• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 09.06.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Vanille-Ingwer-Creme mit Kokos und Ananas

Von Ina Bösecke

»Paradies – Die Leidenschaft des Paul Gauguin« (Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien 2003) von Mario Andreacchio zeigt nicht nur eine Leidenschaft des berühmten Malers. Zunächst sehen wir Gauguin (gespielt von Kiefer Sutherland) als Börsenmakler. Er ist reich, hat eine verwöhnte Frau und fünf Kinder. Er sammelt Bilder von Malern und »pinselt«, wie er es nennt, selbst ein bisschen. Eine Begegnung mit dem Maler Camille Pissarro bringt die Wende. Dieser bescheinigt ihm ausgesprochenes Talent, Gauguin glaubt es und gibt seinen Beruf als Börsenmakler auf, sehr zum Leidwesen seiner Frau Mette (Nastassja Kinski). Sie müssen nun in ein kleineres Haus in einer ärmeren Umgebung ziehen. »Was zum Teufel bedeutet schon Geld«, donnert der noch viel ärmere Pissarro einmal bei einem Besuch bei der Familie Gauguin. Später hat er aber nichts dagegen, viel davon zu verdienen.

Im Gegensatz zu Gauguin, der zwar seine (erste) Leidenschaft, das Malen, zur Haupttätigkeit erhoben hat, aber noch lange nicht seinen Stil, seine Motive, geschweige denn seine Käufer gefunden hat. Er reist durch die Gegend und um die Welt. Tahiti gefällt ihm, weil er glaubt, hier noch dem wilden Leben, angeblich seine zweite Leidenschaft, zu begegnen. Aber bei näherer Betrachtung stören strenge christliche Missionare Gauguins Vorstellungen vom Unverdorbenen. Das sucht er dann bei jungen Mädchen, auch das wird eine Leidenschaft von ihm. Das ist sexueller Mißbrauch eines Kolonialisten, der so tut, als wäre er ein Nonkonformist.

Der Film suggeriert, Gauguin hätte in Polynesien nur seine Ehefrau und das Mädchen Tehura, sein bevorzugtes Modell, an seiner Seite gehabt. Im wahren Leben hatte Gauguin aber nacheinander mehrere einheimische Geliebte, die nicht älter als 13 Jahre waren und ihm auch Kinder gebaren.

In Sachen künstlerischer Erfolg sah es zu Lebzeiten mau aus für ihn. Die Menschen von damals waren noch nicht bereit für rote Hunde und schattenlose Frauen am Südseestrand. Heute zahlt man unvorstellbare Summen dafür. Für folgende tahitianische Nachspeise brauchen Sie nicht so viel Geld:

Vanille-Ingwer-Creme mit Kokos und karamellisierter Ananas: Eine Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen. Ein kleines Stück Ingwer schälen, in Scheiben schneiden. Beides mit einem Viertel Liter Milch in einen Topf geben, bis zum Siedepunkt erhitzen. Vom Herd nehmen, abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Vier EL Speisestärke mit vier EL Zucker vermischen. Mit 200 ml Kokosmilch glatt rühren, in einem Topf langsam bis zum Siedepunkt erhitzen. Unter Rühren dicklich kochen. Vanillemilch durch ein Sieb dazu geben, weitere 200 ml Kokosmilch einrühren. Mark der Vanilleschote herauskratzen, in die Puddingcreme rühren. Sechs Portionsförmchen mit Öl ausstreichen.

Puddingcreme einfüllen, eine Stunde im Kühlschrank fest werden lassen. Vier Scheiben Ananas würfeln. Ein EL geklärte Butter in einer Pfanne erhitzen, Ananas darin anbraten. Zwei EL Zucker einstreuen, hellbraun karamellisieren lassen. Mit dem Saft einer Orange ablöschen, Karamell auflösen. Saft einer Limette unterrühren. Beiseite stellen. Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen, auf Teller stürzen. Mit Ananas und Karamellsauce begießen, servieren.


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