Aus: Ausgabe vom 14.06.2018, Seite 12 / Thema

Probleme des Sozialismus

Vor 90 Jahren wurde Ernesto Che Guevara geboren. Der argentinisch-kubanische Revolutionär ließ keinen Zweifel an seiner grundsätzlichen Solidarität mit der Sowjetunion. Er sparte aber auch nicht mit Kritik

Von André Scheer
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Was haben Sie eigentlich gegen den Imperialismus? Mal Schusswaffen, mal Baseballschläger. Che Guevara 1958 in der Sierra Maestra in Kuba

Am 14. Juni vor 90 Jahren wurde Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che, im argentinischen Rosario geboren. Aus diesem Anlass dürfte wieder allerhand Unsinn geschrieben werden – so wie im vergangenen Jahr, als sich der Tag seiner Ermordung in Bolivien zum 50. Mal jährte. Im Sommer 2017 veröffentlichte der US-Sender CNN auf seiner spanischsprachigen Internetseite einen Artikel unter der Überschrift »War der KGB in den Tod Che Guevaras verwickelt?«¹ Inhalt des – abgesehen vom Titel – wenig spektakulären Artikels ist ein Interview mit Ches Bruder Juan Martín, der in seinem Buch »Mein Bruder Che« keinen Hehl daraus machte, dass er dem in der Sowjetunion praktizierten Sozialismusmodell ablehnend gegenübersteht. Belege dafür, dass der sowjetische Auslandsgeheimdienst tatsächlich in den Tod seines Bruder verwickelt gewesen sein könnte, hatte er nach eigenen Bekunden allerdings nicht. Wie auch – die Vorgänge, die zum Tod des schon damals legendären Guerilleros führten, sind weitgehend bekannt.

Ein prochinesischer Trotzkist?

Ausgehend von den Erfahrungen der Kubanischen Revolution, die mit einer kleinen Gruppe Kämpfer in der Sierra Maestra begann, hatte Che Guevara 1966 in Bolivien mit einer Handvoll Mitkämpfern die »Nationale Befreiungsarmee« gegründet, um die Revolution in Südamerika voranzutreiben. Das Unternehmen scheiterte vor allem deshalb, weil es den Aufständischen nur unzureichend gelang, die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung zu gewinnen – ein entscheidender Unterschied zu Kuba 1959. Am 8. Oktober 1967 wurde Che verwundet und gefangengenommen. Die bolivianische Armee inhaftierte ihn in der Dorfschule von La Higuera, wo er einen Tag später vom Feldwebel Mario Terán erschossen wurde. Die Anordnung zu dieser außergerichtlichen und verfassungswidrigen Hinrichtung kam von Boliviens Staatschef René Barrientos Ortuño, doch hinter ihm stand Washington. Der US-Geheimdienst CIA hatte bereits im Sommer 1967 die Führung der bolivianischen Armee bei der Bekämpfung der Guerilla übernommen. Ihr Agent am Ort des Geschehens, der Che Guevara auch das Todesurteil überbrachte, war Félix Rodríguez, ein erbitterter Antikommunist, der zuvor an der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht beteiligt und später, in den 1980er Jahren, in die »Iran-Contra-Affäre« verwickelt war. Die US-Administration unter Ronald Reagan hatte damals Einnahmen aus geheimen Waffenverkäufen an den Iran den konterrevolutionären Banden in Nicaragua zukommen lassen, um diese in ihrem Krieg gegen die sandinistische Regierung zu unterstützen. Auf diese Weise umging Washington das 1982 vom US-Kongress erlassene Verbot von Finanz- und Militärhilfen der Vereinigten Staaten für die rechten Terroristen. Rodríguez ging in dieser Zeit im Weißen Haus ein und aus. Heute versucht er sich zumindest vom Mord an Che Guevara reinzuwaschen und macht Fidel Castro für dessen Tod verantwortlich: »Derjenige, der seine Eliminierung beschlossen hatte, war Castro. Che Guevara war prochinesisch, und das war etwas, was Kuba nicht zulassen konnte, weil es zu 100 Prozent von der Sowjetunion abhängig war«, behauptete der CIA-Agent 2013.²

Auch der in Miami erscheinende Nuevo Herald bläst ins selbe Horn. Im vergangenen November war in dem antikommunistischen Blatt zu lesen, der »Stalinist« Fidel Castro habe Che Guevara umbringen lassen, weil er »Trotzkist« gewesen sei: »Der Argentinier glaubte glühend an die permanente internationalistische Revolution Trotzkis; der Kubaner war dogmatischer, nationalistischer prorussischer Stalinist. Wie Trotzki hasste Che den Totalitarismus Stalins, seine unterwürfigen europäischen Kommunisten mit ihren strengen Umgangsformen und verteidigte offensichtlich die trotzkistische Auffassung, dass Sozialismus ohne Demokratie untragbar sei.«³

Che Guevara also prochinesisch und zugleich trotzkistisch? Wahr ist an solchen Versionen nur, dass Che Guevara nach und nach auf Distanz zur Politik der sowjetischen Führung ging – und dass er sich nicht vorschreiben ließ, was er zu lesen hatte. So hatte er auf dem Feldzug in Bolivien Trotzkis »Geschichte der russischen Revolution« dabei, notierte jedoch zugleich: »Ich bin durch Väterchen Stalin zum Kommunismus gekommen, und niemand kann mir sagen, dass ich sein Werk nicht lesen soll.«⁴

Für die Allianz mit der UdSSR

Fakt ist, dass Che Guevara zu den entschiedenen Befürwortern eines Bündnisses mit Moskau gehörte – nicht erst nach dem Sieg der Revolution in Kuba. Schon als Jugendlicher hatte er sich, zum Beispiel während des Koreakrieges in den 1950er Jahren, Diskussionen mit seinem Vater geliefert, wobei dieser die Haltung der USA verteidigte, Ernesto jedoch für die UdSSR Partei ergriff. Das jedenfalls schrieb Ernesto Guevara Lynch in seinem Buch »Mein Sohn Che«. Während seiner Reisen durch Lateinamerika lernte Ernesto 1953 in Costa Rica den späteren venezolanischen Präsidenten Rómolu Betancourt kennen. Auf Ernestos Frage an den Sozialdemokraten, auf wessen Seite er sich bei einem Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion stellen würde, hatte sich dieser klar zu Washington bekannt und war von Guevara daraufhin als Verräter tituliert worden. Während des Guerillakampfes in der Sierra Maestra schrieb er in einem Brief an René Ramos Latour, den Chef der Aufständischen in den Städten: »Meiner ideologischen Schulung zufolge gehöre ich zu denen, die glauben, dass die Lösung der Weltprobleme sich hinter dem sogenannten Eisernen Vorhang befindet …«⁵

Auch nach dem Sieg der Revolution gehörte Che Guevara zu denen, die sich für eine Allianz mit der Sowjetunion engagierten, insbesondere nach dem Beginn der Aggressionen der US-Administration gegen die revolutionäre Führung. Im Oktober 1960 besuchte er erstmals die sozialistischen Staaten Europas, zunächst die Tschechoslowakei und dann die UdSSR, um einen Ausbau der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern zu vereinbaren. Bei dieser Visite könnte ihm erstmals bewusst geworden sein, dass die Sowjetunion nicht unbedingt dem Idealbild entsprach, das er sich von ihr gemacht hatte. Für Irritationen bei den Gastgebern sorgte er zum Beispiel schon dadurch, dass er darauf bestand, einen Kranz am Grab Stalins an der Kremlmauer niederzulegen. Auch mit den typischen Funktionären des sowjetischen Staatsapparates in ihren grauen Anzügen konnte Che wenig anfangen.

Direkt nach seinem Besuch in der Sowjetunion reiste er weiter nach China, wo er KP-Chef Mao Zedong traf. Paco Ignacio Taibo II notiert in seiner Biographie über ein Gespräch Ches mit Premier Zhou Enlai: »Bei dieser Unterhaltung erfährt er, dass die Chinesen soeben die Waffen aus dem Koreakrieg an die UdSSR abbezahlt haben. Kommandant Guevara wird blass: Ein sozialistisches Land verlangt von einem anderen Geld für Waffen, die dieses zu Verteidigung eines dritten benutzt hat?«⁶

Trotzdem formulierte Che auch 1964 in seiner Ansprache vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen den Aufruf zur »Unterstützung aller Völker der Welt, insbesondere im sozialistischen Lager mit der Sowjetunion an der Spitze. Dieser Aufruf lautet: Vaterland oder Tod!«⁷ Und auch in der berühmt gewordenen Rede, die er im Februar 1965 beim zweiten Wirtschaftsseminar für afro-asiatische Solidarität in Algier hielt, lobte er die solidarische Unterstützung der sozialistischen Staaten für das revolutionäre Kuba: »Wir wissen nur, dass nach politischen Unterredungen die Sowjetunion und Kuba Verträge geschlossen haben, die günstig für uns sind, mit deren Hilfe wir fünf Millionen Tonnen Zucker verkaufen zu festen Preisen, die über den normalen des sogenannten freien Weltmarktes für Zucker liegen. Die Volksrepublik China zahlt die gleichen Preise.«⁸

Die Pflicht der Völker

In dieser Rede, seiner letzten bei einer internationalen Veranstaltung, skizzierte Che Guevara seine Vorstellungen darüber, wie sozialistische Staaten den proletarischen Internationalismus praktizieren sollten: »Es gibt keine Grenzen in diesem Kampf auf Leben und Tod. Wir können nicht desinteressiert bleiben gegenüber dem, was in irgendeinem Teil der Welt passiert. Ein Sieg irgendeines Landes über den Imperialismus ist unser Sieg, ebenso wie die Niederlage einer beliebigen Nation eine Niederlage aller ist. Die Ausübung des proletarischen Internationalismus ist nicht nur eine Pflicht der Völker, die für eine bessere Zukunft kämpfen, er ist eine objektive Verpflichtung. Wenn der imperialistische Feind, der nordamerikanische oder irgendein anderer, seine Aktionen gegen die unterentwickelten Völker und die sozialistischen Länder plant, bestimmt eine grundlegende Logik die Notwendigkeit einer Allianz zwischen den unterentwickelten Völkern und den sozialistischen Ländern. Wenn es keinen anderen Grund für die Einheit geben sollten, müsste der gemeinsame Feind sie schaffen.«⁹

Che ging in dieser Rede deutlich mit den sozialistischen Staaten ins Gericht und warf ihnen sogar »taktische Komplizenschaft« mit den westlichen Ausbeutern vor. Die sozialistischen Staaten hätten die Verpflichtung, den abhängigen Ländern zu helfen – es könne nicht die Rede von »Handel mit gegenseitigem Nutzen« sein. Dieser bedeute, dass die afrikanischen und asiatischen Länder »zu Weltmarktpreisen Rohstoffe verkaufen, die Schweiß und grenzenloses Leid kosten«, während sie ebenfalls zu Weltmarktpreisen die in automatisierten Fabriken hergestellten Maschinen kaufen müssten. Ches Schlussfolgerung daraus: »Die Entwicklung der Länder, die nun den Weg ihrer Befreiung beginnen, müssen sich die sozialistischen Länder etwas kosten lassen.« Bislang seien diese jedoch »in gewisser Weise Komplizen der imperialen Ausbeutung«.

Als Reaktion auf diese Ansprache gab es offenbar eine diplomatische Intervention der Sowjetunion in Havanna, und nach der Rückkehr Guevaras nach Kuba gab es eine lange Unterredung zwischen ihm und Fidel Castro. Über die Inhalte dieses Gesprächs ist viel spekuliert worden. Tatsächlich jedoch waren sich Fidel und Che einig darüber, ihre Politik nicht den diplomatischen Interessen der Sowjetunion unterordnen zu wollen – und daran hielt Fidel auch nach dem Tod Che Guevaras fest. Ein Beispiel dafür ist das kubanische Engagement in Afrika. 1975 schickte Kuba nach einem Hilferuf der angolanischen Befreiungsbewegung MPLA Tausende Soldaten in das südwestafrikanische Land – ohne dies vorher mit Moskau abgesprochen zu haben. Bis 1991 blieben die Kubaner dort, sicherten die Freiheit Angolas und leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Unabhängigkeit Namibias und zur Beseitigung der Apartheid in Südafrika.

Das »afrikanische Epos«

Am Anfang dieses »afrikanischen Epos«, wie es die Kubaner nennen, hatte allerdings Che Guevara gestanden. 1965 war er als Kommandeur einer Gruppe von 120 kubanischen Freiwilligen in den Kongo gegangen, um die dortige Freiheitsbewegung zu unterstützen, die nach der Ermordung des Präsidenten Patrice Lumumba 1961 entstanden war. Das Unternehmen scheiterte jedoch, unter anderem weil die kubanischen Freiwilligen die Sitten und Gebräuche der Menschen im Kongo nicht kannten und auch deren Sprache nicht beherrschten. Zudem waren die Aufständischen noch vor der Ankunft der Kubaner militärisch unter Druck geraten und mussten sich mühsam neu organisieren. Hinzu kam, dass die Anführer der Rebellen die Anwesenheit des schon damals legendären Che Guevara in ihren Reihen nicht gerne sahen. In der 2016 vom ORF ausgestrahlten TV-Dokumentation »Fidel, der Che und die afrikanische Odyssee« erinnert sich Placide Kitungwa, der damals an führender Stelle der Rebellenbewegung aktiv war: »Eine Persönlichkeit vom Schlag eines Che Guevara zu Gast zu haben, bedeutete eine große Verantwortung. Wir waren beunruhigt, dass die Amerikaner herausfinden könnten, dass Ernesto Che Guevara im Kongo war und dass dann alles auf den Kongo einprasseln würde. Wir freuten uns zwar über die Kameraden, aber nicht über ihn.«¹⁰

Tatsächlich fanden die US-Geheimdienste bald heraus, dass der seit Monaten aus der Öffentlichkeit verschwundene Che im Kongo aktiv war. Sie intensivierten die Bekämpfung der Aufständischen, engagierten Söldner und blockierten die Nachschubrouten der Rebellen über den Tanganjikasee. Am 20. November 1965 mussten sich die Kubaner aus dem Kongo zurückziehen. Che notierte in sein Tagebuch: »Es gab keine Spur von Großartigkeit in diesem Rückzug.« Der Krieg im Kongo ging weiter. Vier Tage später putschte sich Mobutu Sese Seko an die Macht. Erst 1997 wurde er von den Aufständischen um Laurent-Désiré Kabila gestürzt – demselben Kommandeur, den Che Jahrzehnte zuvor unterstützen wollte.

Der Rückweg nach Kuba war Che jedoch versperrt. Fidel Castro hatte Anfang 1965 auf dem Gründungskongress der Kommunistischen Partei Kubas seinen Abschiedsbrief verlesen, in dem Che schreibt, »dass man in einer Revolution triumphiert oder stirbt (wenn es eine richtige ist)«. Und weiter: »Ich habe mich immer mit der Außenpolitik unserer Revolution identifiziert und tue es auch weiterhin. Wo immer ich auch bin, werde ich die Verantwortung fühlen, ein kubanischer Revolutionär zu sein und als solcher werde ich handeln.«¹¹

Che musste sich nach dem Verlassen des Kongo für mehrere Wochen in der kubanischen Botschaft in Tansania verstecken und nutzte die Zeit, um seine Erinnerungen zu überarbeiten. Sie erschienen erst 1999 in Kuba unter dem Titel »Pasajes de la guerra revolucionaria: Congo« (deutsch: Der afrikanische Traum: Das wieder aufgefundene Tagebuch vom revolutionären Kampf im Kongo).

Von Tansania aus ging Che nach Prag, wo er in einem Haus des tschechoslowakischen Innenministeriums, das vom kubanischen Geheimdienst betrieben wurde, Unterschlupf fand. Die Regierung der CSSR war offenbar nicht eingeweiht. Guevara habe befürchtet, dass die tschechoslowakischen Geheimdienste von der CIA infiltriert seien, sagte der Historiker Prokop Tomek, der für das Militärhistorische Institut in Prag die entsprechenden Akten ausgewertet hat, im Gespräch mit Radio Prag. Die Behörden erfuhren Tomek zufolge erst 1970 vom Aufenthalt des Comandante in ihrem Land – durch eine Anfrage aus Havanna: »Der Geheimdienst hatte ziemlichen Ärger, als Fidel Castro dort eine Gedenktafel für Che Guevara anbringen wollte. Es kam die Anfrage, wo sich dieses Haus befände, wo er sich versteckt hatte. Und in diesem Moment hat der tschechoslowakische Geheimdienst überhaupt erst erfahren, dass Che Guevara hier war – erst durch diese Anfrage direkt von Castro.«¹²

Kritik der sozialistischen Ökonomie

Am 21. Juli 1966 kehrte Che Guevara inkognito nach Kuba zurück, um sich dort auf den Guerillakampf in Bolivien vorzubereiten. Im Gepäck hatte er einen Berg Papier, seine Schriften aus der Zeit in Prag. Unter anderem hatte er sich dort daran gemacht, eine Biographie über Karl Marx und Friedrich Engels zu schreiben. Außerdem verfasste er »Kritische Anmerkungen zur Politischen Ökonomie«. Dabei handelt es sich um eine detaillierte Abrechnung mit der Wirtschaftspolitik der Sowjetunion und der anderen sozialistischen Staaten. Dazu bediente sich Guevara einer Auseinandersetzung mit dem »Lehrbuch Politische Ökonomie«, das 1954 – knapp ein Jahr nach Stalins Tod – herausgegeben worden war. Spätere Auflagen erlebten »in dem Maße deutliche Veränderungen ihrer Struktur und Orientierung, wie sich in der UdSSR Veränderungen vollzogen«¹³, bemerkt Che und bewertet diese Eingriffe in das Lehrbuch äußerst kritisch: »Auf den unerbittlichen Dogmatismus der Stalin-Epoche ist ein widersprüchlicher Pragmatismus gefolgt. Und dieser, das ist das Tragische, bezieht sich nicht nur auf ein bestimmtes Feld der Wissenschaft, er ereignet sich in allen Aspekten des Lebens der sozialistischen Völker und verursacht bereits enorm schädliche Störungen, deren Folgen unabsehbar sind.«¹⁴ Che warnte in diesem Buch, dass der Sozialismus im Begriff sei, gegenüber dem Imperialismus immer weiter ins Hintertreffen zu geraten und hielt bereits damals einen Rückfall der sozialistischen Länder in den Kapitalismus für möglich.

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Vielen Dank für die Blumen. Der Comandante wusste um die Bedeutung der UdSSR für das ­revolutionäre Kuba, ging mit den sozialistischen Staaten aber auch hart ins Gericht und warf ihnen »taktische Komplizenschaft« mit den westlichen Ausbeutern vor (zu Besuch in Moskau, 1960)

Diese Schriften blieben jahrzehntelang unveröffentlicht. Erst 2006 bzw. 2007 wurden sie zusammen mit anderen bislang unbekannten Werken in Havanna herausgegeben. Verantwortlich dafür ist das Centro de Estudios Che Guevara, das 1983 gegründet wurde und von Ches Witwe Aleida March geleitet wird. Von Che Guevara gibt es noch viel zu entdecken. Material, mit dem verhindert werden kann, das die Geschichtsfälscher von CNN und CIA mit ihren Lügen durchkommen.

Anmerkungen

1 cnnespanol.cnn.com/2017/07/10/estuvo-involucrada-la-kgb-en-la-muerte-del-che-guevara/

2 cnnespanol.cnn.com/2013/10/09/al-che-lo-mando-a-eliminar-fidel-castro-dice-el-hombre-clave-en-su-captura/

3 elnuevoherald.com/opinion-es/article183906921.html

4 Zit. nach: pcmle.org/EM/spip.php?article8578

5 Paco Ignacio Taibo II.: Che. Die Biographie des Ernesto Guevara, Hamburg 1997, S. 171

6 Paco Ignacio Taibo II, a. a. O., S. 327 f.

7 marxists.org/deutsch/archiv/guevara/a_s_uno.html

8 marxists.org/deutsch/archiv/guevara/a_s_wuaidhw.html

9 Ernesto Che Guevara: Discurso en Argel 1965; academia.edu/4362215/DISCURSO_CHE_GUEVARA_CONFERENCIA_DE_ARGEL_1965

10 tv.orf.at/orf3/stories/2755682/

11 stern.de/politik/geschichte/schriften-ches-abschiedsbrief-an-cuba-und-fidel-3347270.html

12 radio.cz/de/rubrik/geschichte/revolutionaer-taucht-unter-che-guevara-lebte-vier-monate-in-der-tschechoslowakei

13 Ernesto Che Guevara: Apuntes críticos a la economía política; Havanna 2006, S. 30

14 ebenda

André Scheer leitet das Ressort Außenpolitik der jW. Zuletzt schrieb er an dieser Stelle am 23.10.2017 über die katalanische Unabhängigkeitsbewegung: Der Feind in Madrid


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  • Achim Lippmann: Schon viel besser Che war Revolutionär und sich dessen bewusst, dass es ohne die Existenz der UdSSR wohl keine erfolgreiche Revolution in Kuba gegeben hätte. Der Untergang des Kolonialismus (es gibt starke Reste in For...

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