Aus: Ausgabe vom 14.06.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Alles Rassisten

»Europa heute« | Mi., 9.10 Uhr, DLF

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Jean-Luc Mélenchon (2. v. r.) nimmt an Protesten gegen die neoliberalen Reformen der französischen Regierung teil (Marseille, 14. April)

Jean-Luc Mélenchon wäre vergangenes Jahr um ein Haar in die Stichwahl um die französische Präsidentschaft eingezogen. In der migrantisch geprägten Arbeiterhochburg Marseille verwies das Linksbündnis »La France insoumise« die anderen Parteien auf die Plätze. Der Deutschlandfunk ist sich nicht zu schade, Mélenchon als »Nationalisten« abzuqualifizieren: Er habe »keine klare Position in der Flüchtlingsfrage«. Zwar lehne er die verschärften Abschiebepläne des Präsidenten Emmanuel Macron ab und habe Paris in der Nationalversammlung für das Massensterben von Geflüchteten verantwortlich gemacht. Aber besser noch wäre, so Mélenchon, wenn die Menschen ihre Heimatländer erst gar nicht verließen: »Das heißt, es muss doch jeder dort glücklich leben können, wo er sich befindet«, wird er zitiert. Offen zeige Mélenchon seine nationalistische Fratze bei seiner Kritik an der Vormachtstellung Berlins in der EU, in der die französische Industrie von der deutschen niederkonkurriert worden sei. (sz)

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