. Ein anderer Roadrunner ist Adrián »Polaco« Bastía (39), der bereits 2001 Meister mit dem Racing Club wurde und aktuell die Farben von Colón de Santa Fe verteidigt. Vergangene Woche stand er bei dem historischen Sieg Colóns im Morumbí gegen São Paulo (Copa Sudamericana) auf dem Platz. Es war das erste Mal überhaupt, dass dort ein argentinisches Team gewinnen konnte.

Pablo »Cholo« Guinãzú wird diesen Monat 40 und steht aktuell bei Talleres de Córdoba unter Vertrag. Bei Talleres hat er sich unsterblich gemacht, weil er das Tor zum Wiederaufstieg nach zwölf Jahren Erstligaabstinenz erzielte. Er führte sein Team bis auf Rang fünf der Superliga. Fabián Cubero hat bereits 625 Spiele für Vélez Sarsfield absolviert, mehr als jeder andere in der Geschichte des Klubs aus Liniers. Mit Vélez wurde der polyfunktional einsetzbare Cubero in drei verschiedenen Dekaden Meister. Er denkt gar nicht ans Aufhören, hat seinen Vertrag gerade bis Mitte 2019 verlängert. Im Dezember wird er 40. Atlético Tucumán hat sich die Dienste des 38jährigen Juan Mercier gesichert, der 2014 mit San Lorenzo die Copa Libertadores gewann. Aktuell steht Atlético in den Achtelfinals von Copa Argentina und Copa Libertadores.

Torhüter Hugo Orlando Gatti (Boca Juniors) beendete seine Karriere 1988 mit 44 Jahren und 23 Tagen. Fünf Torhüter haben aktuell vor, Gattis Rekord zu brechen. Sebastián Bértoli, Kapitän von Patronato, debütierte erst mit über 38 Jahren in der Primera División. In die Annalen des Klubs ging er ein, als er 2012 am vorletzten Spieltag der Nacional B (2. Liga) einen Strafstoß gegen River Plate parierte und seine Elf deshalb mit 1:0 gewann. Im Dezember 2015 stieg das Team aus der Provinz Entre Ríos mit Bértoli in die Primera División auf. Im Oktober wird Bértoli 41. Neben seinem Torwartjob ist er auch Stadtrat von Paraná.

Der 40jährige Cristian »Laucha« Lucchetti bewacht den Kasten von Atlético Tucumán. Mauricio Caranta (40), Copa Libertaroes-Gewinner mit Boca Juniors 2007, steht im Tor von Talleres. Sebastián Torrico (38), Copa Libertadores-Gewinner mit San Lorenzo 2014, sitzt dort heuer auf der Bank. Nereo Fernández (39) fliegt für Unión in Santa Fe.

Bei den Kreativen ist Christian Gómez hervorzuheben, Mittelfeld-Chef von Nueva Chicago. Das Team aus Mataderos avisiert den Aufstieg in die Primera División an. Gómez wird im November 44.

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