• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 30.06.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Finnische Sommersuppe

Von Ina Bösecke

Der 25jährige Ville (Jussi Nikkila) hat es schwer in »Hulluna Saraan« (Finnland 2012) von Samuli Valkama. Er traut sich nicht, Frauen anzusprechen, weil er introvertiert ist, hat aber den sehnsüchtigen Blick eines Liebessuchenden. Zumindest attestiert ihm dies ein neunjähriger Junge, dem er Gitarrenunterricht erteilt. Aber es kommt noch schlimmer. Villes extrovertierter Vater (Ville Virtanen), ein ehemaliger Rockstar, steht vor der Tür und möchte für eine gewisse Zeit bei ihm einziehen. Gleich in der ersten Nacht gehen die beiden aus (Ville hätte lieber ein Buch gelesen) – und verlieben sich in dieselbe Frau: Sara (Emilie de Ravin), eine US-Amerikanerin, die ­Line-Dance im Gemeindehaus lehrt. Ville betrinkt sich und geht nach Hause. Der Vater betrinkt sich ebenfalls und kommt auch nach Hause, allerdings mit der ebenfalls heillos betrunkenen Sara. Später wird klar, dass die Frau auf jeden Fall den gleichaltrigen Sohn bevorzugt. Ein bisschen verzwickt erscheint das Ganze.

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird rührend und komisch zugleich dargestellt. Natürlich ist ein chaotischer Rockstarvater, der permanent zur Lockerheit aufruft, eine nervige Angelegenheit. Aber als er erfährt, dass der Sohn auch in Sara verliebt ist (er kitzelt die Wahrheit aus Ville heraus), ermutigt er den Jüngeren. Generös verzichtet der alte Macho, der sowieso keine Chance bei der Frau gehabt hatte. Putzig sind auch die vielen kleinen Scherze, die der Regisseur während der gesamten Geschichte treibt. Zum Beispiel lässt er immer mal wieder aus dem Off die Stimme eines Mannes ertönen, die Ronald Reagan gehören soll, der Ville absolut unbrauchbare Tips zum Leben gibt oder sich einfach nur bemerkbar machen möchte. Ein schöner Sommerferienfilm.

In der kurzen Zeit, in der in Finnland richtig Sonne scheint, kochen sie dort gern eine Sommersuppe mit buntem Gemüse und Krabben: Zwei Kartoffeln und vier Möhren schälen und in kleine Würfel schneiden. Einen halben Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen. 250 g grüne Bohnen putzen und in Stücke schneiden. 500 g Erbsen aus den Schoten palen. Fünf Radieschen putzen und halbieren. 250 g Blattspinat waschen und abtropfen lassen. 250 g Krabben waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Das Gemüse ohne den Spinat in einen großen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken. Salzen, aufkochen und fünf Minuten köcheln lassen. Spinat zufügen und zugedeckt weitere fünf Minuten garen. Gemüse in ein Sieb abgießen, dabei die Gemüsebrühe in einer Schüssel auffangen. 30 g Butter in dem Topf zerlassen, zwei EL Mehl einrühren und hellgelb anschwitzen. 50 ml Milch und Gemüsebrühe unter ständigem Rühren angießen. Suppe dicklich einkochen lassen. Ein Eigelb und 50 g süße Sahne in einer Schüssel verquirlen und mit einer Tasse der heißen Suppe verrühren. Diese Mischung zurück in den Topf gießen. Suppe bis zum Siedepunkt erhitzen, Krabben und Gemüse hinzufügen. Zugedeckt bei kleiner Hitze vier Minuten ziehen lassen, nicht kochen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren mit zwei EL fein gehacktem Dill bestreuen.

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