Aus: Ausgabe vom 01.06.2018, Seite 1 / Ausland

Nach der Absage ist vor der Zusage

Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un wieder wahrscheinlich. Lawrow in Pjöngjang

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein nordkoreanischer Amtskollege Ri Yong Ho am Donnerstag in Pjöngjang

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un nach Moskau eingeladen. Bei einem Besuch in Nordkorea habe er am Donnerstag zudem die besten Wünsche von Präsident Wladimir Putin überbracht, erklärte das Außenministerium in Moskau. Man unterstütze Fortschritt und Frieden auf der koreanischen Halbinsel und schätze die jüngste Annäherung Nord- und Südkoreas sehr hoch ein, hieß es in der Stellungnahme.

Kim lobte Russland im Gegenzug als Gegengewicht zur Vorherrschaft der USA. »Ich schätze es sehr, dass (Präsident Wladimir) Putin Widerstand leistet gegen die Hegemonie der USA«, sagte Kim in einem Video, das vom Außenministerium in Moskau veröffentlicht wurde. Weiter warb Kim dafür, die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang zu stärken.

In New York kam derweil US-Außenminister Michael »Mike« Pompeo mit dem von Pjöngjang entsandten Kim Yong Chol zusammen. Nach einem gemeinsamen Abendessen am Mittwoch abend (Ortszeit) wollten beide am Donnerstag zu weiteren Unterredungen zusammenkommen, um das Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump vorzubereiten.

Der Besuch des Vizepräsidenten des ZK der Partei der Arbeit Koreas wurde ebenso wie die Arbeit von Delegationen in Singapur und Korea als Beleg dafür gewertet, dass beide Seiten nach wie vor an einer Begegnung zwischen den beiden Staatschefs interessiert sind. Hauptthema dabei soll die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sein.

Offiziell hat Trump das für den 12. Juni in Singapur geplante Treffen abgesagt. Seine Sprecherin Sarah Sanders erklärte am Mittwoch jedoch, man gehe davon aus, dass der Gipfel an dem Tag stattfinden werde. Auch Südkoreas Außenministerium bestätigte am Donnerstag, dass die Vorbereitungen für die Begegnung weitergingen und die Wahrscheinlichkeit zunehme, dass der Gipfel wie geplant stattfinden könne. Sowohl in Singapur als als auch in Panmunjom an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea würden die Gespräche auf Arbeitsebene fortgesetzt, es gehe unter anderem um protokollarische und administrative Fragen. (dpa/Reuters/Xinhua/jW)

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