Aus: Ausgabe vom 09.07.2018, Seite 6 / Ausland

Großdemonstration für Frieden in Nicaragua

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Die rot-schwarzen Fahnen der Sandinistischen Befreiungsfront und die blau-weiß-blauen Flaggen Nicaraguas dominierten die Demonstration am Samstag in Managua

Managua. Tausende Menschen haben am Samstag in Nicaraguas Hauptstadt Managua für Frieden und ein Ende der seit April anhaltenden Gewalt demonstriert. »Dies ist ein kilometerlanger Zug, den ihr voller Liebe gebildet habt, um den Hass und das Böse zu begraben«, rief Nicaraguas Präsident Daniel Ortega den Teilnehmern zu. Er verwies auf den am 19. Juli bevorstehenden 39. Jahrestag der Sandinistischen Revolution: »Wie sehr hat Nicaragua im Verlauf seiner Geschichte gekämpft, immer mit einem Ziel vor Augen: Frieden, Arbeit, Fortschritt, Würde. Frei und keine Sklaven mehr sein, das ist es, was das Volk will!«

Ortega erteilte Forderungen der Opposition nach vorgezogenen Neuwahlen eine Absage: »Hier werden die Spielregeln von der Verfassung der Repu­blik vorgegeben. Man kann sie nicht über Nacht ändern, nur weil eine Gruppe Putschisten das so will.« Es werde Wahlen geben, wenn es an der Zeit ist, und »wenn die Putschisten die Regierung übernehmen wollen, sollen sie sich um die Stimmen des Volkes bemühen. Mal sehen, ob das Volk ihnen die Stimme gibt, nachdem sie so große Schäden angerichtet haben«.

Ortega war am 6. November 2016 mit 72,4 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden. Seine Partei, die Sandinistische Befreiungsfront (FSLN), gewann 71 der 92 Sitze der Nationalversammlung.

Seit dem 18. April gehen Regierungsgegner in Nicaragua auf die Straße. Ursprünglich hatte sich der Protest an einer Rentenreform entzündet, die daraufhin zurückgezogen wurde. Inzwischen fordern die Oppositionellen den Sturz der Regierung. Bei Zusammenstößen zwischen militanten Gruppen und Sicherheitskräften kamen offiziellen Angaben zufolge bislang 214 Menschen ums Leben. (jW)

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